Rückblick auf die Schulzeit

Beni Weber: "Ich wollte gemocht werden!"

Der Kinder- und Jugendmoderator Benedikt Weber über seine Gute-Laune-Gene, cleveres Lern- Management und leere Klopapierrollen.

Wir erreichen dich in deinem Wohnort in Tirol, das wegen der Corona-Krise unter Quarantäne steht. Als langjähriger Vorbastler der Nation in der Kunst- und Bastelshow "Art Attack" dürften dir die Beschäftigungsideen für deine beiden Kinder jetzt nicht so schnell ausgehen ...

Vollkommen richtig. Das Konzept der Sendung war, aus Alltagsgegenständen wie Cornflakes-Schachteln oder Milchtüten mithilfe von Schere, Farbe, Klebstoff und anderen Bastelutensilien originelle "Kunstwerke" zu schaffen. Unverzichtbar waren – ganz aktuell – leere Klopapierrollen.

Du bist Moderator, Schauspieler, Synchronsprecher, Produzent und Buchautor. Warst du schon als Kind so ein Hansdampf in allen Gassen?

Eigentlich nicht. Ich war auch nie in einer Theatergruppe oder so. Aber ich war von klein auf jemand, der um sich herum für gute Laune gesorgt hat. Aber ich hab mich nicht zum Affen gemacht, um Aufmerksamkeit und Lacher auf meiner Seite zu haben.

Also kein Klassenclown, der seine schlechten Schulleistungen kompensiert?

Ich war immer ein "Gut genug"- Schüler. In der Grundschule ging alles glatt. Ich wechselte dann aufs Käthe-Kollwitz, ein neusprachliches Gymnasium in München, wo auch meine viereinhalb Jahre ältere Schwester war. Französisch war meine erste Fremdsprache, das war mir sympathischer als Latein. Ich habe ziemlich früh meine Taktik entwickelt: Im Unterricht aufpassen, dann brauche ich zu Hause nichts nachzulernen und nicht mehr als nötig von meiner Freizeit abzugeben.

Was hast du denn in deiner Freizeit so Wertvolles gemacht?

Ich habe so gut wie jede freie Minute auf dem Tennisplatz verbracht. Beim TC Blutenburg habe ich in der Mannschaft gespielt, bis zu den Bayerischen Meisterschaften. Jedoch habe ich mich nicht zu Höherem berufen oder befähigt gefühlt. Tennis hat mir einfach einen Riesenspaß gemacht. Die Hausaufgaben habe ich meistens im Bus auf dem Schulweg gemacht.

Und die Rechnung mit dem Aufpassen im Unterricht ist reibungslos aufgegangen?

Erstaunlicherweise ja. Ich konnte gut einschätzen, welchen Aufwand ich betreiben muss, um nicht in die Noten-Gefahrenzone zu geraten. Das funktionierte zu meinem eigenen Erstaunen in allen Fächern gleich gut. Da ich weder ausgesprochene Stärken noch Schwächen hatte, wählte ich beispielsweise Leistungskurs Erdkunde wegen des coolen Lehrers.

Hast du dich im Schülerbetrieb hervorgetan, etwa als Klassensprecher?

Dazu hatte ich keinen Ehrgeiz. Doch bei meinem allgemeinen Harmoniebedürfnis versuchte ich immer, zum guten Klassenklima beizutragen. Ich war eher der Schlichter als der Leader. Zugegeben war mir immer wichtig, von meinen Mitschülern gemocht zu werden.

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Als es aufs Abi zuging: Ging dein Berufswunsch schon in Richtung Moderation, Film und Fernsehen?

Überhaupt nicht. Mein Abi-Notenschnitt von 2,1 reichte aus für ein Jurastudium, das ich dann auch begann. Doch ich merkte schnell, dass ich für das Fach keinerlei Leidenschaft entwickeln konnte. Jura war mir zu trocken, zu wenig lebendig. Ich hatte bereits mit einem Abbruch geliebäugelt, als eine Kommilitonin mich bat, sie zu einem Casting zu begleiten. Am Anfang war noch alles ganz geheim, später hat sich dann rausgestellt, dass es um den "Disney Club" in der ARD ging. Es gab 6 000 Bewerber - und mich. Und weil ich wahrscheinlich weder vorbereitet noch aufgeregt war, wurde ich am Ende ausgewählt.

Das war der Beginn einer steilen Karriere als "Mister Disney". Wusstest du vorher, dass du so gut mit Kindern kannst?

Mit einer zwölf Jahre jüngeren Schwester hatte ich schon mal das ideale "Testkind". Ja, ich mag Kinder, ich liebe ihre Begeisterungsfähigkeit, ihre Ehrlichkeit und Unverstelltheit. Die Interaktion mit Kinderkandidaten macht mir einen Riesenspaß, wobei ich immer alles darangesetzt habe, dass sich die Kids in meiner Umgebung wohlfühlen. Ich glaube, die Kinder merken, dass ich sie ernst nehme und ihnen den netten Beni nicht vorgaukle. Verarschen lassen sie sich nicht.

Autorin: Brigitte von Imhof

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