Rückblick

Peinliche Erlebnisse in der Schule

Erinnert ihr euch noch, was wir in der Schule alles erlebt haben? Oje, war das manchmal peinlich ... Hier sind ein paar Geschichten, über die wir eigentlich lieber schweigen.

Maren:

Es war in der siebten oder achten Klasse, wir sollten nacheinander je eine Textpassage vorlesen. Als ich dann an der Reihe war, stand das Wort "Analphabeten" sehr ungünstig getrennt geschrieben auf zwei Seiten, nämlich: "Anal-" (eine Seite weiterblättern) "-phabeten". Dementsprechend habe ich es dann auch beim Lesen betont. Meine Klassenkameraden haben sich natürlich nicht mehr eingekriegt, während ich hochrot angelaufen bin. Die Geschichte musste ich mir anschließend noch sehr, sehr lange anhören.

Nina:

In der ersten oder zweiten Klasse musste ich während einer Stunde ganz dringend aufs Klo. Ich meldete mich und bat die Lehrerin, auf die Toilette gehen zu dürfen. Sie verwehrte es mir. Ich sollte mich bis nach der Stunde gedulden. Leider wurde mein Bedürfnis aber immer dringender. Als wir am Ende der Stunde unsere Hefte vorne bei der Lehrerin abgeben mussten, passierte es: Ich machte mir vor der gesamten Klasse in die Hose! Während sich am Boden eine Pfütze ausbreitete, wäre ich am liebsten im Erdboden versunken.

Stefan:

Erste Stunde Deutsch-Leistungskurs, Vorstellungsrunde und die Frage, warum wir uns für DEUTSCH als Leistungskurs entschieden haben. Ich, damals ziemlich cool, wollte Autor werden und war mir meiner Sache ziemlich sicher – Selbstbewusstsein hundert Prozent. Allerdings auch irgendwie nervös, wie man das so ist, wenn man in der Schulzeit sein cooles Auftreten bewahren und dann vor Menschen reden soll. Heraus kam: "Deutsch ist für mich mit meinem beruflichen Ziel sehr wichtig und leider das EINZIGSTE, was ich kann ..."

Lena:

Im Sportunterricht war ich immer die, die ständig gegen statt über den Bock gesprungen ist. Und vor dem Volleyball bin ich grundsätzlich ausgewichen, statt ihn anzunehmen. Wie schön es war, als ich in der Skifreizeit in der achten Klasse endlich dachte: "Aha, das ist also mein Sport!" Alles klappte prima, und ich bin schnell in den Fortgeschrittenenkurs aufgestiegen. Selbstbewusst bin ich mit dem Lift den großen Berg hochgefahren, um mich dort mit den anderen "Ski-Profis" zu sammeln. Als ich ankam, war das Gelächter aber groß und mein neu gewonnener Übermut schnell dahin: Ich hatte die Skischuhe falsch herum angezogen! Wie ich meinen linken Fuß in den rechten Schuh und andersherum gestopft bekommen habe, ist mir bis heute selbst ein Rätsel.

Svenja:

Ich habe in der elften Klasse das Gymnasium gewechselt. Die coolen Leute hingen in der Pause im sogenannten Raucherkäfig ab – einer Ecke auf dem Schulhof, wo man qualmen durfte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine einzige Kippe geraucht, wollte aber natürlich dazugehören. Also habe ich mir eine Kippe geschnorrt und das Ding mehr oder weniger auf Lunge durchgezogen. In der anschließenden Englischstunde setzte der Nikotin-Flash ein: Ich bekam erst Herzrasen, dann wurde mir kotzübel. Da ich natürlich kein Aufsehen erregen wollte, versuchte ich mir meinen Zustand nicht anmerken zu lassen. Das hatte zur Folge, dass ich in letzter Sekunde aus dem Klassenzimmer zur Toilette stürmen wollte. Das habe ich nur leider nicht mehr geschafft. Stattdessen habe ich vor versammelter Mannschaft in den Mülleimer gespuckt. So viel zum Thema: nicht auffallen wollen!

