Nach der Geburt in Quarantäne

Mutter darf ihr Baby nach zehn Tagen zum ersten Mal halten

Die Spanierin Vanesa Muro und ihr Mann haben sich kurz vor der Geburt ihres Sohnes mit dem Coronavirus infiziert. Erst eineinhalb Wochen nach der Entbindung darf sie ihn das erste Mal auf den Arm nehmen – allerdings nur mit Maske und Handschuhen.

Im Kreißsaal war die Spanierin Vanesa Muro allein, ohne die Begleitung ihres Mannes. Denn beide waren kurz zuvor positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Die Geburt verlief zum Glück problemlos, doch anschließend musste der kleine Oliver erst einmal in Quarantäne.

Erstes Treffen

Täglich bekommen Vanesa Muro und ihr Mann vom Klinikpersonal Bilder und Videos ihres Sohnes zugeschickt. Den direkten Kontakt kann das natürlich nicht ersetzen – aber zumindest können sie so ein Stück weit bei ihm sein. Zehn Tage nach der Entbindung ist es dann endlich soweit: Vanesa darf ihren Sohn im Krankenhaus kennenlernen – eine Schwester legt ihr Oliver in den Arm. Welch ein Glücksmoment nach so langer Wartezeit! Und nach insgesamt 14-tägiger Quarantäne darf das Paar den Familienzuwachs dann auch mit nach Hause nehmen. Olivers Coronatest im Krankenhaus war zum Glück negativ. Handschuhe und Schutzmaske tragen Vanesa und ihr Mann allerdings weiterhin. Da sie nicht erneutet getestet wurden, wissen sie nicht, ob sie – trotz der Quarantäne – noch ansteckend sind und gehen lieber auf Nummer sicher. Zwei Wochen lang wollen sie ihr Baby so vor einer möglichen Ansteckung schützen. 

Kein Hautkontakt ohne Handschuhe

Die warmen und weichen Hände von Mama und Papa kennt Oliver bislang nicht. Ein Zustand, der den Eltern zunehmends schwer fällt: "Es ist einfach nicht das Gleiche, wenn du dein Baby nicht ohne Handschuhe anfassen darfst", so der frischgebackenen Vater in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. "Wir wollen ihn endlich richtig in den Arm nehmen und ihn küssen".

Mama Vanesa versucht das Beste aus der Situation zu machen und blickt positiv in die Zukunft: "Das stimmt, aber die Zeit geht auch vorbei. Oliver wird bald schon einen Monat alt sein und dann dürfen wir raus gehen und ihm seine Großeltern vorstellen. Die Zeit wird uns dann nur als ein Alptraum in Erinnerung bleiben".

Autorin: Anna Ludewig

Teile diesen Artikel: