18. Januar 2018

Das könnt ihr tun

Gegen Hasskommentare im Netz

Das könnt ihr tun
© Jakkrit Orrasri/Shutterstock.com

Hasskommentare im Netz nehmen zu, sei’s auf Facebook, Youtube, Instagram oder Twitter. Was ihr dagegen tun könnt und wo ihr Hilfe findet, wenn es euch trifft.

Der Ton im Internet ist rauh, das erfahren auch Elternblogger immer wieder. Viele Menschen scheuen – teils politisch motiviert – nicht mehr vor schlimmsten Beleidigungen, Beschimpfungen und Drohungen zurück. Aber genauso, wie im echten Leben ab und zu Zivilcourage gefragt ist, gilt auch bei Hasskommentaren im Internet: Wegschauen gilt nicht!

Der Journalist Richard Gutjahr muss selbst mit Hass und Drohungen gegen ihn und seine Familie leben (hier mehr dazu). Seine Tipps für den Umgang mit Hetze und Hasskommentaren im Netz:

Nicht wegschauen!

  • Hass-Urheber anzeigen! Strafanzeigen kann man über Online-Wachen bequem von zu Hause aus erstatten. Das ist mit ein paar Klicks erledigt – der ganze Vorgang dauert keine 10 Minuten.
  • Screenshots machen – aber richtig: Um Polizei und Staatsanwaltschaft die Arbeit zu erleichtern, unbedingt die folgenden Punkte beachten:
  • Rechtschutzversicherung abschließen. Gerade Zivilverfahren dauern lange und verschlingen unfassbar viel Geld.
  • Fachanwälte suchen. In den etwas heftigeren Auseinandersetzungen haben es mir meine Gegner leicht gemacht, weil sie Anwälte beschäftigten, die vom Internet (und manchmal auch vom deutschen Rechtssystem) wenig Ahnung hatten.
  • Professionelle Hilfe konsultieren. Gemeint sind Therapeuten, die einen über längere Zeit hinweg begleiten. Gerade wenn sich die Attacken über mehrere Monate hinweg ziehen, ist die Gefahr groß, sich mehr und mehr von der Umwelt zu isolieren und in eine Depression zu verfallen.
  • Nicht wegschauen! Wenn euch Hass im Netz begegnet, eilt dem Opfer zur Hilfe. Solidaritäsbekundungen im persönlichen Chat sind toll. Noch besser ist es, dem Opfer öffentlich, also für alle Welt sichtbar mit Counter Speech (also Gegenrede) zu helfen. Das spornt andere Unbeteiligte an, es euch gleichzutun.
  • Vernetzt euch! Es gibt tolle Initiativen und Einrichtungen für Opfer von Hate-Crime. Bewegungen wie #ichbinhier oder no-hate-speech.de haben auch mir in so manch schwerer Stunde geholfen.

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