Ein Zwillingsvater berichtet

Stephen Dürr: "Liebe Mamis, traut euren Männern mehr zu!"

Stephen Dürr, Schauspieler und Vater von Zwillingen, fragt sich, warum frischgebackene Papas eigentlich schief angeguckt werden, wenn sie allein auf den Nachwuchs aufpassen. Ein Plädoyer für Mütter, auch mal loszulassen.

Stephen Dürr – zur Person

Der Schauspieler Stephen Dürr wurde am 27. Juli 1974 in Hamburg geboren. Sein Debut gab er in der RTL-Serie "Unter uns". Seit 2009 ist er mit Katharina verheiratet, mit der er die Zwillinge Lilly-Marleen und Amelie-Sophie hat. Die Mädchen sind im August 2010 geboren.

Frühjahr 2011

Stephen Dürr über seine Rolle in der Familie:

Neulich hat meine Frau Katharina für ein paar Tage Freunde besucht. Allein. Ich habe unsere Zwillinge gehütet – für uns nichts Besonderes. Von einigen Eltern ernteten wir auf mein zweitägiges Babysitter-Solo allerdings verständnislose Blicke, und meine Frau sah sich mit der Frage konfrontiert: "Wie kannst du zwei Tage wegfahren und deinen Mann alleine auf die Kinder aufpassen lassen?"
Wir waren verblüfft. Schließlich ist es für uns ganz normal, dass jeder auch mal seiner Wege geht. Wenn Katharina beispielsweise nicht nur Rückbildungsgymnastik machen will, sondern darüber hinaus auch noch einem Hobby nachgehen möchte, macht sie das. Und ich passe auf die Kinder auf. Wo ist das Problem? Frischgebackene Väter können das!

"Mann kommt nicht als Vater auf die Welt, sondern wächst in diese Rolle hinein. "

Deshalb, liebe Mamis: Ihr dürft euren Männern das ruhig zutrauen! Wenn sie die Kinder in eurem Beisein "handeln" können, dann können sie das auch ohne euch. Den Kleinen wird es nichts ausmachen. Sie freuen sich umso mehr, wenn ihre ausgeglichene Mutter wieder nach Hause kommt. Aber vielleicht strahlen die Väter ja auch Unsicherheit aus und fordern den Schutzinstinkt der Mutter geradezu heraus. Dann sei den Papas gesagt: Traut euch! Mann kommt nicht als Vater auf die Welt, sondern wächst in diese Rolle hinein. Genauso wie die Mutter.

Meine Frau und ich wechseln uns ab

Katharina und ich arrangieren und sehr gut. Wir wechseln uns z. B. mit den Nachtschichten ab, managen den Haushalt gemeinsam und gönnen dem anderen, auch zum Sport zu gehen oder sich spontan mit Freunden zu treffen.  Jetzt mag man vielleicht denken "Toll, ihr seid ja super." Aber mal ehrlich: Das sollte doch normal sein, oder? Meine jüngtse Erfahrung aber ist, dass bei einigen Paaren mit der Geburt eines Kindes plötzlich viel Lockerheit, Selbstständigkeit oder sogar das Interesse am Partner ein Stück weit verloren geht, weil nur noch der Nachwuchs zählt. Der übrigens ganz schön schnell wächst.

Amelie-Sophie und Lilly-Marleen entdecken jeden Tag etwas Neues

Ich kann es kaum erwarten, dass sie anfangen zu krabbeln. Dass sie mit ihren kleinen Patschehändchen nach allem greifen, was nicht niet- und nagelfest ist. Um meine geliebten Lautsprecher in Sicherheit zu bringen, habe ich schon begonnen, einen mobilen Schutzwall zu bauen. Doch selbst, wenn die Dinger Schaden nehmen: Was soll's? Ist ja nicht so wichtig. Wie es weiter geht nach den eineinhalb Jahre zu Hause? Dann werden Katharina und ich uns abstimmen, wer den Kindern auf die Finger schaut.

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