Ernährung

Sushi in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt?

Eines der meist diskutierten Themen rund um Schwangerschaft ist die Ernährung. Was darf man als werdende Mama essen, was nicht? In der Küche gibt es einiges zu beachten, deshalb möchten wir euch den Überblick erleichtern. Hier gehen wir der Frage nach, ob und welches Sushi unbedenklich ist.

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Unsere Expertin

Melanie Wirtgen ist Diplom-Oecotrophologin mit eigener Praxis im hessischen Hofheim, sowie im Leitungsteam des Richtig-Essen-Instituts. Sie ist Mutter von zwei Kindern.

Mehr Infos unter: richtig-essen-
institut.de oder nutrinia.de

In der Schwangerschaft kommt oft die Frage auf, welche Lebensmittel weiterhin unbedenklich verzehrt werden können und welche vermieden werden sollten. Insgesamt ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig und besonders Fisch kann werdenden Müttern wichtige Nährstoffe bieten. Da roher Fisch in der Schwangerschaft aber tabu ist, erklären wir hier, worauf ihr beim Verzehr von Sushi achten solltet – und warum ihr trotzdem nicht komplett darauf verzichten müsst.

Darf ich Sushi in der Schwangerschaft essen?

Auch werdende Mütter dürfen sich Sushi schmecken lassen – dabei kommt es allerdings auf die Sushi-Variante an. Alle Sorten mit rohem Fisch sollten vermieden werden. Vegetarisches und veganes Sushi ist dagegen kein Problem. Auch Sorten mit gänzlich durchgegartem Fisch oder Fleisch sind erlaubt. 

Wer im Restaurant Sushi essen möchte, kann zur Sicherheit nachfragen, ob der Fisch oder das Fleisch wirklich durchgekocht ist und nachhaken, ob das Sushi auch nicht mit den selben Utensilien zubereitet wird, wie die rohen Sushi-Varianten.

Um ganz sicher zu gehen, kann einfach vegetarisches Sushi bestellt werden. Meistens gibt es tolle Maki und Nigiri Kreationen, die ganz ohne Fisch auskommen. 

Warum roher Fisch in der Schwangerschaft tabu ist

Das sagt unsere Expertin:

"Generell sollten Schwangere keinen rohen Fisch zu sich nehmen. Das betrifft auch geräucherte oder gebeizte Produkte wie Räucherlachs. Solche Sushi-Varianten sind also nicht empfehlenswert, da alle rohen Lebensmittel mit Listerien oder Toxoplasmose kontaminiert sein können."

Welches Sushi ist in der Schwangerschaft gefährlich?

Von diesen Zutaten sollten Schwangere also lieber die Finger lassen, denn Sushi-Varianten mit diesen Komponenten können möglicherweise Keime oder Bakterien mit sich bringen und dem Ungeborenen schaden:

  • geräucherter Fisch 
  • roher Fisch 
  • Meeresfrüchte

Auch Fische mit einem hohen Quecksilbergehalt sollten vermieden werden. Zwar sind diese in der Regel für Erwachsene unbedenklich, sie können jedoch bei dem Ungeborenen gesundheitliche Probleme verursachen, wenn sie über die Plazenta zum Baby gelangen. Zu den Fischarten, die einen hohen Quecksilbergehalt haben, zählen folgende:

  • Speerfisch
  • Hai
  • Schwertfisch
  • Großaugen-Thun
  • Kaiserbarsch
  • Makrele

Vegetarisches Sushi in der Schwangerschaft

"Auch Frischgemüse, das nicht ausreichend vor dem Verzehr gereinigt wurde, kann mit den Keimen belastet sein, insbesondere Sorten, die mit Erde behaftet sind, wie Karotten oder Salate. Diese müssen vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Wird auf eine gute Küchenhygiene geachtet, ist vegetarisches Sushi unbedenklich.

Gemüse, Salat und Obst sollten generell gründlich gewaschen, frisch zubereitet und bald verzehrt werden. In Restaurants und Kantinen sollten Schwangere Speisen wählen, die direkt vor dem Verzehr erhitzt wurden und auf Salate, Antipasti o. ä. aus offenen Auslagen verzichten."

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Zutaten für Sushi, die in der Schwangerschaft erlaubt sind

Wer Lust hat, sich in der Küche selbst auszuprobieren, kann Sushi recht unkompliziert selber zubereiten*. Diese Liste kann euch helfen, einen Überblick über leckere Zutaten zu bekommen, die auch werdende Mütter in ihrem Sushi genießen dürfen: 

  • Karotte
  • Avocado
  • Paprika
  • Gurke
  • gebratenes oder gekochtes Ei
  • Pilze
  • durchgekochter Fisch
  • durchgebratenes Hühnerfleisch
  • Sushi-Reis

Sollte auf Algen während der Schwangerschaft verzichtet werden?

"Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte vom Verzehr von Algen- und Algenprodukten in der Schwangerschaft abgesehen werden. Algen weisen stark schwankende und teils sehr hohe Jodgehalte auf, außerdem können sie reich an Arsen und anderen Kontaminanten sein.

Deshalb wird von allen Produkten, die Algen enthalten eher abgeraten. Wer doch mal ein Sushi genießen möchte, kann die Algen, mit denen der Reis umwickelt ist, vor dem Verzehr entfernen, nur durchgegarte Varianten essen oder die Variante ohne Algen wählen."

Fazit

Beim Verzehr von Sushi in der Schwangerschaft kommt es auf die Variante an: Sushi mit durchgegartem Fisch oder Fleisch ist unbedenklich. Und auch Veggie-Varianten sind erlaubt und können vielfältig sein. Außerdem werden Variationen ohne Algen empfohlen. Wer sichergehen möchte, bereitet sich das Sushi selber zu oder fragt im Restaurant nach.

Autorin: Laura Wohlmuth

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