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„Mama, du bist doch Polizistin!“

Rhea Harder-Vennewald

Schauspielerin Rhea Harder-Vennewald über den modischen Vorteil von Uniformen, Mutterleid und das unbezahlbare Glück, Kinder zu haben.

Das Tolle daran, jeden Tag in eine Polizeiuniform zu schlüpfen, ist, dass man sich keine Gedanken über sein Outfit machen muss. Sieht Lila zu Grün besser aus? Rock oder Jeans? Diese Fragen stellen sich einem gar nicht erst. Noch toller ist aber, das Verhalten seiner Mitmenschen zu beobachten, wenn sie meinen, vom Auge des Gesetzes auf frischer Tat ertappt worden zu sein. Einmal fuhr ein Mann mit dem Auto an mir vorbei – eine Hand am Steuer, die andere am Handy. Ich ermahnte ihn daraufhin mit erhobenem Zeigefinger, woraufhin er sein I-Phone 
reumütig mit den Worten „Sorry, war meine Mama, war wichtig!“ auf den Beifahrersitz pfefferte. Oder der Herr, der seinen Kampfhund nicht angeleint hatte und sich daraufhin 30.000 Mal 
bei mir entschuldigte.

Man kann sich über das Verhalten der Leute aber auch aufregen. Zum Beispiel über die Spezialisten, die bei Rot fahren, nur um als Erster an der nächsten roten Ampel zu stehen. Schon mein Sohn Moritz weiß, dass das sinnlos ist – und der ist neun! „Erstens hat das gar nichts gebracht, weil der jetzt wieder neben uns steht“, stellte er neulich fest. „Und zweitens, Mama, musst du jetzt eigentlich aussteigen und ihm den Führerschein wegnehmen. Du bist doch Polizistin!“  

Stimmt nicht ganz. Ich tue nur so, als ob. Das ist mein Job. Und den findet Moritz total spannend. Er hat’s geliebt, wenn ich ihn mit ans Set genommen habe, als er noch nicht zur Schule ging. Bruno, mein Duracell-Häschen, eher weniger; Stillsitzen und Klappe halten, wenn die Klappe fällt, ist nicht sein Ding. Logisch, dass es bei uns zu Hause oft hoch hergeht, wo die beiden doch so verschieden sind. Alter Schwede, manchmal könnt’ ich sie ... !!! Kommt Ihnen sicher bekannt vor ... Mein Patentrezept: einatmen, ausatmen, aus dem Raum gehen, bis zehn zählen, wieder reinkommen – klappt nicht immer, aber zu gut 70 Prozent. Wenn meine Freundin und ich uns unser Mutterleid klagen, kommt am Ende immer: „Aber die Kinder geben dir doch soooo viel zurück!“ Dann müssen wir lachen, und alles ist wieder gut. So abgedroschen dieser Satz klingt, und so ungern ich ihn sage: Er stimmt.

Zur Person

Rhea Harder-Vennewald (37) ist Mutter von zwei Kindern, Moritz Paul (9) und Bruno Franz (3). Seit Juni 2013 ist die Schauspielerin mit Jörg Vennewald verheiratet. Sechs Jahre lang spielte Rhea Harder-Vennewald in der Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, heute sorgt sie als Polizistin Franzi Jung in der ZDF-Serie „Notruf Hafenkante“ vor der Kamera für Recht und Ordnung. Die achte Staffel läuft ab dem 26. September im TV.

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