Wissen, was beruhigt

Das hilft gegen die Angst vor der Geburt

Unter die Vorfreude aufs Baby mischt sich oft die Sorge vor dem Tag X und der Entbindung. Das ist ganz normal und werdende Mütter brauchen sich dafür nicht zu schämen. Tipps, wie du die Angst loswirst.

Halte die Untersuchungs-Termine in der gynäkologischen Praxis im eigenen Interesse und dem deines Kindes zuverlässig ein. Eventuelle Risiken werden so rechtzeitig erkannt und behandelt. Der gut geführte Mutterpass in der Handtasche vermittelt zudem ein Gefühl der Sicherheit. Denn die Angst vor der Geburt hat weniger Chancen, wenn Arzt oder Ärztin signalisieren: Alles im grünen Bereich! Dann bleibt den werdenden Müttern umso mehr Raum, guter Hoffnung zu sein und dem großen Tag gelassen entgegenzusehen.

Was sonst noch beruhigt

Akupunktur, gezielt in den letzten Wochen der Schwangerschaft angewendet, verkürzt die Geburtsdauer wie eine Studie der Universität Mannheim gezeigt hat. Andere Untersuchungen haben ergeben, dass Gebärende nach einer Behandlung mit Akupunktur weniger Schmerzmittel benötigen. Aromatherapie arbeitet mit Wohlgerüchen. Diese wirken über das limbische System im Gehirn und scheinen die Ausschüttung von Glückshormonen zu fördern. Ätherische Öle für die Duftlampe, auch spezielle Entspannungs-Mischungen, gibt es in Apotheken, Reformhäusern oder Öko-Läden.

Die Hebamme ist nicht nur Begleiterin durch die Geburt, sondern ebenso eine kompetente Ansprechpartnerin, wenn es um Sorgen und Zweifel während der Schwangerschaft geht. Mit den Ängsten, die werdende Mütter manchmal plagen, ist sie vertraut, kann aufklären und Mut machen. Homöopathie spielt in der sanften Geburtshilfe eine wichtige Rolle. Schon im Vorfeld kann sie unterstützend wirken, um Ängste und Spannungen abzubauen. Patent-Rezepte allerdings existieren nicht, das Mittel der Wahl muss individuell verordnet werden (Hebamme oder Arzt/Homöopathen fragen).

Entspannung durch die PDA

Als wahren Rettungsanker empfinden viele Frauen die Möglichkeit einer Periduralanästhesie (PDA). Die PDA schaltet das Schmerzempfinden in der unteren Körperhälfte aus, ansonsten ist die Mutter wach (wenn sie will, ist das sogar bei einer Kaiserschnitt-Geburt möglich). Dem Baby schadet die PDA nicht. 
Warmes Wasser hat krampflösende Wirkung: In der Badewanne verkraften viele Frauen die Wehen leichter. Die Geburt dauert weniger lange, Schmerzmittel sind meist nicht nötig. Zur Entspannung ist ein (nicht zu warmes!) Bad auch sonst bestens geeignet.
 

Liebevolle Zuwendung ist wahrscheinlich das Allerwichtigste, was eine Frau in den Stunden der Entbindung braucht. Die meisten Frauen wünschen sich, dass eine vertraute Person mit ins Krankenhaus oder Geburtshaus kommt. Falls der Partner sich von der Situation überfordert fühlt, kann auch die Schwester, Mutter oder eine gute Freundin den Part übernehmen.

Aktiv gegen die Angst vor der Geburt

Die Beispiele belegen: Wer aktiv wird, kann der Angst gegensteuern und sich gleichzeitig stark machen für die Geburt. Am Ende steht dann das gute Gefühl: Ich bin nicht ausgeliefert. Ich habe Möglichkeiten zu reagieren. Und ich kann Hilfe bekommen von den Menschen, die mich durch die Geburt begleiten. Denn die werdende Mutter ist ja nicht allein. Auch wenn natürlich sie diejenige ist, die das Kind gebären muss, so wird doch ein hilfreiches Team um sie sein, das ihr alle erdenkliche Unterstützung gibt. Partner, Hebamme, Ärztin oder Arzt stehen ihr zur Seite.

Wenn die Angst vor der Geburt zum Problem wird

Ob die Sorge über das normale Maß hinausgeht, zeigt ein Vergleich der eigenen Gefühlslage mit den folgenden Aussagen:
  • Die Angst überschattet den ganzen Alltag.
  • Ich kann kaum noch an etwas anderes denken.
  • Ich wünsche mir unbedingt einen Kaiserschnitt.
  • Die schlimmen Gedanken rauben mir den Schlaf.
  • Am liebsten würde ich Beruhigungsmittel nehmen.
  • Ich fürchte, dass mir bei der Geburt etwas passieren könnte.
 
Falls eine oder mehrere dieser Aussagen zutreffen, sollte unbedingt das Gespräch mit einem Arzt/einer Ärztin gesucht werden. Extrem übersteigerte Geburtsangst ist indes sehr selten. So selten, dass es überhaupt erst seit kurzem einen medizinischen Fachbegriff dafür gibt: Tokophobie. Eine Studie in Großbritannien hat gezeigt, dass betroffene Frauen dennoch glücklich Mutter werden können. Dann nämlich, wenn die Entbindungsmethode (häufig Kaiserschnitt) ihren Wünschen entspricht.

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