Zu niedrig, zu hoch?

Geburtsgewicht vom Baby: 9 erstaunliche (!) Fakten

Ist es ein molliger Wonneproppen, ein Normalerchen oder gar ein zartes Reh? Das Geburtsgewicht des Babys sorgt für Gesprächsstoff. Nicht nur unter Eltern, auch unter Verwandten und Freunden – sie alle platzen vor Neugier. Wichtiges zum Geburtsgewicht im Überblick!

Die Gramm-Angabe? Nun, aus Tradition darf diese Information wohl auf keiner Geburtsanzeige fehlen. Und aus irgendeinem Grund scheint das Geburtsgewicht des Babys für großes Aufsehen und eine unbändige Neugier zu sorgen. Doch wisst ihr eigentlich schon alles darüber? Bestimmt gibt es da noch ein paar (wenn auch kleine) Wissenslücken – auch wir haben noch etwas dazugelernt. Deshalb wollen wir euch ein paar neue Infos flüstern, die wir bemerkenswert und interessant fanden …

1. Durchschnittliches Geburtsgewicht Baby: Was wiegen deutsche Babys?

Was gilt als normales Geburtsgewicht? Nun, das ist von Land zu Land unterschiedlich. Aber eines schon vorweg: Deutsche Neugeborene werden immer schwerer. Wie viel wiegt das durchschnittliche deutsche Baby bei der Geburt? 

  • Mädchen wiegen in Deutschland bei der Geburt im Durchschnitt 3.450 Gramm.
  • Das Geburtsgewicht von Jungen liegt etwa bei 3.550 Gramm.
  • Das Durchschnittsgeburtsgewicht ist in den letzten Jahren stetig angestiegen.

2. Echte Schwergewichte – in Deutschland und der Welt

Derzeit besetzt Baby Leander aus Cottbus den ersten Platz beim Ranking der schwersten deutschen Neugeborenen. Sein stolzes Geburtsgewicht: 6,7 Kilogramm. Den aktuellen Weltrekord knackte ein polnischer Junge: ganze 7.130 Gramm wog er bei seiner Geburt. Ein Kaiserschnitt.

3. Was beeinflusst das Gewicht des Neugeborenen?

Es gibt immer mehr Säuglinge, die mit über 4.000 Gramm auf die Welt kommen. Doch woran liegt das genau? Dem Robert Koch Institut zufolge sind folgende Gründe als Auslöser möglich:

  • Übergewicht der Mutter
  • Hohe Gewichtszunahme der Mutter in der Schwangerschaft
  • Diabetes bzw. Schwangerschaftsdiabetes

Doch lässt man die eher hohen Geburtsgewichte außer acht, so können im Allgemeinen die folgenden Faktoren das Geburtsgewicht eures Kindes beeinflussen. Auf einige könnt ihr sogar noch Einfluss nehmen:

  • Gene
  • Gewicht der Mutter
  • Alter der Mutter
  • Lebensstil und Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft
  • Geschlecht des Babys
  • Zeitpunkt der Geburt (Woche)
  • Erste Geburt oder zweite?
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4. Ist ein geringes Geburtsgewicht gefährlich?

Liegt das Gewicht des Neugeborenen weit außerhalb des Rahmens, ergreifen Hebammen und Ärzte nach der Geburt in der Regel gewisse medizinische Maßnahmen. Doch liegt die Grammanzahl nur leicht unterhalb der normalen Grenze, so sind Eltern und das behandelnde Personal dazu angehalten, die Entwicklung des Gewichts in der ersten Zeit genau zu beobachten. Das Baby sollte in den ersten Wochen gut zunehmen. Kommt ein Kind mit einem vergleichsweise niedrigem Geburtsgewicht zur Welt, so kann sich dadurch das Risiko erhöhen, später an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen zu erkranken. Genauso sind besonders leichte Babys leider anfälliger für Infektionen.

5. Warum nehmen Babys nach der Geburt ab?

Nach der Geburt nehmen Neugeborene im Durchschnitt zwischen 200 und 300 Gramm ab. Der Verlust des Geburtsgewichtes ist aber ganz normal. Warum? Die Babys scheiden in den ersten Tagen das sogenannte Mekonium (auch: Kindspech) aus, der erste Stuhl des Kindes. Der allererste Darminhalt, der schon im Mutterleib entstanden ist, wiegt in der Regel bereits um die 50 Gramm. Hinzu kommt, dass der Säugling an der frischen Luft – und ohne Fruchtwasser um sich herum – zwischen 100 bis 200 Gramm Gewebewasser der Haut verliert.

Doch unter Umständen kann bei einem zu starken Gewichtsverlust das Hinzuziehen eines Arztes sinnvoll sein. Auch wenn es mit dem Stillen nicht ganz so gut klappt. Hilfe bietet euch eure Hebamme – oder spezielle Stillberaterinnen.

6. Das Geburtsgewicht ist zu hoch – ist das schlimm?

Sind ein paar Speckröllchen ein Grund zur Sorge? Übergewichtig sollte euer Kind vielleicht lieber nicht sein, aber freut euch über einen kleinen Wonneproppen. Gut zu wissen: Kommt ein Neugeborenes mit einem relativ hohen Geburtsgewicht zur Welt, kann das als ein Risikofaktor für die Entwicklung von Adipositas (Übergewicht) im späteren Lebensverlauf gelten. Deshalb können sich Schwangere zur Vorbeugung von ihrem Gynäkologen beraten lassen.

7. Führt eine schwere Geburt IMMER zu einem schweren Baby?

Nicht wirklich. Hat euer Kind einen großen Kopfumfang und breite Schultern, so kann das bloß die letzte Phase der Geburt erschweren. Bei Mamas mit großem Kind kommt es allerdings häufiger zu einem Dammriss oder -schnitt.

Erleichternd kann folgende Infos für werdende Eltern sein: Der restliche Verlauf der Geburt kann Müttern mit Babys, die rund um 4000 Gramm wiegen, sogar leichter fallen als Mamas von zarten Küken. Das ist so, weil das Kind bei der Geburt aktiv mithelfen kann. Außerdem ist der nachdrückliche Drang nach draußen bei kräftigen Babys größer. Dadurch können sie sich fixer durch das Becken schrauben. Hinzu kommt, dass Wonneproppen über ihren Kreislauf mehr Botenstoffe an ihre Mutter senden. Dabei handelt es sich um spezielle Hormone, die für die erforderlichen kräftigen (und effektiven!) Wehen sorgen.

8. Vererbbarkeit: Neige ich zu großen Kindern?

Schon eure Mutter hat schwere Kinder entbunden? Einer Studie zufolge können tatsächlich die Gene zu einem hohen Geburtsgewicht des Kindes führen. Doch ob die Babys besonders zunehmen oder eben nicht so sehr, soll sich erst ab der 30. Schwangerschaftswoche im Zusammenhang mit denen Genen zeigen.

9. Ist ein "normales" Geburtsgewicht besser fürs Kind?

Das lässt sich nicht abstreiten. Kommt ein Kind mit einem Gewicht rund um den Durchschnittswert zur Welt, so kann ihm das die ersten Lebenswochen etwas erleichtern. Es gibt weniger Anpassungsprobleme, Schlafprobleme und auch keine Schwierigkeiten beim Zunehmen. Die Entwicklung verläuft dann in der Regel altersgerecht und gut. Außerdem sind Menschen mit einem normalen Geburtsgewicht später seltener von Stoffwechselerkrankungen und Herz-Kreislaufprobleme betroffen.

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