Was werdende Mütter wissen müssen

Hausgeburt: Entbinden in den eigenen vier Wänden

In Deutschland steigt das Interesse an Hausgeburten stetig: Wir haben Antworten auf die häufigsten Fragen für euch zusammengefasst.

Ist eine Hausgeburt gefährlich?

Früher war es üblich, dass Frauen ihre Kinder zu Hause zur Welt brachten. Der Weg ins Krankenhaus war die Ausnahme. Heute ist es eher umgekehrt. Neun von zehn Babys werden im Krankenhaus geboren. Erst in den letzten Jahren kam bei vielen Frauen wieder der Wunsch auf, ihr Kind in den eigenen vier Wänden zu bekommen. Die meisten Schwangeren können gefahrlos zu Hause entbinden. Nur wenn es zu Komplikationen während der Schwangerschaft kommt bzw. gravierende Risikofaktoren vorliegen, ist eine Hausgeburt zu riskant.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Hausgeburt gegeben sein?

 Herbamme Anke Wiemer erklärt, wann eine Hausgeburt möglich ist. Und zwar, wenn ... 

  • der Verlauf der Schwangerschaft keine Komplikationen erwarten lässt.
  • die werdende Mutter ein gutes Körpergefühl, ein gesundes Selbstvertrauen und seelische Stabilität besitzt und bereit ist, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Sie muss sich zu Hause frei fühlen, in den Wehen auch zu schreien ohne Bedenken wegen hellhöriger Nachbarn.
  • der Partner die Entscheidung für die Hausgeburt mitträgt.
  • die Versorgung älterer Kinder und der Haushalt die Mutter während und nach der Geburt nicht belastet.
  • die Chemie zwischen der Schwangeren und der Hebamme stimmt.
  • die nächste Geburtsklinik maximal so weit entfernt ist, dass sie bei unerwarteten Komplikationen in 20 bis 30 Minuten zu erreichen ist. Solche Probleme kommen etwa bei jeder zehnten Hausgeburt vor, verlaufen aber in der Regel undramatisch.

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Ist eine Hausgeburt nach einem vorherigen Kaiserschnitt machbar?

Grundsätzlich ist eine Hausgeburt auch nach einem Kaiserschnitt möglich. Allerdings gibt sowohl medizinische, als auch versicherungstechnische Gründe, die das unmöglich machen. Ein sogenannter T-Schnitt setzt zum Beispiel voraus, dass auch weitere Kinder per Kaiserschnitt geboren werden müssen. Rechtlich gesehen ist eine Hausgeburt außerdem nur dann versichert, wenn die Mutter zuvor nicht mehr als zwei Kaiserschnitte hatte. Bei zwei vorangegangenen Kaiserschnitten muss die darauffolgende Geburt vaginal erfolgt sein. Manche Hebammen lehnen eine Hausgeburt auch schon nach einem Kaiserschnitt ab. Eltern sollten sich im Vorfeld bei ihrem Arzt, der Hebamme und der Krankenkasse gezielt erkundigen und absichern.

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