Promi-Interview

Reese Witherspoon: "Ich spiele nicht mehr die junge, unbesorgte Blonde"

Die bescheidene, selbstkritische und leidenschaftliche Mutter von drei Kindern schafft es, genügend Abstand zu der Filmindustrie zu halten, die viele kaputt macht.

Reese Witherspoon – stark im Geschäft wie eh und je.
© Foto: Hubbranded
Reese Witherspoon – stark im Geschäft wie eh und je.

Mach nur das, was dir Spaß macht

Wenn etwas keinen Spaß macht, solltest du es nicht tun. In meinem Leben wende ich dieses Motto sowohl auf meinen Beruf als auch aufs Muttersein an. Humor ist wichtig und gehört einfach dazu. Wir sind es unseren Kindern schuldig, ihre ersten Lebensjahre so glücklich und fröhlich wie möglich zu gestalten. Ich bin überzeugt, dass unsere Kinder zu großartigen, interessanten und freundlichen Erwachsenen heranwachsen, wenn wir sie von Anfang an ermutigen, die Welt im richtigen Licht zu sehen.

"Aber du bist doch kein Schwein"

Meinen ersten Film, den mein jüngster Sohn Tennessee gesehen oder besser gesagt gehört hat, ist "Sing". Und anschließend war er total verwirrt. Er meinte zu mir: "Das bist du, aber du bist nicht im Film. Es ist deine Stimme, aber du bist doch kein Schwein. Deine Stimme kommt aus dem Schwein ..." Und von da an hat er jeden Morgen nach dem Aufwachen zu mir gesagt: "Also, es ist deine Stimme und es ist ein Schwein, aber es ist nicht echt." Ich versuchte immer wieder, ihm zu erklären, dass es eine Animation mit meiner Stimme sei und das Schwein nicht echt sei. Doch er verstand es einfach nicht. Also sagte ich am Ende einfach, es sei Zauberei.

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Reese Witherspoon mit ihren beiden Söhnen Deacon und Tennessee und Ehemann Jim Toth 2018.

Kinder beeinflussen den gesamten Ablauf

Ich glaube nicht, dass ich meine Filme bewusst anders wähle, seitdem ich Kinder habe. Aber ich bin überzeugt, dass unsere Umgebung uns prägt und beeinflusst. Manchen Zuschauern ist vielleicht aufgefallen, dass ich nicht mehr die junge, unbesorgte Blonde spiele. Das Leben ist immer eine Entwicklung und mein Beruf muss dazu passen. Sobald Kinder ins Spiel kommen, beeinflusst das den gesamten Ablauf. Das Sozialleben erfindet sich komplett neu. Als Eltern sind wir wahnsinnig wandlungsfähig und flexibel – oft ohne es zu merken.

Meinen Kindern bin ich peinlich

Sicher bin ich meinen Kindern auch oft peinlich. Vor allem morgens, wenn ich meine Tanzpartys veranstalte. Das liegt daran, dass ich Kaffee trinke und er mir jede Menge Energie gibt. Ich versuche, mich auf die Ebene meiner Kinder zu begeben, indem ich Hashtags und Abkürzungen wie "LOL" benutze. Das regt sie total auf und dann tue ich es erst recht.

Tennessee ist eigentlich der Einzige, dem ich nicht so peinlich bin. Eine Zeitlang war er der Einzige, mit dem ich mich fotografieren lassen durfte. Die beiden Größeren wollten das partout nicht. Als ich vor einigen Jahren mit Deacon im Auto fuhr, stand mein Kaffeebecher im Halter. Er meinte: "Mama, musst du so viel Lippenstift auf dem Becher lassen, das ist echt peinlich." Ich sagte nur, er solle sich daran gewöhnen, denn das würde noch oft passieren.

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Promi-Mama Reese Witherspoon mit ihren drei Kindern Ava, Tennesse und Deacon (v. l. n. r.) 2015.

"Ich schätze mich glücklich"

Ich liebe es, mit meiner Tochter einkaufen zu gehen. Ich schätze mich glücklich, dass ich diese besondere Person in meinem Leben habe, mit der ich meine Leidenschaft für Mode und Make-up teilen kann. Und glücklich wie ich bin, habe ich auch noch ein kleines Kind, auf das ich aufpassen darf. So muss ich die frühen Elternmomente nicht vermissen, da ich sie noch mal neu erleben darf.

Ändere das, was dir nicht gefällt

Meine Mutter war sehr stark und zielstrebig und sie hat mich auf jeden Fall zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Sie sagte immer, dass man das, was einem nicht gefällt, selbst in die Hand nehmen sollte, statt darauf zu warten, dass es jemand anderes tut. Auf jeden Fall gebe ich ihre Maximen auch an meine eigenen Kinder weiter: an sich selbst glauben, die eigene Zukunft gestalten, das eigene Ding machen und den eigenen Erfolg im Griff zu haben.

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