Magdalena:

Irgendwann Ende der 80er musste auch ich unbedingt eine Dauerwelle haben – diese großen, weich fallenden Locken, wie man sie aus der Werbung kannte. Also habe ich mein ganzes Geld gespart und bin zum Friseur gegangen, der mir aus meinen schönen langen Haaren diesen überdimensionalen, luftgetrockneten Krusselkopf kreierte. Nachdem ich den ganzen Abend geweint hatte, da das Ergebnis überhaupt nicht meiner Vorstellung entsprach, fasste ich wieder Mut und war bereit für meinen möglichst unauffälligen Auftritt in der Realität.

Am nächsten Tag Latein zur nullten Stunde, die Stunde vor der ersten mit Beginn um 7.27 Uhr, war ich wie so oft zu spät: Als ich die Klasse betrat, blieb es zunächst mucksmäuschenstill. Mit hochrotem Kopf unter meinem Wuschelkopf huschte ich zu meinem Platz, begleitet von einem nicht enden wollenden ohrenbetäubenden Lachanfall der übrigen Meute. Heute wäre das vielleicht schon Mobbing, damals war es einfach nur oberpeinlich.

Johannes:

Ich werde immer noch rot, wenn ich daran denke. Also, zehnte Klasse, Mathe-Klassenarbeit. Ich gehe nach vorn zum Pult, um den Lehrer etwas zu fragen. Im Mund hatte ich verbotenerweise einen Kaugummi – aber wird schon keiner merken, denke ich. Am Pult dann: Flüster, flüster – plopp! – fällt mir der Kaugummi aus dem Mund und direkt auf das Mathebuch meines Lehrers. Er ließ sich zum Glück leicht vom Mathebuch ablösen und landete im Mülleimer. Aber das war mir so schrecklich peinlich!

Silke:

Ich hatte diese neuen Overknee-Stiefel aus Jeansstoff mit Blockabsatz, die in den 90ern mega-angesagt waren und in denen ich mich superhot fühlte. Muss so mit 16 oder 17 Jahren gewesen sein, auf jeden Fall in der Oberstufe, und ich habe die Stiefel lässig zum Minirock und zur karierten Strumpfhose kombiniert (was für ein modisches Desaster, egal wo – aber ZUR SCHULE?! Na ja ...).

Jedenfalls habe ich es natürlich geschafft, mich im Physikunterricht auf dem Weg zur Tafel, als ich etwas anschreiben sollte, in meinen geilen Stiefeln vor der gesamten Klasse voll auf die Schnauze zu legen, weil ich kaum mit ihnen gehen konnte. So gesehen: Ich bin schon scheiße gelaufen, lange bevor es "Germany’s next Topmodel" gab. Die Stiefel hatte ich danach noch lange im Schrank, außer zum Fasching habe ich sie aber nie wieder angezogen.

Markus, Lehrer an einer Berufsschule:

Wenn wir ein dröges Thema durchnehmen, spiele ich zwischendurch gerne mal ein Auflockerungsspielchen, um die Klasse wieder in Schwung zu bringen. Bei diesem Spiel darf ein Schüler dem anderen sagen, was er machen soll. Sebastian sollte ein Toast sein und so hoch springen, wie er kann. Tat er auch – und dabei furzte er so laut, dass die komplette Klasse anschließend grölend auf dem Boden lag. Ich auch. Zum Glück war die Klassengemeinschaft so gut, dass es danach kein Hänseln oder Ähnliches gab.

Martina:

Kurz vorm Abi hatte ich einen Auffahrunfall und musste eine Halskrause tragen. So richtig gut sah ich mit dem Teil nicht aus. Und da der Abiball näher rückte, hatte ich die grandiose Idee, zumindest meinen fahlen Teint mit ein wenig Selbstbräuner zu pimpen. Natürlich habe ich die Creme aufgetragen, während ich die Halskrause umgebunden hatte. Und natürlich musste ich die Halskrause während des Abiballs dann nicht mehr tragen. Mein Gesicht hatte also den Glow einer sexy Latina, während mein Hals kreideweiß geblieben war. Mein Abiball-Outfit ergänzte ich dann also um einen paillettenbesetzten Schal – natürlich nur, weil ich angeblich ein leichtes Halskratzen verspürte und keine Erkältung riskieren wollte ...

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