Nährstoffe für Mutter und Kind

Vitamine für Schwangere

In der Schwangerschaft steigt der Mehrbedarf an Vitaminen und Mineralstoffen deutlich an. Eine Auflistung, welche Vitamine für Schwangere besonders wichtig sind.

Fitmacher für Mutter und Baby

Für das gesunde Wachstum des Babys im Mutterleib ist die Ernährung ein ganz entscheidender Faktor. Auch der Mutter tun Vitamine und Mineralien jetzt besonders gut. Wenn du beim Essen schon immer die  Gesundheit im Blick hattest, brauchst du dich in der Schwangerschaft nicht groß umzustellen. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Mischung mit viel frischem Obst und Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukten versorgt das Kind ausreichend mit Nährstoffen. Und hilft dir, die kräftezehrende Zeit gut zu überstehen und Reserven für die Stillzeit aufzubauen. Das ist überaus wichtig, denn in der Schwangerschaft stellt sich der gesamte Stoffwechsel um, dafür sorgt schon der veränderte Hormonhaushalt. Der Bedarf an Vitaminen und Mineralien steigt rapide an, denn die Wachstumsprozesse im Körper des Kindes verbrauchen große Mengen dieser lebenswichtigen Wirkstoffe.

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Folsäure

Folsäure spielt bei der kindlichen Entwicklung eine Hauptrolle. Das B-Vitamin unterstützt das gesunde Wachstum des Ungeborenen im Mutterleib. Vor allem für das Schließen des sogenannten Neuralrohrs ist es enorm wichtig.  Aus dieser Struktur entstehen das Zentrale Nervensystem und das Gehirn des Kindes. Das Neuralrohr schließt sich schon rund um den 23. Schwangerschaftstag. Ein Zeitpunkt, an dem viele Frauen noch gar nicht wissen, dass sie ein Baby erwarten. Wer also Nachwuchs plant, ist gut beraten, frühzeitig auf eine entsprechende Versorgung mit Folsäure zu achten. Denn gleich am ersten Schwangerschaftstag steigt der Bedarf erheblich an: Immerhin 50 Prozent mehr Folsäure benötigen werdende Mütter. Ein guter Grund, Lebensmittel wie Spinat oder Brokkoli auf den Speiseplan zu setzen, denn in diesen Produkten kommt Folsäure vor. Allerdings nicht ausreichend: Der Körper kann nur einen Teil der Folsäure verwerten, die wir über die Nahrung aufnehmen. Deshalb sollten Schwangere zusätzlich Folsäure-Tabletten einnehmen, die sie vom Frauenarzt verschrieben bekommen. 

Eisen

Eisen ist für die werdende Mutter und ihr Baby ganz wichtig. Aber viele Schwangere leiden an Eisenmangel. Er äußert sich durch MüdigkeitKopfschmerzen und verminderte Leistungsfähigkeit. In schweren Fällen drohen Wehenschwäche, Frühgeburt, Infektanfälligkeit und Wochenbettkomplikationen. Doch das lässt sich verhindern! Durch die richtige Ernährung kann der Bedarf an Eisen in der Schwangerschaft gut gedeckt werden. Nur wenige Schwangere, speziell die, die unter Blutarmut leiden, benötigen Eisenpräparate. Schwangere mit normalen Blutwerten bringen Eisenpräperate nichts, bei ihnen genügt es ausreichend Eisen über die Nahrung aufzunehmen. Eisenreiche Lebensmittel sind Hülsenfrüchte, Gemüse, rote Beeren, Vollkornprodukte, Fleisch, Innereien, Fisch und Eier. Jedoch wird das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln vom Körper schlechter aufgenommen als aus tierischen Produkten. Vitamin C kann dem Körper helfen, die pflanzlichen Eisenquellen auszunutzen. Kaffee und schwarzer Tee hingegen sorgen dafür, dass der Körper Eisen schlechter aufnehmen kann. 

Calcium

Calcium ist unentbehrlich für den Aufbau der Gewebs- und Knochenstrukturen des wachsenden Kindes. Nimmst du nicht genug von diesem Mineralstoff zu dir, wird es deinem eigenen Skelett entzogen (erhöhte Osteoporose-Gefahr). Die mit Abstand besten Calcium-Lieferanten sind Milch, Milchfrischprodukte und Käse. Außerdem sind noch Hülsenfrüchte, Haselnüsse, Mandeln, Sesam und Gemüsesorten wie Fenchel, Brokkoli, Mangold oder Grünkohl relativ calciumreich.

