Schmeckt lecker, tut gut!

Tee für Schwangere: Diese Sorten sind erlaubt

Wasser kochen, Tee übergießen, warten, genießen. Schon allein dieses Ritual der Ruhe tut Schwangeren im Alltag gut. Der Tee selbst natürlich auch - wenn die richtigen Wirkstoffe drin sind.

Diese Tees dürfen Schwangere genießen

  • Grüner und Weißer Tee regen an, aber nicht auf und sind daher empfehlenswert. Außerdem stecken darin viele Bitterstoffe, die die Gallen-Produktion anregen und damit die Verdauung fördern.
  • Rooibos- und Früchtetees sind gute Vitamin- und Mineralstoffquellen. Wenn sie mögen, können Schwangere von dieser Sorte unbedenklich einen Liter täglich trinken.
  • Melisse und Johanniskraut beruhigen.
  • Schafgarbe, Schachtelhalm und Frauenmantel stärken das (Binde-)Gewebe: toller Nebeneffekt.
  • Himbeerblätter dienen zur Geburtsvorbereitung: gut gegen Ende der Schwangerschaft.
  • Spezielle Schwangerschaftstees enthalten ausgesuchte Kräuter und Wirkstoffe, die beruhigend wirken und Schwangerschaftsbeschwerden lindern können.  

Gesunder Mix: Kräutertee

Kräutertees stammen nicht vom Teestrauch, sondern von getrockneten Früchten und Pflanzenteilen. Mit Ausnahme von Mate Tee enthalten sie kein Koffein. Die Mischungen schmecken nicht nur gut, einige helfen auch, kleinere Schwangerschaftsbeschwerden zu lindern. Gesunde Kräuterteemischungen gibt es in Apotheken oder über die Hebammen. "Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Zutaten Bio-Qualität besitzen. Denn der Kräuterbereich boomt. Um der weltweit hohen Nachfrage gerecht zu werden, kommen zur Steigerung der Erträge leider auch vielfach Pestizide zum Einsatz. Ich würde als Schwangere davon keinen Tropfen trinken", erklärt Hebamme Kareen Dannhauer. In Tests fallen auch immer wieder Tees auf, die mit sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden belastet sind. Diese sekundären Pflanzeninhaltsstoffe können eine krebserzeugende und erbgutverändernde Wirkung haben. Deshalb empfiehlt etwa das Bundesamt für Riskobewertung Schwangeren, Stillenden und Eltern, zwischen verschiedenen Teesorten abzuwechseln und dazwischen auch Wasser oder Schorle zu trinken.

Welche Zutaten für Schwangere sinnvoll sind und welches Kraut für welches Stadium der Schwangerschaft gewachsen ist, spricht man am besten mit der Hebamme ab. Ein Kräuterklassiker für Schwangere ist Frauenmantel. Die Pflanze wirkt regulierend auf die weiblichen Organe und das Hormonsystem. Auch Beschwerden wie Übelkeit, Venenschwäche und Bluthochdruck können mit Frauenmantel positiv beeinflusst werden. Eine Mischung etwa aus Frauenmantel, Zitronenmelisse (wertvoll bei Stress und Anspannung), Sanddornfrüchten, Johanniskraut (nervenstärkend) und Lemongrass ergibt einen wohltuenden, fruchtigen Teegenuss. Bei Alltagsstress, Lampenfieber angesichts der bevorstehenden Geburt oder Schlaflosigkeit haben sich Tees mit Zitronenmelisse, Lavendelblüten, Johanniskraut und Lemongrass bewährt.

In Maßen: schwarzer und grüner Tee

In Sachen Koffein wird Schwangeren zur Zurückhaltung geraten. Teesorten, die Koffein enthalten sind schwarzer, grüner und der südamerikanische Mate-Tee. Untersuchungen belegen, dass ein übermäßiger Koffeinkonsum zu einem erhöhten Fehlgeburtsrisiko führt. Und: Kinder von Frauen, die sehr viel koffeinhaltige Getränke genossen haben, kommen früher und leichter zur Welt. "Koffein im Übermaß entwickelt Symptome wie Herzklopfen, Rastlosigkeit, Schlaflosigkeit: Also alles das, was für das Gefühl gelassener, freudiger Erwartung nicht gerade förderlich ist", so Kareen Dannhauer. Zudem behindern die Wirkstoffe im schwarzem Tee die Eisen-Aufnahme im Körper. Mehr als eine Tasse pro Tag sollten Schwangere davon möglichst nicht trinken. 

