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Gegen Dammriss

Ist eine Dammmassage sinnvoll?

Oft empfiehlt die Hebamme zur Geburtsvorbereitung eine Dammmassage. Angeblich gilt diese Art der Massage als heißer Tipp gegen drohende Dammrisse bei der Geburt. Doch was steckt dahinter und wie massiert man den Damm richtig?

Wenn du schwanger bist oder gerade schwanger werden möchtest, wirst du wahrscheinlich schon das eine oder andere Mal über die "Dammmassage" gestolpert sein.  

Was ist der Damm?

Der Damm ist das Gewebe zwischen Scheide und After. Wenn dein Baby sich seinen Weg bahnt, wird großer Druck auf diesen Bereich ausgeübt und das Gewebe stark gedehnt. Bei der Geburt des Kindes, am häufigsten ist hierbei die Kopfgeburt, kann es zu einem Dammriss kommen. In einigen Fällen kann auch ein Dammschnitt notwendig werden, um dein Kind schnell auf die Welt zu holen und möglichen Sauerstoffmangel unter einer allzu langwierigen Geburt zu verhindern. Mit der Dammmmassage kannst du einem Dammriss oder Dammschnitt vorbeugen, indem du das Gewebe vor der Geburt regelmäßig massierst und lockerst. 

Alles zu Dammriss und Dammschnitt erfährst du hier!

Warum wird die Dammmassage zur Vorbereitung der Geburt empfohlen?

Durch die Dammmassage wird der Damm weich, elastisch und gut durchblutet. Mit der richtigen Technik kann die regelmäßige Massage Geburtsverletzungen vorbeugen und einen positiven Verlauf der Geburt für dich und dein Kind begünstigen. Zwar gibt eine regelmäßige Dammassage in der Schwangerschaft keine Garantie, dass dein Baby ohne schmerzhaften Dammriss zur Welt kommt. Dennoch ist die Dammassage in Vorbereitung auf die Geburt sinnvoll. Sie minimiert nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass das Gewebe reißen könnte, sondern bereitet dich auch auf das Gefühl der Dehnung bei der Geburt vor. Die Dammmassage kann dir so die Angst nehmen und helfen locker zu bleiben, wenn es tatsächlich losgeht. Dies kann gerade in der Phase der Presswehen den Verlauf der Geburt positiv beeinflussen.

Wann solltest du mit der Dammmassage beginnen?

Die Dammmassage wird ab der 34. Schwangerschaftswoche empfohlen. Du solltest sie im Idealfall circa drei- bis viermal wöchentlich anwenden. Doch keine Panik, auch wenn du während deiner Schwangerschaft nicht so oft dazu kommst, den Damm zu massieren: Jede einzelne Massage ist sinnvoll und kann helfen, das Gewebe zu lockern und in Vorbereitung auf die Geburt elastisch zu machen.

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So funktioniert die Dammmassage: Vorbereitung

In erster Linie solltest du dir für die Dammmassage etwas Zeit nehmen. Das Massieren selbst nimmt zwar nur etwa zehn Minuten in Anspruch, doch plane ruhig einen längeren Zeitraum ein, damit du nicht in Stress gerätst. Mach es dir gemütlich. Du kannst zum Beispiel ein entspannendes Bad nehmen, damit du dich wohlig warm fühlst oder es dir mit angenehmer Musik und einem Tee im Bett bequem machen. Wähle für die Dammmassage ein Öl aus, das mild ist und gut riecht, wie beispielsweise Mandelöl, Weizenkeimöl oder auch Jojobaöl. Es gibt speziell für die Dammassage geeignete pflanzliche Öle, du kannst aber auch ein Gleitgel nutzen, Hauptsache du fühlst dich damit wohl. 
Und nicht vergessen: Wasche deine Hände vor der Massage.

Massage in drei Schritten

1. Mit einem Kissen im Rücken und in einer halbliegenden Position erreichen die meisten Frauen den Damm am einfachsten. Du kannst die Dammassage aber auch im Stehen oder mit einem Bein aufgestellt auf dem Rand der Badewanne durchführen. Je nachdem, welche Variante dir am angenehmsten ist.

2. Dein ausgewähltes Öl verteilst du nun auf den Fingern und wärmst es etwas an. Führe den Daumen dann in die Scheide ein und massiere mit dem Zeigefinger von außen den Damm. Mit kreisenden Bewegungen kannst du das Gewebe leicht lockern. Versuche dann die Scheide auch in Richtung Damm, also nach unten, zu dehnen. Dazu nimmst du zwei Finger und versuchst, das Gewebe zu dehnen, indem du die Finger auseinanderziehst. Massiere sanft, aber dennoch bestimmt und geh auch etwas in den Dehnungsschmerz, jedoch nicht zu stark. Die Massage sollte in jedem Fall entspannend bleiben und keine starken Schmerzen verursachen. Wenn du die Schmerzschwelle erreicht hast, halte die Position ein bis zwei Atemzüge lang und lasse dann wieder locker.

3. Führe die Dammassage auf diese Weise einige Male durch. Bei jeder erneuten Massage wirst du merken, dass das Gewebe langsam locker und weich wird und sich mit der Zeit immer leichter massieren lässt.

Wann rät die Hebamme von einer Dammmassage ab?

Es gibt Situationen, in denen du erst einige Wochen später in der Schwangerschaft mit der Dammassage beginnen oder sogar ganz auf die Massage verzichten solltest. Wenn du zum Beispiel zu vorzeitigen Wehen neigst, rät die Hebamme manchmal erst ab der 36. Woche der Schwangerschaft zur Dammmassage. Oder bei Pilzinfektionen der Scheide, unter denen Schwangere recht häufig leiden, solltest du erst nach erfolgreicher Behandlung der Infektion mit der Dammmassage beginnen.

Dammmassage als notwendiges Übel?

Manche Frau führt die Dammmassage lediglich aus Angst vor einem Dammriss oder einem Dammschnitt durch. Viele sehen die Massage somit einzig als sinnvoll an, um diese Verletzungen als Folge der Geburt zu vermeiden. Das ist zwar in Ordnung, jedoch ist es schöner, wenn du die Dammmassage als Zeit für dich selbst sehen kannst. Wenn du die Berührungsängste überwindest und dich auf diese Weise intensiv mit deinem Körper auseinandersetzt, tust du nicht nur dir selbst etwas Gutes. Auch dein Baby kann bei der Geburt von einer entspannteren Entbindung und dem bereits gelockerten Gewebe profitieren. Nimm die Chance wahr, dich mit der Dammmassage sowohl körperlich als auch mental auf die Geburt vorzubereiten.

Mindere mit der Massage die Wahrscheinlichkeit, einen Dammriss zu erleiden. Nimm dir in der Schwangerschaft auch ab und an eine Auszeit, in der du dir und deinem Kind etwas Gutes tust.

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Unsere Autorin

Jasmine Barendt

Mit ihrer Leidenschaft für Social Media und ihrem Auge für Ästhetik kann Jasmine Barendt bei wireltern.de genau das machen, was ihr Freude bereitet. Als freie Mitarbeiterin erstellt sie für uns Grafiken und Texte.

Den Themen Familie, Ernährung und Freizeitgestaltung fühlt sie sich dabei besonders nahe.

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