In den eigenen vier Wänden

Wann ist eine Hausgeburt möglich?

Knapp 5.000 Hausgeburten fanden 2016 in Deutschland statt. Eine Hebamme erklärt, für welche Schwangere die Entbindung zu Hause infrage kommt.

Hebammen können stolz sein: Hausgeburten sind heute recht sicher. Das hat die bundesweite Perinatalstudie zur außerklinischen Geburtshilfe für das Jahr 2016 ergeben. Die guten Ergebnisse verdanken die Hebammen nämlich vor allem der Sorgfalt, mit der sie Risiken bei einer Hausgeburt von vornherein ausschließen. Anke Wiemer, die die Studie für den Bund Deutscher Hebammen betreut hat, erklärt die wichtigsten Voraussetzungen.

Eine Hausgeburt ist möglich, wenn

  • der Verlauf der Schwangerschaft keine Komplikationen erwarten lässt.
  • die werdende Mutter ein gutes Körpergefühl, ein gesundes Selbstvertrauen und seelische Stabilität besitzt und bereit ist, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Sie muss sich zu Hause frei fühlen, in den Wehen auch zu schreien ohne Bedenken wegen hellhöriger Nachbarn.
  • der Partner die Entscheidung für die Hausgeburt mitträgt.
  • die Versorgung älterer Kinder und der Haushalt die Mutter während und nach der Geburt nicht belastet.
  • die Chemie zwischen der Schwangeren und der Hebamme stimmt.
  • die nächste Geburtsklinik maximal so weit entfernt ist, dass sie bei unerwarteten Komplikationen in 20 bis 30 Minuten zu erreichen ist. Solche Probleme kommen etwa bei jeder zehnten Hausgeburt vor, verlaufen aber in der Regel undramatisch.

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