Vorsicht ist geboten bei allen Teesorten, die auch medizinisch eingesetzt werden. Dazu gehören Brennnessel, Salbei und Pfefferminze. Auch Zimt und Rosmarin fördern Wehen: Schwangere sollten besser darauf verzichten.

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Reizlos: Roibusch Tee

Roibusch Tee ist eine gute Alternative zu schwarzem Tee, weil er ihm in Farbe und Geschmack ähnelt. Das Nationalgetränk der Südafrikaner enthält kein Koffein oder andere reizende Substanzen und ist deshalb bestens geeignet für Schwangere und Stillende. Auch die Stoffe, die andere Tees nach längerem Ziehen bitter werden lassen, findet man bei ihm nur in geringen Mengen. Ganz nebenbei genießt er auch noch den Ruf, leichte Verdauungsprobleme zu regulieren. Tipp: Ein Schuss Fruchtsaft macht Roibusch Tee zu einem köstlichen Erfrischungsgetränk.

Himbeerblättertee: Für den Endspurt

Als "Schwangerschaftskraut" gelten Himbeerblätter: Sie fördern die Durchblutung im kleinen Becken, kräftigen die Muskulatur und die Gebärorgane und unterstützen mit ihrer entspannenden und beruhigenden Wirkung das Wohlbefinden. "Himbeerblätter lösen nicht – wie vielfach behauptet – Wehen aus", erläutert Kareen Dannhauer. "Sie wirken tonisierend auf die Gebärmuttermuskulatur und auch weichmachend auf den Muttermund. Deshalb unterstützen sie das, was die Gebärmutter in den letzten Wochen der Schwangerschaft von sich aus tut: sich auf die Geburt vorbereiten. Es ist sicher nicht sinnvoll, puren Himbeerblättertee in Massen vor der 34. Schwangerschaftswoche zu trinken – als Beimischung in den klassischen Schwangerschaftstees entfalten die Blätter aber von Beginn an ihre kräftigende Wirkung."

Eine weitere Möglichkeit ist es, den Himbeerblättertee auf diese Art zuzubereiten und zu trinken:

  • Rezept: 1 TL getrocknete Himbeerblätter (Apotheke) mit kochendem Wasser übergießen, abgedeckt zehn Minuten ziehen lassen.
  • Anwendung: Ab der 37. Woche täglich eine Tasse, eine Woche Pause, dann eine Woche lang täglich bis zu vier Tassen, eine Woche Pause…
  • Mögliche Nebenwirkungen: Durchfall (der Tee regt den Darm an) oder Ausschlag. 
Dann die Hebamme anrufen!
  • Nicht anwenden bei: Neigung zu Allergien oder zu vorzeitigen Wehen (vor der 37. Woche).

Die richtige Zubereitung

Wichtig bei der Tee-Zubereitung ist zunächst das Wasser. In Deutschland kann in der Regel Leitungswasser verwendet werden – es hat jedoch je nach Region unterschiedliche Härtegrade. Ist das Wasser bei dir zu Hause sehr hart, kannst du es vor dem Kochen durch einen Wasserfilter aufbereiten. Denn: Je weicher das Wasser, umso schmackhafter der Tee. Auch wichtig: Wasser nur einmal aufkochen und frisch verwenden. Durch jedes Abkochen entweicht mehr Sauerstoff und das Wasser bekommt einen faden Geschmack.

Grüner Tee wird nicht mit kochendem Wasser übergossen, für diese Sorte reicht eine Temperatur von etwa 70 – 80 Grad. Dafür nach dem Aufkochen einfach zwei bis drei Minuten warten und dann den Tee zubereiten. Wie lange ein Tee ziehen muss, hängt von der Sorte ab (siehe Verpackung oder Etikett) und davon, ob er eine beruhigende oder anregende Wirkung haben soll. Grundsätzlich gilt: Je länger ein Tee zieht, umso geringer wird der Koffein-Anteil. Ein Drei-Minuten-Tee wirkt also anregender als ein Tee, der fünf Minuten gezogen hat.

In jedem Fall ist der richtige Tee für Schwangere eine wunderbare Gelegenheit, innezuhalten und zu entspannen. Und ganz nebenbei tust du noch etwas Gutes für dich und dein Baby.

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