Promi-Interview

Isabell Horn: "Unsere Kinder können sich frei entfalten"

Schauspielerin und Zweifachmama Isabell Horn teilt gerne Ausschnitte aus ihrem Familienleben mit ihren Fans. Wie sie mit Kritik von Followern umgeht, was das mit der Frisur von ihrem Sohn Fritz zu tun hat und welches ihre drei goldenen Erziehungsregeln sind, hat sie uns im Interview verraten.

Zur Person

Isabell Horn (geb. 1983) ist Schauspielerin und Musicaldarstellerin. Bekannt geworden ist sie durch ihre Rollen in den Daily Soaps "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (GZSZ) und "Alles was zählt" (AWZ) als Pia Koch. Seit 2020 spielt sie in der Fernsehserie "Bettys Diagnose" die Rolle der Krankenpflegerin Rike Köhler. Isabell Horn lebt mit ihrem Lebensgefährten Jens Ackermann (Makler) in Berlin, das Paar hat zwei Kinder: Tochter Ella kam im März 2017 zur Welt, Sohn Fritz wurde im Juli 2019 geboren.

April 2021

Liebe Isabell, du hast deine beiden Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht. Wie hast du die Geburten erlebt?

Ich habe mir, als ich mit Ella schwanger war, eine natürliche Geburt gewünscht, mich darauf vorbereitet und gefreut. Ich war wirklich fest davon überzeugt, dass es so kommen wird und habe nie an einen Kaiserschnitt gedacht. Im Laufe der Geburt war ich dann regelrecht überrumpelt, weil es doch anders kommen sollte. Ellas Herztöne wurden immer schlechter und es kam zum Geburtsstillstand. Den Kaiserschnitt habe ich als traumatisch empfunden, das war für mich keine schöne Erfahrung. Ich hatte mich mental nicht darauf vorbereitet und wusste nicht, wie der Eingriff überhaupt abläuft. Ich habe mich auf der Liege total hilflos gefühlt. Ich war komplett überfordert mit allem und auch einfach sehr, sehr erschöpft. Und dann ging es auf einmal so schnell. Das war schwer zu verarbeiten.

Bei deinem Sohn war es dann ein geplanter Kaiserschnitt?

In der zweiten Schwangerschaft mit Fritz kam raus, dass ich eine herzförmige Gebärmutter habe. Fritz konnte sich dadurch nicht in die Geburtslage drehen. Mein Arzt hat mir einen weiteren Kaiserschnitt empfohlen. So haben wir dann auch geplant. Dementsprechend habe ich mich mental darauf vorbereitet und wusste, was auf mich zukam. Ich habe mich beim zweiten Kaiserschnitt auch schneller erholt. Dadurch, dass ich natürlich nicht, wie bei Ella, vor dem Eingriff schon viele Stunden in den Wehen war und mit viel mehr Kraft in die OP rein gegangen bin. Ich hätte eigentlich gerne die Erfahrung einer natürlichen Geburt gemacht, aber es sollte nicht sein. Ich bin froh, dass beide gesund und munter zur Welt gekommen sind.

So wie du wünschen sich manche Frauen eine natürliche Geburt und sind enttäuscht, wenn es aus medizinischen Gründen dann nicht möglich ist. Andere entscheiden sich bewusst für einen Kaiserschnitt – und ernten dafür manchmal Unverständnis. Was würdest du diesen Mamas gerne mit auf den Weg geben?

Falls eine natürliche Geburt aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, sollte man dankbar sein, dass es dennoch möglich ist, dass wir unser Kind gesund zur Welt bringen können. Es sollte es jeder Frau selber überlassen sein, wie sie gebären möchte. Keiner hat das Recht darüber zu urteilen. Jeder spürt für sich, was der richtige Weg ist. Generell finde ich es schwierig, wenn man andere Familien verurteilt oder sich einmischt.

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Man sieht auch bei Instagram, Facebook und Co. öfter, wie sich Eltern bei Erziehungsfragen gegenseitig bewerten und kritisieren. Kannst du dir vorstellen, warum das so ist?

Es ist interessant zu sehen, dass besonders die Mütter so kritisch sind. Ich habe das Gefühl, die Väter sind da etwas entspannter. Ich finde es schön, wenn man sich gegenseitig unterstützt, sich Tipps gibt. Ich höre mir auch gerne Ratschläge an und nehme mir diese zu Herzen. Man muss ja auch erstmal in die Mama-Rolle reinwachsen. Ich würde aber niemals andere Mütter hart kritisieren – das macht man einfach nicht.

