Bloß nicht unter Druck setzen lassen

Warum du bei der Geburt nichts falsch machen kannst

Auch wenn unter der Geburt mal schroffe Worte fallen: Vertraue DIR und höre auf DEIN Bauchgefühl!

Lass dir bei der Geburt nicht einreden, du würdest etwas falsch machen.
© Foto: Getty Images/JGI/Jamie Grill
Lass dir bei der Geburt nicht einreden, du würdest etwas falsch machen.

Vielleicht kommst du irgendwann während der Geburt an einen Punkt, an dem du dich unwohl fühlst. Nicht wegen solcher Dinge wie möglicher Stuhlgang. Sondern wegen wirklich wichtiger Umstände. Bei der Geburt meines ersten Kindes zum Beispiel hörte ich irgendwann die Sätze: "Sie müssen hier schon mitarbeiten! Am Kind liegt es nicht, das will raus."

Kristeller-Handgriff und 4 Stunden Presswehen

Ich hatte "mitgearbeitet". Und wie. Ich hatte gepresst, ich hatte geatmet. Ich hatte meine Zustimmung für den Kristeller-Handgriff gegeben (und mich währenddessen übergeben). Ich hatte alles getan, was man mir zwischen zwei Wehen zugerufen hatte. Doch es brachte nichts: Mein Sohn wollte einfach nicht rauskommen.

In meinem Mutterpass steht, dass ich vier Stunden lang Presswehen hatte. "Normal" sind maximal 40 Minuten. (Aber was ist schon "normal"?) Irgendwann konnte ich nicht mehr. Ich war körperlich so erschöpft, dass nicht einmal mehr die wertvollen Pizza-Proteine halfen.

Habe ich bei der Geburt meines Sohnes etwas falsch gemacht?

Natürlich habe ich es mit letzter Kraft doch noch geschafft, meinen Sohn zur Welt zu bringen, so gesund und munter, wie ein Baby nur sein kann. Aber dieser eine Satz, dieser bohrende "Am Kind liegt es nicht!"-Zuruf, der nagt noch heute, sieben Jahre später, an mir. Weil er impliziert, dass es an mir lag. Und dass ich etwas falsch gemacht habe.

Warum ich das schreibe? Damit du weißt: Ganz egal, welche Bemerkung im Eifer des Gefechts auch fallen wird: Du machst nichts falsch. Ganz und gar nicht. Die Leute um dich herum machen ihren Job, und das tun sie täglich und manchmal fallen dabei vielleicht schroffe Worte. Aber welche das auch sind: Das, was du gerade tust, während du dein Kind zur Welt bringst, ist zu 100 Prozent richtig.

Autorin: Silke Schröckert

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