Hinweise zur Ernährung

Datteln in der Schwangerschaft: Erleichtern sie die Geburt?

Laut vielen Erfahrungsberichten kann der Verzehr von Datteln die Geburt erleichtern. Auch Studien bestätigen das. Wir klären auf, was die süße Frucht ausmacht und welche positiven Effekte sie in der Schwangerschaft wirklich mitbringt …

Generell werden Datteln als sehr gesund beschrieben. Das liegt daran, dass die Wüstenfrucht reich an Vitaminen und Mineralien ist: Sie enthält wichtige Spurenelemente, wie Jod, Eisen und Zink. Sie ist reich an Vitamin C und Ballaststoffen und enthält darüber hinaus Kalium und Magnesium. Damit deckt sie so ziemlich alle Vitamine für Schwangere ab, die werdende Mamas besonders brauchen. Die Dattel ist also ein echtes Powerfood für Schwangere – aber erleichtert sie tatsächlich auch die Geburt?

Welche Vorteile haben Datteln für Schwangere?

 

"Durch das enthaltene Tryptophan (eine Aminosäure) können Datteln zu einem besseren Schlaf verhelfen. Außerdem enthalten sie (u.a.) reichlich Magnesium, was unsere Nerven und Muskeln unterstützt. Auch der Eisenbedarf, welcher in einer Schwangerschaft erhöht ist, kann durch den Verzehr von Datteln etwas leichter gedeckt werden. Und zusätzlich unterstützen die enthaltenen Ballaststoffe unsere Darmgesundheit. Deshalb, und aufgrund des Zuckergehalts, aber bitte in Maßen verzehren."

Datteln sind in der Schwangerschaft erlaubt

Datteln sind in der Schwangerschaft also nicht nur erlaubt, sie sind sogar eine richtig gute Alternative zu Süßigkeiten. Das Einzige worauf ihr achten solltet, ist die Menge. Dass Datteln reich an Ballaststoffen sind, ist zwar erstmal gut, denn dadurch regen sie auch die Verdauung an. Zu große Mengen davon können jedoch zu Durchfall führen. Sechs Datteln pro Tag sind daher eine grobe Richtlinie, um keine unerwünschten Nebenwirkungen hervorzurufen.

Haben Datteln in der Schwangerschaft eine besondere Wirkung?

Werdende Mamas brauchen besonders viel Eisen, sogar ungefähr doppelt so viel, wie nicht schwangere Frauen. Da Datteln reich an Eisen sind, können sie helfen einer Eisenmangelanämie entgegenzuwirken. Außerdem können die in den Früchten enthaltenen Ballaststoffe Verstopfungen lindern. Dazu kommt, dass Datteln recht langsam verdaut werden und daher nicht zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels oder gar Schwangerschaftsdiabetes beitragen.

Dattelzucker kann deshalb auch gut als Ersatz für raffinierten Zucker eingesetzt werden. Er besteht aus getrockneten und fein gemahlenen Datteln, weshalb große Teile der gesunden Nährstoffe der Dattel erhalten bleiben. Plus: Er hat etwas weniger Kalorien.

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Datteln in der Schwangerschaft: Ab wann und wie viele?

Ihr dürft Datteln von Beginn der Schwangerschaft an ohne Bedenken essen. Einige Vorteile haben wir bereits besprochen. Trotzdem gilt der Rat, nicht mehr als sechs Datteln pro Tag zu essen und zu bedenken:

Datteln mögen zwar weniger Kalorien haben, als unser Haushaltszucker, dennoch sind die kleinen Früchte nicht ohne! 100 Gramm Datteln haben beinahe schon 300 Kalorien und eine Menge Kohlenhydrate.

Fördern Datteln in der Schwangerschaft Wehen?

Eine Studie fand heraus, dass der Konsum von Datteln einen deutlichen Einfluss auf den Geburtsverlauf haben kann. Angelegt wurde die Studie als ein Vergleich, bei dem 91 schwangere Frauen ab der 37. Schwangerschaftswoche täglich 70-76 g Datteln verzehrten. Die Kontrollgruppe umfasste ebenfalls 91 schwangere Frauen, die jedoch keine Datteln konsumierten.

Bei den Frauen, die Datteln in der Spätschwangerschaft zu sich nahmen, konnte festgestellt werden, dass die Wehen-Phase verkürzt war. Auch verringerte sich der Bedarf an Oxytocin, um die Wehen zu beschleunigen. 

Das Ergebnis einer weiteren wissenschaftlichen Untersuchung bestätigt, dass sechs Datteln pro Tag ab vier Wochen vor dem Geburtstermin die Wehen-Phase verkürzen, den Gebärmutterhals weicher machen und den Bedarf an Oxytocin verringern.

Hinweis: Da es sich bei diesen Aussagen um die Ergebnisse einzelner Studien handelt, sollten diese möglichen Effekte von Datteln in der Schwangerschaft vor allem als Hinweise, nicht als Garantie verstanden werden.

Im Überblick: Warum Datteln für die Geburt gut sind

Wer ab der 36. Schwangerschaftswoche täglich bis zu sechs Datteln isst, kann zusammengefasst auf folgende Vorteile für den Geburtsverlauf hoffen: 

  • intakte Fruchtblase
  • geringere Notwendigkeit für wehenfördernde Hormone wie Oxytocin
  • kürzere Latenzphase
  • kürzere Austreibungsphase
  • schnellere Nachgeburt
  • Reduktion postpartaler Blutungen

Es kommt dabei übrigens nicht darauf an, ob die Datteln frisch oder getrocknet sind. Die positiven Effekte bringen sie in beiden Fällen mit.

Fazit:

Datteln sind für werdende Mamas gesund. Sie versorgen euch nicht nur während der Schwangerschaft mit vielen Mineralien und Vitaminen, sie können auch zu einer leichteren und schnelleren Geburt verhelfen. Empfohlen sind dafür täglich um die 65 Gramm. Ausschlaggebend für den Einfluss auf den Geburtsverlauf ist insbesondere der Verzehr ab der 36. Schwangerschaftswoche.

Autorin: Laura Wohlmuth

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Unsere Expertin für Ernährung

Misava Macamo ist examinierte Diätassistentin (B.Sc. Diätetik), Frauen-Coach und Autorin des Buches Blooming Mom*. Sie ist außerdem im Leitungsteam des Richtig Essen-Instituts.

Mehr Infos unter: richtig-essen-
institut.de oder misava-macamo.de

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