"Corona-Kollateralschaden"

Wegen der Atemmaske: Junge Mutter erleidet Trauma im Kreißsaal

Während der Geburt musste eine junge Frau wegen des Coronavirus einen Mundschutz tragen. Die Frau erlitt Atemnot, Erstickungsängste und trug ein Trauma davon.

13. Mai 2020. In Bayern hat eine Frau Anfang 20 ein Kind in einer Klink entbunden. Als die Wehen heftig wurden, bekam die junge Frau unter der Maske Atemnot und Erstickungsängste, wie der "Merkur" berichtete. Daraufhin wurde die Maske kurzzeitig abgenommen, jedoch wenige Zeit später wieder aufgesetzt. Die Geburt kam zum Stillstand, sodass das Kind per Saugglocke geholt werden musste. Diese Erfahrung führte bei der jungen Mutter offenbar zu einem Trauma.

Leben & erziehen Abo + Geschenk

Dein Begleiter von der Schwangerschaft über die Geburt bis hin zum Alltag mit Kindern. Jetzt mit 25% Rabatt testen!

Ein Gynäkologe hatte die Schwangerschaftskonfliktberatung "Donum Vitae" in Haar in der Nähe von München gebeten, der Mutter zu helfen, da sie unter Panikattacken und Depressionen litt. Die stellvertretende Leiterin des Vereins und Traumatherapeutin Claudia Nasal berichtete in einer Pressekonferenz, sie habe anfangs vergeblich versucht, mit der jungen Frau in Kontakt zu treten, da sie sich komplett mit dem Baby zurückgezogen hatte. Schließlich erreichte sie sie doch. Die Geburt hatte bei der Mutter heftige Spuren hinterlassen.

"Nach dieser Erfahrung konnte die Klientin nicht stillen und will nie wieder ein Kind bekommen", so Nasahl. "Diese Erfahrung ist ein Einzelfall, doch es wird deutlich, dass sich durch die Coronakrise Beziehungen und Bindungen verändern."

Die Situation in deutschen Krankenhäusern und der Umgang mit dem Coronavirus sind sehr unterschiedlich. Frauen sollten sich am besten vor der Entbindung über die Bedingungen informieren und beispielsweise erfragen, ob sie eine Maske tragen müssen.

Familien, die sich – auch aufgrund der Coronasituation – in Schwierigkeiten befinden, können sich bundesweit an Schwangeren- und Elternberatungsstellen wenden. Gerade jetzt zu Coronazeiten gibt es auch viele digitale Beratungsangebote.

Profilbild

Unsere Autorin

Irlana Nörtemann

Irlana Nörtemann ist seit vielen Jahren mit Herzblut Redakteurin bei Junior Medien. Zu ihren Aufgaben zählt auch Content Management.

Als Mutter eines Jungen lässt sie ihre Alltagserfahrungen in ihre Artikel mit einfließen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Reise und Gesundheit.

Teile diesen Artikel: