Promi-Mama

Milla Jovovich: "Kinder helfen nicht dabei, die eigenen Dämonen zu besiegen"

Supermodell, Sängerin und Schauspielerin Milla Jovovich hat mit ihrem Mann Paul Anderson inzwischen drei Kinder. Das (bisher) letzte kam im Februar 2020 zur Welt. Hier spricht sie exklusiv über ihr Familienleben.

Experten-Bild

Milla Jovovich – zur Person

Die in der Ukraine geborene Schauspielerin Milla Jovovich (geboren am 17.12.1975) ist auch Supermodel und Sängerin. International berühmt wurde sie durch diverse Rollen – vor allem in Action- und Science-Fiction-Filmen. Seit 1994 besitzt sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, nach dem die Sovjetunion drei Jahre zuvor kollabiert war.

Aus ihrer Ehe mit dem Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten Paul Anderson (geboren am 4.3.1965) sind drei Töchter hervorgegangen: Ever Gabo Anderson (geboren im November 2007), Dashiel Edan Anderson (geboren im April 2015) und zuletzt Osian Lark Elliot Jovovich-Anderson (geboren im Februar 2020).

Osian's Geburt in einem Satz

Wie keine andere: ganz besonders, persönlich und eine Erleichterung.

Der letzte Glücksmoment, den ihr mit euren Kindern geteilt habt ...

Nun, es ist bekannt, dass wir alle zusammen in einem Bett schlafen. Jeden Morgen so aufzuwachen und mit den Kindern zu kuscheln ist für uns selbstverständlich und gleichzeitig emotional. Das genießen wir sehr.

Abgesehen davon würde ich sagen, dass es ein toller Moment war, als Osian letztes Jahr kurz vor Weihnachten laufen lernte. Jeder bezeichnet diesen Moment als einen, in dem die Kinder – wörtlich gesprochen – ihre Füße finden. Wir Eltern ließen uns in diesem Augenblick von der Freude und Euphorie der beiden großen Mädels, Ever und Dashiel, anstecken. Allerdings fühlt sich das jetzt schon ganz schön lange her an.

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Diese Eigenschaften haben deine Kinder defititiv von DIR geerbt.

Die Mädels mögen bestimmte Dinge auf eine bestimmte Art: ihre Zimmer, ihre Kleidung, ihre Haare. Ich habe ganz konkrete Vorstellungen, wie die Dinge um mich herum zu sein haben – das scheint bei ihnen genauso zu sein. Das heißt nicht, dass sie ordentlich sind, aber sie wissen auch kleine Dinge zu schätzen.

Zu Hause streitet ihr regelmäßig über ...

... Ungerechtigkeiten in der Welt. Wobei streiten wahrscheinlich das falsche Wort ist, es sind vielmehr angeregte Gespräche, in denen es darum geht, wie wir die Welt verbessern können, damit jeder bekommt, was er braucht. Das ist für uns als Familie ganz wichtig. Wir stehen für vieles ein, wenn es um Gleichberechtigung und Vielfalt geht.

Wie hat Corona euer Leben verändert?

Ich fühle seither eine tiefere Verbindung zu den Dingen, die ich seit Jahren versucht habe, in meinem Leben zu praktizieren. Ich habe besser trainiert, mein Yoga ging tiefer und sogar auf der spirituellen Ebene fühle ich, dass ich Neues erreichen konnte. Auch meine Kinder sind inzwischen in diese Welt eingetaucht.

Insgesamt war es eine Zeit, in der man intensiv nachdenken konnte über alles, was uns umgibt. In dieser Zeit, wo die Welt in diese schlimme Pandemie rutschte, ein Baby zu erwarten, gab mir ein unheimlich starkes Gefühl, mein Baby und meine anderen Kinder beschützen zu wollen – komme, was da wolle. Dieses Gefühl war intensiver, tiefer und standhafter als alle anderen Gefühle, die ich bisher kannte. Ich bin mir sicher, das geht anderen auch so.

Was wollen deine Kinder werden, wenn sie groß sind?

Unabhängig. Und angetrieben davon, positive Veränderungen bewirken zu wollen – für sich selbst und ihre eigenen Kinder.

Deine größte Herausforderung als Mutter?

Meinen Kindern die Zeit und Liebe zu geben, die sie verdienen. Ich weiß, das sagt wahrscheinlich jeder, aber es ist einfach schwierig, egal, was du tust. Manchmal fühlen sich die ganz alltäglichen Momente – Einkäufe, Strandausflüge, kurze Einschlafgeschichten – am wichtigsten an. Das sind die entscheidenden Momente und es ist meine Aufgabe als Mutter, dafür zu sorgen, dass es sie gibt.

Was hättest du gerne gewusst, bevor du Mutter wurdest?

Das Kinder nicht die Lösung sind, um alte Dinge aus der Vergangenheit hinter sich zu lassen. Dinge, die schief gelaufen sind oder die einem peinlich sind oder die man bereut.

Es gibt vieles in meiner Vergangenheit, das ich im Nachhinein lieber anders gemacht hätte. Bevor ich Ever bekam, dachte ich, ein Kind würde all das ausradieren und mich zu einem neuen Menschen machen.

In vielerlei Hinsicht habe ich mich auch verändert, aber in vielen Bereichen bin ich noch genau der Mensch, der ich vorher war. Nur etwas älter und etwas schlauer.

Auf jeden Fall muss jeder selbst die Verantwortung für sich übernehmen – unabhängig von den Kindern. Sie werden einem vieles geben, aber sie werden einen nicht von den eigenen Dämonen befreien. Das muss jeder selbst für sich tun. Sich selbst und den eigenen Kinder zuliebe.

Was würdest du Menschen raten, die (noch) keine Kinder haben?

Urlaub zu machen!

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