Auf die Haltung kommt's an

Aufrecht geht's bei der Geburt leichter voran

Geburtshelfer sind sich einig: Frauen sollten bei der Entbindung abgestützt stehen, hocken oder auf alle viere gehen. Denn die Rückenlage erschwert die Geburt.

In etwa der Hälfte der Geburtskliniken ist die Rückenlage nach wie vor normal, schätzt die Berliner Lehr-Hebamme Ulrike Harder. Das berichten ihr Hebammen immer wieder in ihren Fortbildungskursen. Gut, wenn Frauen sich vorab informieren und überlegen, ob eine Geburt in aufrechter Haltung für sie infrage kommt.

Aufrecht geht's leichter

Die Vorteile einer aufrechten Gebärhaltung sind wissenschaftlich bewiesen: Die Schwerkraft verstärkt die Effektivität der Wehen. Das Baby muss auf seinem Weg weniger Hindernisse überwinden. Die Mutter bleibt mobiler und kann die Wehenschmerzen durch verschiedene Haltungen besser verarbeiten.

Vor der Geburt gründlich informieren

Warum hält sich die Rückenlage trotzdem so hartnäckig? Gründe sieht Hebamme Ulrike Harder sowohl bei den Ärzten als auch bei den Frauen selbst. Den Ärzten fällt es schwer, mit den ungewohnten aufrechten Haltungen zu arbeiten. Auch wird das CTG zur Überwachung der Herztöne oft nur im Liegen gemacht.
Frauen dagegen kommen oft mit falschen Vorstellungen zur Geburt. Damit sich das ändert, brauchen Schwangere eine bessere Aufklärung und mehr Selbstbewusstsein. Sie sollten sich vorab gründlich über mögliche Gebärhaltungen informieren und bei der Anmeldung im Krankenhaus kritisch nachfragen, wie viele Geburten dort in welcher Haltung stattfinden. Wenn du bei der Geburt nicht auf dem Rücken liegen möchtest, spreche rechtzeitig mit den Ärzten darüber.

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