Deine Kids sind Teil deines Instagram-Feeds. Ihre Gesichter zeigst du aber nicht. Waren du und Jens euch gleich einig darüber, dass das für euch der richtige Weg ist?

Ja, denn wir wollen die beiden natürlich schützen und trotzdem schöne Momente mit der Community teilen. Man muss die Kinder nicht komplett zeigen, auch so kommen doch Emotionen rüber. Für uns fühlt sich das richtig an.

Dennoch haben dich Nachfragen zum Aussehen deines Sohnes erreicht, genauer gesagt zu Fritz‘ Frisur: Warum er als Junge lange Haare und Zöpfchen trägt. Wie gehst du mit solchen Nachrichten um?

Ich war erst ein bisschen überrascht und perplex, weil ich dachte "Mensch, in der heutigen Zeit sollte das doch eigentlich kein Thema mehr sein". Ist es aber anscheinend doch, es wird nicht ohne weiteres akzeptiert, wenn Jungs lange Haare haben. Ebenso, wenn Mädchen ganz kurze Haare haben. Fritz trägt auch gerne mal einen Haarreif oder hat ein Röckchen von Ella an. Unsere Kinder können sich frei entfalten. Ich höre mir auch gerne andere Meinungen an und teile diese auch mit meiner Community. Der Großteil denkt aber auch, dass es vollkommen okay ist, wenn Jungs lange Haare haben.

Was sind bei euch zu Hause die drei wichtigsten Regeln?

Wir haben eine klare Struktur und feste Zeiten, wann gegessen wird und wann ins Bett gegangen wird. Wir haben das Gefühl, den Kindern geben diese Abläufe Halt. Dann ist uns ein liebevoller Umgang miteinander wichtig, dass wir die Kinder auf Augenhöhe und respektvoll behandeln. Sie sind eigene kleine Wesen mit einer eigenen Meinung und einer eigenen Persönlichkeit, die wir gerne wahrnehmen wollen. Den ganzen Tag nur Verbote auszusprechen, macht ja auch einfach keinen Spaß. Wir gehen mit Ella, sie ist vier Jahre alt geworden, auch gerne Kompromisse ein und schauen, was für uns alle gut ist. Einen bewussten Umgang mit der Natur haben wir beiden von Anfang an beigebracht – auch da legen wir großen Wert drauf.

Dein Lebensgefährte ernährt sich vegan, du und die Kids esst vegetarisch. Wieso habt ihr euch bei den Kids für diese Ernährung entschieden?

Die Kinder und ich essen auch mal tierische Produkte. Wir haben das stark eingeschränkt und kaufen unsere Lebensmittel auch ganz bewusst ein. Wir kochen frisch, weißes Mehl und Zucker nehmen wir nur sehr wenig zu uns. Wenn in der Kita ein Kind Geburtstag hat und es dann mal Gummibärchen gibt, darf Ella natürlich etwas Süßes haben. Zu Hause haben wir aber gemerkt, dass die Kinder als Nachtisch genau so Rosinen und Nüsse oder Trockenfrüchte mögen. Das schmeckt ihnen und es ist viel gesünder. Und damit fahren wir ganz gut. Bei veganer Ernährung für die Kids bin ich doch ein bisschen unsicher. Ich kenne Familien, die das machen, aber ich glaube, da muss man sich echt gut in der Materie auskennen, damit die Kinder genug Nährstoffe zu sich nehmen und es an nichts mangelt. Ich fühle mich im Moment einfach wohler, wenn es ab und an auch mal tierische Produkte gibt. Aber eine vegane Ernährung für die Kids würde ich auch nicht ausschließen, wenn die Kinder etwas älter sind.

Danke liebe Isabell für deine Zeit und das offene Gespräch!

Isabell Horn bei Instagram und Youtube

Mehr von Isabell und ihrer Familie findet ihr auf Instagram dieisabellhorn und Youtube The Isi Life.

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Unsere Autorin

Anna Ludewig

Anna Ludewig hat Germanistik und Soziologie studiert und ist durch und durch Familienmensch. Bei Themen rund um den Alltag mit Kindern geht ihr das Herz auf.

Seit Januar 2020 ist sie Content Manangerin bei Leben&erziehen und schreibt mit Begeisterung über alle bunten Facetten des Familienlebens.

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