Promi-Interview

Rose Byrne: "Ich war einfach immer müde"

Keine Frage – die absolute Lieblingsrolle der australischen Schauspielerin: Mutter ihrer beiden Söhne und Partnerin von Bobby Cannavale. Uns erzählt sie exklusiv, was das Muttersein für sie bedeutet.

Rose Byrne mit ihrem Lebenspartner und Schauspielkollegen Bobby Cannavale.
© Foto: Hubbranded
Rose Byrne mit ihrem Lebenspartner und Schauspielkollegen Bobby Cannavale.

Man sieht die Welt mit anderen Augen

Rose Byrne: Sobald du Kinder hast, siehst du die Welt mit anderen Augen. Der geheimnisvolle Zauber, den wir in unserer Jugend gespürt haben, löst sich mehr und mehr auf, fast ohne dass wir es zunächst merken. Doch wenn dir die kleinen Wesen dabei helfen, diesen Zauber zurückzuerobern, ist das eine schlichte aber unfassbar kostbare Freude.

Der Anfang war schwer

Als Mutter nehme ich jeden Tag, wie er kommt. Anfangs fiel es mir schwer, eine Routine zu entwickeln. Es hat immer so lange gedauert, bis wir endlich bereit waren, das Haus zu verlassen. Und mit lange meine ich ungefähr eine Stunde und 45 Minuten, bis wir fertig waren. Und ist man dann fertig, ist man auch schon erschöpft.

Alle lernen gemeinsam

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Die schwangere Rose mit Söhnchen Rocco im Oktober 2017.

Während ich für "Bad Neighbors 2" vor der Kamera stand, lernte Rocco gerade laufen. Da ich jetzt selbst ein Kind hatte, gab es viele Dinge im Film, zu denen ich dadurch eine ganz andere Verbindung hatte. Fürs Filmemachen ist es entscheidend, sich gut in das echte Leben einfühlen zu können, aber das kann man nicht immer erzwingen, wenn die Zeit noch nicht reif ist.

Wenn ich mich als zweifache Mutter heute und als frisch gebackene Mutter damals sehe, ist das ein absolut anderes Bild. Genau das hat mir aber immer gefallen: Dass wir selbst als Erwachsene noch komplett Neues – wie das Elternsein – lernen können. Wenn die Kinder noch so klein sind, fühlt es sich an, als würden alle gemeinsam lernen und in ihre Rollen schlüpfen.

Gewöhnungssache

Müdigkeit war ein riesen Thema für mich. Ist es eigentlich immer noch. Du bist einfach immer müde. Doch man kann sich tatsächlich daran gewöhnen und die Erfahrungen mit den Kindern jeden Tag ein wenig mehr genießen.

Auf das Elternsein kann man sich nicht vorbereiten

Bobby ist ein großartiger Vater. Er hat schon einen erwachsenen Sohn, daher kennt er sich bestens aus. Am Anfang hatte ich das Gefühl, alles von ihm zu lernen. Ich war so froh, dass er schon Erfahrung hatte, denn ich fühlte mich komplett unvorbereitet. Ich hatte zwar immer das Gefühl, es schon irgendwie zu schaffen, aber nichts in der Welt kann dich aufs Elternsein vorbereiten, bis du tatsächlich in der Rolle bist. Ich hatte alle möglichen Bücher gelesen, mich mit diversen Menschen unterhalten und dachte, ich wäre gut vorbereitet. Doch das war ich nicht ansatzweise. Es bleibt einem einfach nichts anderes übrig, als jeden Tag so zu nehmen, wie er kommt. Jeden Tag musst du Neues lernen, aber genau das ist das Schöne daran.

Zu sehen, wie sich Kinder entwickeln, ist wundervoll

Es ist wundervoll zu sehen, wie Kinder sich entwickeln. Es gibt so viele kleine Momente, in denen du Zeuge wirst, wie aus diesen kleinen Wesen schlaue, witzige und charismatische Persönlichkeiten werden.

Ein Freund von mir brachte seinen Kindern Manieren bei. Eines Tages bekam er das erste Mal Eis von ihnen. Den ganzen Weg nach Hause sagte er: "Bitte!" und wusste genau, dass er mit diesem Wort alles erreichen könnte, was er wollte.

Man hat immer einen starken Einfluss auf seine Kinder. Ich liebe es, ihnen in Australien meine Heimat zu zeigen. Sie sollen sehen, was mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich bin. Das finde ich wichtig und darauf bin ich sehr stolz.

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Rose Byrne 2018 in "Peter Hase".

Mama in Filmen sehen

"Peter Hase" haben wir in Australien gedreht. Sogar in meiner Heimatstadt Sydney. Das war natürlich die perfekte Ausrede für meine Familie, die Zelte abzubrechen, um dort den Sommer zu verbringen. Und der war unwahrscheinlich heiß.

Es ist ein großer Ansporn für mich, Filme zu machen, die meine Kinder eines Tages sehen können. Wenn ich daran denke, dass sie ihre Mutter dabei beobachten, wie sie mit Hasen oder mit Fabelwesen umherrennt, bekomme ich Gänsehaut. Ich genieße es, diesen Zauber in ihr Leben zu bringen.

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