Mit neuer Motivation durchstarten

Halbjahreszeugnis verbessern: Tipps für den Endspurt

Das zweite Schulhalbjahr ist im Gang, und viele Schüler ahnen: Das könnte knapp werden mit den eigenen Zielen. Aber keine Sorge, dank dieser Tipps und Tricks gelingt die Aufholjagd bis zum Schuljahresende.

Eine Vier in Mathe, eine Fünf in Deutsch und eine Vier in Englisch. Das Halbjahreszeugnis von Sechstklässler Elia P. aus Frankfurt war nicht gerade eine Glanzleistung. Die Eltern machen sich Sorgen. Kein Wunder, denn der Junge war bislang ein guter Schüler. Was ist passiert zwischen dem Ende der Sommerferien und dem Winter? Jetzt ist erst einmal wichtig, dass alle Ruhe bewahren. Und was ihr auf alle Fälle vermeiden solltet: Vorwürfe an das Kind. Besser ist: eine Strategie zu entwickeln, wie es im zweiten Halbjahr besser wird.

Was sagen Zwischennoten aus?

Das Zeugnis oder der Notenbericht zum Halbjahr ist lediglich eine Zwischenbilanz – für das Kind, für die Eltern, für die Lehrer. Jetzt ist noch genug Zeit, um das Ruder herumzureißen. Sind die Noten nicht wie gewünscht ausgefallen, versucht zunächst he­rauszufinden, was die Ursachen dafür sind. Sucht auch das Gespräch mit der Klassenlehrkraft und entscheidet dann, welche Hilfe euer Kind braucht. 

Verbesserungen wertschätzen

Nach dem Zeugnis ist es wichtig, die weitere Entwicklung zu betrachten: Jede Verbesserung zum Zeugnis und zu den vorhergehenden Noten sollte gelobt werden. Das gilt vor allem dann, wenn das Kind sich angestrengt hat: Das motiviert, sich weiter Mühe zu geben.

Schlechte Noten besprechen

Auch wenn Verbesserungen ausbleiben, sollten schlechte Noten nie ein Grund für eine Strafe sein. Vielmehr sollten Eltern und Kind in Ruhe das betreffende Fach analysieren:

  • Welche Noten hatte das Kind in den bisherigen Arbeiten? 
  • Wie schätzt der Lehrer oder die Lehrerin die mündliche Leistung ein, was meint das Kind zu seinen mündlichen Beiträgen?
  • Gab es andere Leistungsnachweise wie etwa Referate, und wie sind diese ausgefallen?

Überlegt gemeinsam, ­welche Gründe die Probleme ­haben könnten

Schlechte Noten fallen nicht einfach so vom Himmel. Es gibt meist konkrete Ursachen, warum eine Note anders ausfällt als erhofft. Es ist wichtig, dass Eltern mit ihren Kindern ins Gespräch kommen und versuchen zu ermitteln, was die Gründe sein können. Hier ein paar Beispiele: 

  • Über- oder Unterforderung
  • Fehlendes Interesse
  • Familiäre Probleme
  • Mobbing in der Schule
  • Probleme mit einem Lehrer
  • Prüfungsangst
  • Schlafmangel
  • Unterrichtsausfall
  • Fehlendes Selbstbewusstsein in einem Fach

Nur wenn die Ursachen für schlechte Noten analysiert wurden, können Schülerinnen und Schüler im zweiten Halbjahr motiviert weitermachen und durchstarten. Motivation kann nur dann entstehen, wenn man mit vollem Herzen und auch Willen dabei ist. Schulkinder sollten mit einem guten Gefühl in die nächsten Monate gehen. Eltern sollten deshalb mit ihren Kindern ins Gespräch kommen:

  • Wurden die Klassenarbeiten nicht genug vorbereitet?
  • Ist das Kind zu unsicher, um sich im Unterricht zu melden?
  • Fühlt sich das Kind falsch oder ungerecht bewertet?
  • War die Note in der Klassenarbeit nur ein Ausrutscher?
  • Liegt es an einem bestimmten Thema in einem "Problem"-Fach?
  • Oder findet das Kind keinen Zugang zu bestimmten Fächern?
  • Gibt es vielleicht Probleme mit Mitschülerinnen und Mitschülern oder mit einer Lehrkraft?

Nach einem klärenden Gespräch können Eltern auf die Probleme und Unsicherheiten des Kindes ein­gehen und unterstützen es in seiner Entwicklung. Auf dem Weg zu besseren Noten helfen gemeinsam erarbeitete Regeln und Grundsätze. Weiterhin ist es wichtig, dass sich sowohl die Kinder als auch die Eltern an diese Regeln halten.

Der nächste Schritt ist dann das Angebot von ­Hilfe. Wie diese Hilfe aussehen kann, ist ganz individuell: Können die Eltern selbst dem Kind bei den Hausaufgaben helfen? Oder ist es besser, wenn ein Nachhilfelehrer nach Hause kommt? Oder sollte man das Kind in einem Nachhilfeinstitut anmelden? 

Gemeinsam die nächsten Schritte und Lösungen besprechen

  • Wie kann eine optimale Vorbereitung für die nächste Klassenarbeit aussehen?
  • Wird Nachhilfe benötigt? Und wenn ja, welche?
  • Wie kann Schüchternheit oder Prüfungsangst bekämpft werden?

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Lernplan aufstellen, um das Halbjahreszeugnis zu verbessern

Ein detaillierter Lernplan hilft Kindern beim Zeitmanagement. Es ist wichtig, den Sohn oder die Tochter an der Entwicklung des Plans mitwirken zu lassen. So kann das Kind seine Defizite selbst einschätzen und lernen, die gegebene Zeit sinnvoll und effizient einzuteilen. Die Lerneinheiten pro Tag sollten nicht zu lang sein. Die Konzentration lässt sonst nach, und die Informationen werden schlechter verarbeitet. Es ist effizienter, beispielsweise 15 Minuten pro Tag Vokabeln zu üben als fünf Stunden am Stück.

Schritt für Schritt lernen

Setzt euch und eurem Kind immer realistische Ziele. Das ist motivierend und gibt dem Kind Selbstvertrauen. Also lieber Babysteps als Riesenschritte. Wenn die Ziele nämlich zu hoch gesteckt sind, ist die Gefahr groß, dass die Schülerin oder der Schüler schnell aufgibt. 

Eigenständigkeit fördern

Ziel sollte es immer sein, dass Kinder auch wirklich verstehen, was sie lernen. Wenn dies nicht so ist, sollten andere Wege gefunden werden. Das ­können andere Lerntechniken oder Hilfestellungen von Dritten sein. Nach einer ausführlichen Erklärung und einer gemeinsamen Übung ist die eigenständige Weiterarbeit von großer Bedeutung. So entwickelt Ihr Kind die Gewissheit, in der Lage zu sein, Aufgaben eigenständig zu lösen. Dieses Selbstvertrauen ist dann vor allem auch während der Klassenarbeiten wichtig.

Druck rausnehmen und loben

Setzt euer Kind bitte nicht unter Druck! Denn das bewirkt oft das Gegenteil. Kinder geben schneller auf und sind frustriert. Deshalb solltet ihr lieber zur Geheimwaffe "Lob" greifen. Denn wenn ihr kleine Erfolge und Verbesserungen anerkennt, steigt die Motivation, und euer Kind sieht, dass es selbst in der Lage ist, sich zu verbessern.

Autorin: Janine Klumper

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