Tipps zur Ernährung

Ist Leberwurst in der Schwangerschaft erlaubt?

Während der Schwangerschaft sind leider nicht alle Lebensmittel erlaubt. Bei einigen wissen werdende Mamas genau, dass sie sie nicht essen dürfen, bei anderen gestaltet sich diese Frage schwieriger. Wir haben mit einer Expertin gesprochen und gehen der Frage nach, wie es um Leberwurst steht ...

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist besonders für werdende Mamas wichtig. Auf einige Lebensmittel sollte besser gänzlich verzichtet werden – bei anderen kommt es dagegen auf die Menge oder Zubereitung an. Das trifft zum Beispiel bei Käse, Soja oder Kaffee zu. Aber auch bei Fleischwaren kommt oft Unsicherheit auf. Hier erklären wir deshalb, worauf es beim Verzehr von Leberwurst in der Schwangerschaft ankommt. 

Ist der Verzehr von Leberwurst in der Schwangerschaft ok?

Generell gelten Wurst- und Fleischwaren als wertvolle Eisenlieferanten und können deshalb auch in der Schwangerschaft Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Gerade bei Lust auf etwas Herzhaftes ist ein Leberwurstbrot verlockend.

Wichtig ist jedoch bei allen Wurst- oder Fleischprodukten, dass sie ausreichend erhitzt wurden, damit sie für Schwangere unbedenklich sind. Leberwurst wird durchgegart und gilt damit als Kochwurst.

Werdende Mamas müssen also nicht auf das Leberwurstbrot verzichten – dennoch sollte dieses Lebensmittel nur in Maßen gegessen werden.

Wie viel Leberwurst ist in der Schwangerschaft unbedenklich?

Das sagt unsere Expertin

"Der Verzehr von Leberwurst in der Schwangerschaft wird nur eingeschränkt empfohlen. Denn mitunter kann Leberwurst hohe Vitamin A-Gehalte aufweisen. Hier kommt es darauf an, wieviel Leber tatsächlich im Produkt enthalten ist", erklärt Diplom-Oecotrophologin Melanie Wirtgen.

"Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt Schwangeren nicht mehr als zwischen 0,8 und 1,1 mg Vitamin A pro Tag zu sich zu nehmen. 100 Gramm Leberwurst enthalten bereits über 10.000 Mikrogramm Vitamin A. Die Schwankungsbreite von Leber im Vitamin A-Gehalt ist sehr groß und kann zwischen 1,1 mg und 75 mg pro 100 g Leber variieren.

Schwangere Frauen sollten Leber daher höchstens in einer kleinen Portionsgröße (50 bis 75 g) verzehren.  Vitamin A-reiche Lebensmittel wie Leber sind besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel zu meiden."

Warum ist zu viel Vitamin A in der Schwangerschaft gefährlich?

Vitamin A hat generell einige Vorteile, dazu gehört, dass sich das Vitamin positiv auf das Immunsystem, Knochen und Zähne aber auch Haut, Nägel und Haare auswirken kann. Außerdem kann es die Augenentwicklung und Blutflüssigkeit beeinflussen. Schwangere haben sogar einen erhöhten Bedarf an Vitamin A, das trifft jedoch erst ab dem 4. Schwangerschaftsmonat zu.

Wichtig ist: Besonders im ersten Trimester kann sich ein Zuviel an Vitamin A negativ auf das Ungeborene auswirken. Wird langfristig zu viel von dem Vitamin verzehrt, kann das zu Leberschäden, Augen- oder Hautproblemen oder Wachstumsstörungen beim Ungeborenen führen.

Meist ist der Bedarf bei einer ausgewogenen Ernährung bereits ausreichend gedeckt. Welche Nährstoffe für werdende Mamas besonders wichtig sind haben wir in diesem Artikel für euch zusammengefasst:

Birgt Leberwurst in der Schwangerschaft die Gefahr von Toxoplasmose?

Lediglich rohe Wurst- und Fleischwaren bergen die Gefahr Toxoplasmose zu übertragen. Die Bakterien sterben ab, sobald sie ausreichend erhitzt werden. Da Leberwurst mit mindestens 65 Grad erhitzt wird und damit nicht mehr als Rohwurst einzuordnen ist, besteht die Gefahr hier nicht.

Für Listerien gilt generell das gleiche, jedoch können sich diese Bakterien etwas hartnäckiger halten. Deshalb wird empfohlen, auf abgepackte Leberwurst aus dem Kühlregal zurückzugreifen und sie auch nach dem Verzehr wieder gut verschlossen im Kühlschrank aufzubewahren.

Welchen Unterschied macht in der Schwangerschaft Leberwurst zu Teewurst?

Diese beiden Wurstprodukte unterscheiden sich vor allem in der Herstellung und Verarbeitung. Unsere Expertin bestätigt den Unterschied: "Leberwursterzeugnisse werden in der Regel gebrüht, also auf 65 Grad erhitzt, sind also kein rohes Lebensmittel. Anders verhält es sich mit Teewurst, die man als rohe Streichwurst einordnen muss." Aufgrund der Listerien- und Toxoplasmose-Gefahr bei rohen Wurstwaren ist Teewurst daher in der Schwangerschaft tabu. 

Fazit

Aufgrund des Erhitzens bei der Herstellung der Leberwurst, ist sie für Schwangere nicht bedenklich. Anders verhält es sich jedoch mit dem Vitamin A-Gehalt, der durch den Leberanteil in der Streichwurst hoch sein kann. Im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte Leberwurst daher nur sehr sparsam verzehrt werden.

Autorin: Laura Wohlmuth

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Unsere Expertin für Ernährung

Melanie Wirtgen ist Diplom-Oecotrophologin mit eigener Praxis im hessischen Hofheim, sowie im Leitungsteam des Richtig Essen-Instituts. Sie ist Mutter von zwei Kindern.

Mehr Infos unter: richtig-essen-
institut.de oder nutrinia.de

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