Von "Sex and the City" zu Sex and the Family

Sarah Jessica Parker: "Kinder sind sehr sensibel"

Zugegebenermaßen: Im Alter von 53 Jahren dürfte die Arbeit inzwischen ruhig etwas in den Hintergrund getreten sein. Doch mit Mode, Parfum, Produktion und Schauspielerei widerlegt die dreifache Mutter Sarah Jessica Parker den Mythos, dass Frauen über 40 nicht im Showbiz überleben.

Ihr größter Erfolg ist sicher nicht das Überleben im Showbiz, das ihr Reichtum gebracht hat, sondern ihre drei Kinder James (*2002), Tabitha und Marion (*2009 durch eine Leihmutter). Beeindruckend, wie diese atemberaubende Schauspielerin ihre athletische Figur und ihr Stilbewusstsein beibehält und gleichzeitig noch Zeit für ihren Mann Matthew Broderick hat, mit dem sie seit 20 Jahren zusammen ist.

In Wahrheit sind es ihre Kinder, die sie bei klarem Verstand halten: "Ich bin eine berufstätige Mutter, die seit langer Zeit verheiratet ist, und meine Kinder halten mich immer auf Trab."

Sarah Jessica Parker: Ich bin in einer großen Familie aufgewachsen. Kinder zu haben und die stabile Beziehung mit meinem Mann geben mir Kraft und sorgen dafür, dass ich mich gut fühle. Und das ist das Wichtigste für mich: Meine Kinder machen mir so viel Freude – sie sind das Geschenk meines Lebens!

Natürlich haben wir auch holperige Zeiten erlebt – wie die meisten Paare. Jahrelang haben wir probiert, ein zweites Kind zu bekommen. Als uns dieser Wunsch letztendlich gleich doppelt duch eine Leihmutter erfüllt wurde, schien damit viel Frustration, die unter der Oberfläche brodelte, begraben zu sein. Manchmal realisiert man in Beziehungen nicht, welche Schäden angerichtet werden, bis man ein Thema endlich loslässt.

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Als Individuum fällt es mir oft nicht leicht, alle Teile meines Lebens auszubalancieren. Aber ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich über ihre Probleme beschweren. Ich bin mir völlig bewusst darüber, dass ich es leichter habe als berufstätige Mütter, die fünf Tage die Woche im Büro verbringen und oft noch Überstunden machen müssen. Ich kann mir meine Projekte aussuchen und bin oft längere Zeit zu Hause. Das ist ein Luxus, den nicht viele Frauen haben, wenn es um ihre Kinder und das Familienleben geht.

Ich bin froh, meinen Kindern eine Routine vorzuleben, abends zu kochen und sie ins Bett zu bringen. Das gleicht die Zeiten aus, wenn ich nicht zu Hause sein kann, weil ich arbeite. Aus meiner Sicht ist das Elternsein ein Geben und Nehmen. Manchmal wächst du über dich hinaus und widmest jede einzelne Minute den Kindern und manchmal geht das einfach nicht und man fühlt sich ausgelaugt. Die Wahrheit liegt sicher irgendwo dazwischen.

Die Atmosphäre zu Hause hat direkten Einfluss auf die Kinder

Viele Leute kennen mich durch "Sex and the City", aber meine Rolle in "Divorce" war für mich viel tiefgreifender. Als Mutter empfinde ich Sharon Horgans (Autor der Serie) scharfsinnige und geistreiche Beobachtungen der Ehe-Dynamik sehr faszinierend. Und natürlich fällt es mir ziemlich leicht, eine Mutter zu spielen. Es hat mir aber auch gezeigt, wie sensibel Kinder auf die Atmosphäre, die zu Hause vorherrscht, reagieren. Wenn etwas nicht stimmt, hat das direkten Einfluss auf die Kinder. Daher ist es auch so schwierig, mit Kindern über eine bevorstehende Trennung zu sprechen. Das habe ich selbst erfahren, als ich sehr jung war.

Inzwischen habe ich aber zu einer sachlichen Einstellung gegenüber meiner Vergangenheit gefunden. Ohne Verbitterung haben mir meine Lebenserfahrungen geholfen, mich weiterzuentwickeln. Ich glaube, zu einem gewissen Zeitpunkt ist es notwendig, uns von unserer Vergangenheit zu befreien, um vorwärtszukommen. Man kann nicht in den Verletzungen der Vergangenheit stecken bleiben, das würde uns zerstören.

Abgesehen von der Kindererziehung ist es wichtig, Mann und Frau zu bleiben. Meine Antwort darauf ist die Gleiche wie immer: Das Geheimnis ist, unsere Beziehung für uns zu behalten. Wir sprechen nicht darüber, denn sie gehört nur uns. Doch wir mussten, wie alle anderen, daran arbeiten. Und das Entscheidende: Es lohnt sich immer, in die Beziehung zu investieren.

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