Hinweise zur Ernährung

Schadet Alkohol im Essen in der Schwangerschaft?

In vielen Lebensmitteln sind Alkohol oder sogenannte Alkoholstoffe enthalten. Auch in solchen, bei denen wir vielleicht nicht davon ausgehen. Wir sprechen mit einer Ernährungsexpertin darüber, wie gefährlich versteckter Alkohol im Essen für Schwangere ist …

Dass besonders während der Schwangerschaft eine gesunde und ausgewogene Ernährung angestrebt werden sollte, ist allgemein bekannt. Auch, dass Trinkalkohol für werdende Mamas strikt tabu ist. Was ist aber mit sogenannten Alkoholstoffen, die sich in den Zutatenlisten vieler Lebensmittel verstecken, die auf den ersten Blick nichts mit Alkohol zu tun haben? Wir haben mit einer Expertin darüber gesprochen, ob der Verzehr solcher Alkoholstoffe in der Schwangerschaft dem Ungeborenen schaden kann …

Versteckter Alkohol in Lebensmitteln

Werdende Mütter haben bei der Ernährung einiges zu beachten. Deshalb fällt der Blick beim Einkaufen nicht selten zuerst auf die Zutatenliste. Durch das geschärfte Bewusstsein für die Zusammensetzung von Lebensmitteln fallen dabei auch Produkte auf, die überraschenderweise Alkohol oder bestimmte Alkoholstoffe enthalten.

In Backwaren kann beispielsweise Ethanol enthalten sein, in Smoothies und Säften wird teilweise angegeben, es seien mehrwertige Alkohole enthalten. Aber worum handelt es sich bei diesen Inhaltsstoffen und bedeuten sie automatisch eine Gefahr für das Ungeborene?

Das sagt unsere Expertin:

"Wenn wir von Alkohol sprechen, ist damit meist Ethanol gemeint. Generell gibt es nämlich weitaus mehr Alkoholstoffe, die sich (aus chemischer Sicht) durch Kohlenwasserstoffe und einer oder mehreren Hydroxygruppen zusammensetzen. Ethanol ist eine farblose Flüssigkeit, die durch Fermentations- oder Destillationsprozesse entsteht. 

Auf der anderen Seite gibt es noch die Zuckeralkohole und mehrwertige Alkohole, welche aufgrund des Namens zu Verunsicherung führen könnten. Zuckeralkohole, sind aber lediglich Zuckeraustauschstoffe, wie z.B. Sorbit, Xylit oder Erythrit. Diese haben nichts mit der Wirkung von Ethanol gemeinsam."

Versteckter Alkohol in Säften während der Schwangerschaft

Bei der Herstellung von Obstsäften können geringe Mengen an Alkohol entstehen, die sich aus der Gärung ergeben. Problematisch soll dies aufgrund der minimalen Menge jedoch auch in der Schwangerschaft nicht sein.

Der Begriff mehrwertige Alkohole beschreibt dagegen also keinesfalls das, was wir unter Trinkalkohol verstehen. Vielmehr handelt es sich hier um Zuckeralkohole, die zum kalorienarmen Süßen genutzt werden. Sie gehören der Gruppe der Kohlenhydrate an. Ein Beispiel dafür ist Xylit, das als Süßungsmittel und Alternative zu Zucker zunehmend beliebt wird. Auch dies ist also für Schwangere unbedenklich

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Backwaren mit Alkohol in der Schwangerschaft

Im Prozess der Fermentation – im Speziellen der Gärung – von stärke- oder zuckerhaltigen Stoffen durch Hefe, entsteht natürlicher Alkohol. So kommt es, dass neben Obstsäften auch häufig Fertiggerichte und vorgefertigte Backwaren Alkoholstoffe (z.B. Ethanol) enthalten.  

Ethanol wird außerdem gerne als Konservierungsmittel genutzt. Doch auch hier ist der Gehalt so gering, dass er nicht besorgniserregend ist. Auch neutralisiert sich der Alkoholstoff beinahe gänzlich beim Erhitzen – zum Beispiel beim Backen des Brotes.

Wo ist überall versteckter Alkohol drin?

Wir zählen hier nur einige der Produkte auf, in denen Alkohol ein Bestandteil sein kann. Da die Liste nicht vollständig ist, empfehlen wir zusätzlich immer einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen. Genauer hinschauen solltet ihr bei:

  • vorgefertigten Soßen
  • Suppen
  • vorgefertigtem Rotkohl
  • vorgefertigten Fisch- und Fleischgerichten (z.B. Hühnerfrikassee)
  • Kuchen- und Backwaren

Darf ich mit Alkohol kochen in der Schwangerschaft?

Grundsätzlich wird dazu geraten, jeglichen Trinkalkohol zu meiden. Das gilt auch für das Glas Rot- oder Weißwein, dass das Lieblingsgericht vielleicht zuvor immer verfeinert hat.

Allgemein gilt: Wann der Alkohol gänzlich verkocht, hängt von der Menge ab, die dem Gericht beigefügt wird. Wer selber kocht, weiß zwar was drin ist, sollte aber dennoch darauf verzichten.

Auch im Restaurant gilt: Fragt vorsichtshalber nach, ob euer Gericht mit Alkohol zubereitet wird. Wenn nicht, könnt ihr euer Essen ganz beruhigt genießen.

Fazit

Alle Lebensmittel, die tatsächlich Trinkalkohol enthalten – so zum Beispiel Schnapspralinen – sollten in der Schwangerschaft vermieden werden. Produkte, die dagegen nur geringe Spuren sogenannter Alkoholstoffe wie Ethanol enthalten, wie beispielsweise Brot und Säfte, sind für werdende Mamas gänzlich unbedenklich. Wer sicher sein möchte, dass im Essen kein versteckter Alkohol enthalten ist, bereitet sich das Essen (wenn möglich) selber zu.

Autorin: Laura Wohlmuth

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Unsere Expertin für Ernährung

Misava Macamo ist examinierte Diätassistentin (B.Sc. Diätetik), Frauen-Coach und Autorin des Buches Blooming Mom*. Sie ist außerdem im Leitungsteam des Richtig Essen-Instituts.

Mehr Infos unter: richtig-essen-
institut.de oder misava-macamo.de

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