Königliche Mütter

Meghan und Kate: Unterschiedlicher könnten die beiden Mütter kaum sein

Während die eine als elegante und gelassene Dreifach-Mutter daherkommt, ist die andere eine unkonventionelle Amerikanerin, die ungeschönt über die Tücken des Elternseins spricht. Doch wenn es um ihre Kinder geht, steht für beide Mütter – Kate und Meghan – eines ganz oben: Liebe. Und wenn es für ihre Kinder das Beste ist, scheuen sich beide nicht davor, auch mal mit den königlichen Vorschriften zu brechen.

12. Dezember 2019. Sobald eine Frau Mutter wird, wird sie von allen Seiten beobachtet und bewertet: Wie sie ihr Kind füttert, ob sie stillt, wie sie das Thema Schlafen angeht und sogar, wie schnell sie die gefürchteten Babypfunde wieder verliert.

Kate Middleton und Meghan Markle stehen allein schon aufgrund ihrer prominenten Rolle permament im Rampenlicht und geraten aufgrund ihrer Medienpräsenz noch stärker unter Beschuss als "normale" Mamas.

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Aufgrund ihrer extrem unterschiedlichen Herkunft überrascht es nicht, wie weit ihre Erziehungsansätze auseinanderklaffen. Catherine (Kate), Herzogin von Cambridge, stammt von wohlhabenden Eltern aus dem Süden Englands und bewegte sich schon in der englischen High Society, lange bevor sie Teil des Königshauses wurde. In ihren späten 20ern lernten sich Kate und Prinz William kennen, während sie beide die "University of St. Andrews" in Schottland besuchten. Sie waren schon acht Jahre lang ein Paar, bevor sie sich auch offiziell das Ja-Wort gaben.

Meghan Markle, Herzogin von Sussex, hingegen musste eher eine Art Crash-Kurs absolvieren, bevor sie in die britische Elite aufsteigen konnte: Nur zwei Jahre nachdem sie sich kennenlernten, heirateten sie und Prinz Harry. Und die Amerikanerin musste ihr freies Leben als Schauspielerin in Los Angeles quasi über Nacht aufgeben.

Dies könnte eine Erklärung dafür sein, weshalb Kate wesentlich entspannter damit umgeht, dass ihr Nachwuchs in der Öffentlichkeit auftritt. Meghan ist da wesentlich bedachter und will ihren Sohn Archie, der am 6. Mai 2020 ein Jahr alt wird, so gut es geht vor Propaganda schützen.

Britische Thronfolger

Auch die Thronfolge spielt eine große Rolle. Prinz George (6), Prinzessin Charlotte (4) und Prinz Louis (wird im April 2) stehen an dritter, vierter und fünfter Stelle der Thronfolge. Kate trägt also die Verantwortung, einen zukünftigen König zu erziehen. Dementsprechend wurde und wird Prinz George bereits ausgiebig geschult, um ihn bestmöglich auf seine zukünftige Rolle vorzubereiten.

Die Herzogin von Cambridge legt großen Wert auf Tradition. Ihre Kinder sind immer einwandfrei gekleidet: Die Jungs tragen Flanell-Shorts, Kniestrümpfe und Halbschuhe, Charlotte hübsche Kleidchen mit Strumpfhosen und Mary-Jane-Schuhen.

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Nach jeder Geburt standen Kate und William auf den Stufen des St. Mary's Krankenhauses in Paddington, um den königlichen Neuankömmling der Welt zu zeigen, bevor sie nach Hause in den Kensington Palast zurückkehrten. Als Inbegriff unerschütterlicher Förmlichkeit legte Kate jegliche Erschöpfung der Geburt einfach ab, um sich mit ihrer Familie in einem makellosen Auftritt der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Meghans Sohn Archie ist der Siebte auf der Liste der königlichen Thronfolge. Trotz des Medientrubels, den es vor seiner Geburt gab, präsentierten seine Eltern ihn erst zwei Tage nach seiner Geburt der Öffentlichkeit. Die frischgebackenen Eltern wollten zunächst etwas gemeinsame Zeit zu dritt genießen, bevor sie ihr großes Glück auf den Stufen von Windsor Castle, nicht weit von ihrem Zuhause Frogmore Cottage entfernt, der Presse vorführten.

Obwohl Meghan im Gegensatz zu Kate offizielle Foto-Shootings so weit es geht meidet, stimmt sie mit Kate darin überein, einen bewusst entschiedenen Umgang mit den Medien zu pflegen, wenn es um ihren Nachwuchs geht. Für Kate heißt das, sich in ihrer Leidenschaft, dem Fotografieren, zu verwirklichen. Viele der offiziellen Bilder ihrer Kinder hat sie selbst geschossen. Das gibt auf der anderen Seite auch einen viel privateren Einblick in ihr Familienleben.

Meghan und Harry teilen hingegen eher moderne, künstlerische Fotos wie beispielsweise Archie's Füße in Meghans Hand vor einem Hintergrund von Vergissmeinnicht, um ihren ersten Muttertag zu dokumentieren.

Eine weitere Ähnlichkeit der beiden Vorzeigemütter liegt darin, dass sie so viel Qualitätszeit wie möglich mit ihren Kindern verbringen wollen. Traditionell gab es im Königshaus immer ein ganzes Gefolge von Kinderfrauen. Doch Kate und Meghan haben jeweils nur eine: Maria Borallo lebt mit den Cambridges im Kensington Palast, seit Prinz George acht Monate alt war. Meghan und Harry haben eine Kinderfrau auf Abruf. Ihr Name ist noch nicht öffentlich bekannt. Die beiden halten ihr Familienleben so privat wie möglich.

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Mit dieser Art des Elternseins heben sich beide Paare erheblich von dem Ansatz der Königin ab: Ihre mütterlichen Aufgaben durften sie niemals von ihren königlichen Pflichten abhalten. Prinz Charles hatte zwei Kinderfrauen: Helen Lightbody and Mabel Anderson, die ihm den wichtigen emotionalen Halt gaben, während seine leibliche Mutter ihren Pflichten als Königin nachging. Ihr Pflichtgefühl ging so weit, dass sie sogar die ersten drei Geburtstage ihres ältesten Sohnes verpasste.

Im Film "Harry and Meghan. An African Journey", eine Dokumentation über ihre Reise durch Südafrika auf den Spuren von Diana, Harrys Mutter, äußerte sich Meghan erstaunlich ehrlich darüber, wie sehr sie mit der ständigen Überwachung durch die Medien zu kämpfen habe. Vor allem als Frischvermählte und junge Mutter. Diese offene Verletzlichkeit sieht man nur selten bei einem Mitglied der Königsfamilie. Ein weiteres Beispiel dafür, wie diese Generation das britische Königshaus endlich moderner macht.

Während Kate sich solche Gefühlsausbrüche vor der Presse nicht erlauben würde, eint sie und Meghan ihre Hingabe zur Familie und ihre tiefe, ehrliche Liebe zu ihren Kindern.

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