Promi-Interview

Wolke Hegenbarth: "Wir sprechen kaum darüber, dass auch Mütter eigene Bedürfnisse haben dürfen"

Wolke Hegenbarth erzählt uns im Interview von den Höhen und Tiefen des Mutterseins und über die Fähigkeit ihres Sohnes, sie ins Hier und Jetzt zu holen.

Wolke Hegenbarth – zur Person

Wolke Hegenbarth (geboren 1980) ist eine deutsche Schauspielerin, die vor allem durch die Rolle der Alexandra "Alex" Degenhardt in der Fernsehserie "Mein Leben & Ich" bekannt ist. Mit ihrem Lebensgefährten Oliver Vaid hat sie einen Sohn: Avi wurde im September 2019 geboren. Wolke Hegenbarth lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Mai 2021

Was ist die größte Herausforderung für dich als Mama?

Für mich war die Umstellung von einem komplett selbstbestimmten Leben aufs Muttersein eine große Herausforderung. Das war ein krasser Umschwung, auf den ich mich nicht vorbereiten konnte. Da ist auf einmal dieser kleine Mensch, und alles dreht sich um ihn. Daran musste ich mich erst mal gewöhnen. Die Aufopferung, die von Müttern erbracht wird, finde ich einfach enorm. 

Was war die anstrengendste Phase, seitdem du ein Kind hast?

Definitiv das erste Jahr. Der Schlafentzug war eine Tortur, für mich und Oli. Mittlerweile schläft Avi durch. Die Erleichterung, die das bringt, ist unglaublich. Ich bin rückblickend erstaunt darüber, wie wir das gemeistert haben, auch wenn’s extrem anstrengend war. 

Welche Eigenschaften hat dein Sohn definitiv von dir geerbt?

Avi ist ein Sonnenschein-Kind, hat gerne viele Leute um sich, je mehr, desto besser (lacht). So bin ich auch. Und genau wie seine Eltern ist er gerne unterwegs. Als wir in Kapstadt am Flughafen angekommen sind, hat er sich gar nicht mehr eingekriegt. (Anm. der Redaktion: Im Frühjahr 2021 reiste die Familie nach Südafrika).

Was macht ihr am allerliebsten zusammen?

Im Moment sind Bagger ganz angesagt. Bei jeder Baustelle wird Halt gemacht, das ist schon witzig zu beobachten. Weil Avi alles zum ersten Mal erlebt, entdecke auch ich alltägliche Dinge für mich neu. Wir lesen auch gemeinsam viel. Im Moment ist "Kuckuck!" sein Favorit. 

Was hast du von deinem Sohn gelernt?

Ein Kind hat die einzigartige Fähigkeit, einen ins Hier und Jetzt zu holen. Gerade in dieser turbulenten Zeit habe ich es als hilfreich empfunden, mich auf den Moment zu besinnen und weniger Zeit am Handy zu verbringen. Ein Kind reißt einen völlig aus dem Zukunftsdenken raus, das ist schon befreiend. Daneben ist das größte Geschenk, wie ein Kind die Generationen zusammenbringen kann. Nicht nur Oli, Avi und ich sind eine Familie, wir sind alle näher zusammengerückt. Wenn ich Großeltern, Oli und Avi gemeinsam beim Spielen beobachte und sehe wie viel Liebe da ist, das empfinde ich als großes Glück.

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Was hättest du gerne gewusst, bevor du Mutter wurdest?

Ein Kind zu haben ist eine immens große Verantwortung, das war uns auch vor Avis Geburt völlig klar. Mir fehlt aber dazu im Moment noch der differenzierte Diskurs über das Elterndasein. Gerade bei Müttern sprechen wir gerne über die guten Seiten, über das, was gerne auf Instagram gepostet wird. Aber wir sprechen kaum darüber, dass auch Mütter eigene Bedürfnisse haben dürfen. Darüber, dass es nach den Höhen auch Tiefen gibt und dass das völlig okay ist. Man bekommt viel, gibt aber auch viel und nicht immer steht das in einem ausgewogenen Verhältnis. 

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