Jod

Jod ist ein Mineralstoff, den das Baby für die Hormonbildung benötigt. Hat die Mutter zu wenig Jodreserven, kann das Baby mit einer angeborenen Schilddrüsenunterversorgung (Kropf) auf die Welt kommen. Zur Bedarfsdeckung empfehlen sich Jodsalz und zwei bis drei Seefisch-Mahlzeiten pro Woche.

Vitamin A

Vitamin A erfüllt im Körper viele wichtige Funktionen. Dieses Vitamin stärkt die Sehkraft, es beeinflusst Haut und Haare, wird für den Aufbau der Zell- und Schleimhäute benötigt und es ist wichtig für die Knochenentwicklung und das Wachstum. In pflanzlichen Produkten wie Karotten, Grünkohl, Fenchel, Lauch, Spinat, Aprikosen und Honigmelonen steckt eine Vorstufe des Vitamin A, das Carotin, das im Körper selbst zu Vitamin A umgewandelt wird. Auch tierische Lebensmittel wie Leber, Milch, Butter und Käse sind reich an Vitamin A. Zuviel Vitamin A ist jedoch gefährlich, da es fettlöslich ist und im Körpr gespeichert wird, falls es gerade nicht benötigt wird. Da es in hoher Dosierung giftig ist und beim Ungeborenen z.B. Gaumenspalten, aber auch Herz- und Gefäßanomalien auslösen kann, sollten Schwangere lieber keine Leber (reich an Vitamin A) essen. Selbst wenn Grund zu der Annahme besteht, dass ein Mangel an Vitamin A vorliegt, ist eine Nahrungsergänzung mit Beta-Carotin, einer Vorstufe des Vitamins, besser. 

Vitamin B

Der Vitamin-B-Komplex umfaßt unter anderem die Vitamine B1, B2, B6, B12 und Niacin. Bei vielen Schwangeren wird ein Mangel an den Vitaminen B1 und B6 beobachtet. Die reichsten Vitamin-B-Quellen sind Vollkornprodukte und mageres Fleisch, aber auch Rohkost, Salate und milchsäurehaltige Lebensmittel wie Käse, Joghurt und Milch tragen zur Vitamin-B-Versorgung bei. Außerdem Weizenkeime und Sojabohnen, Fisch (Scholle, Lachs, Sardinen, Makrelen), Kartoffeln und Hülsenfrüchte.

Vitamin C

Auch vom Immunpower-Vitamin C braucht der Körper nun mehr als sonst, denn während der Schwangerschaft sind Frauen anfälliger für Infekte. Zitrusfrüchte (Orangen, Zitronen), schwarze Johannisbeeren, Erdbeeren, Weißkohl und Paprika haben einen hohen Gehalt an Vitamin C. Tipp: Trink zu den Mahlzeiten ein Glas Orangen- oder Grapefruitsaft, denn das darin enthaltene Vitamin C hilft dem Körper, Eisen aufzunehmen.

Vitamin D

Vitamin D kann unter der Einwirkung von Sonnenstrahlen von unserem Körper selbst gebildet werden, sollte aber auch über die Nahrung zugeführt werden, gerade in den kälteren Monaten mit wenig Licht. Es ist wichtig für den Calcium- und Phosphorstoffwechsel und damit für die Bildung von Knochen und Knorpeln des wachsenden Kindes. Ein Vitamin-D-Mangel zieht stets auch einen Calciummangel nach sich. Fettfische, Milch, Buttermilch, Käse, Butter, Eidotter und Pilze sind reich an Vitamin D.

Es geht auch ohne "Schwangerschaftsvitamine"

Viele Hersteller bieten sogenannte Schwangerschaftsvitamine an, die man in der Drogerie oder Apotheke kaufen kann. Wenn sich die werdende Mama ausgewogen ernährt, sind diese Produkte überflüssig. Zudem wird beim Frauenarzt regelmäßig Blut abgenommen und geschaut, ob ein Mangel vorliegt. In diesem Fall verschreibt der Arzt dann ein geeignetes Präparat, um den Mangel des Vitamins gezielt zu beheben.

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