Bei Wassereinlagerungen

Lymphdrainage in der Schwangerschaft: Gut oder gefährlich?

Viele schwangere Frauen haben mit Wasser in den Beinen zu kämpfen. Bis zu sieben Liter Wassereinlagerungen können in der Schwangerschaft sogar normal sein. Aber wie kommt es eigentlich zu geschwollenen Beinen und kann eine Lymphdrainage Abhilfe schaffen?

Werdende Mamas sind mit vielen körperlichen Veränderungen konfrontiert. Dazu gehören fast immer auch Wassereinlagerungen, sogenannte Ödeme, die das Gefühl der schweren Beine hervorbringen. Eine Lymphdrainage kann gegebenenfalls dabei helfen, den Druck zu lindern. Aber nicht für jeden ist diese Behandlung geeignet. Wir fassen zusammen, wie es zu Lymphödemen kommt und worauf ihr bei einer Lymphdrainage in der Schwangerschaft achten solltet …

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

Dass der Körper während der Schwangerschaft mehr Wasser speichert, ist ein ganz natürlicher Vorgang. Dadurch soll der Flüssigkeitsaustausch über die Plazenta mit dem Ungeborenen gewährleistet werden. Wassereinlagerungen bis zu sieben Liter fallen in den Normalbereich.

Wasser in den Beinen während der Schwangerschaft

Schwangere Frauen haben einen erhöhten Östrogenspiegel, was dazu führt, dass mehr Flüssigkeit von den Venen in das Gewebe gelangt. Die Flüssigkeit, die sich im Gewebe ablagert, ist die sogenannte Lymphflüssigkeit. Die Ablagerung wird Ödem genannt.

Meistens sind hauptsächlich die Beine (und Füße) von diesen Wassereinlagerungen betroffen. Das liegt daran, dass die Lymphflüssigkeit, ebenso wie das Blut, durch den ganzen Körper fließt. Das Ungeborene drückt jedoch auf die Beckengefässe, wodurch der Abfluss der Lymphgefässe aus den Beinen vermindert wird. So kommt es zu geschwollenen Beinen.

Ist eine Lymphdrainage in der Schwangerschaft gut für die Beine?

Solange keinerlei Beschwerden bei der schwangeren Frau vorliegen, kann eine Lymphdrainage bei Wassereinlagerungen in den Beinen durchaus guttun. Wem ein einfaches Hochlegen der Beine keine Linderung verschafft, kann sich für diese Behandlung an einen geschulten Physiotherapeuten oder einen spezialisierten Masseur wenden.

Es gibt aber auch das sogenannte Schwangerschaftsödem, das als pathologisch eingestuft wird. Es tritt meist in Verbindung mit einer Gestose (Schwangerschaftsvergiftung) auf und beschränkt sich nicht unbedingt nur auf die Beine. Hier sollte in erster Linie ein Arzt oder eine Ärztin zu Rate gezogen werden. Eine Lymphdrainge kommt dann höchstens als zusätzliche Maßnahme in Frage.

Hinweis: Es ist in jedem Fall geraten, vorsichtshalber vor einer Behandlung Rücksprache mit dem Frauenarzt oder der Frauenärztin zu halten, ob eine Lymphdrainge im Individualfall unbedenklich ist.

Wann sollte auf eine Lymphdrainage in der Schwangerschaft verzichtet werden?

Trifft einer oder mehrere der folgenden Indikatoren zu, wird von einer Lymphdrainage dringend abgeraten: 

  • Entzündungen im Gewebe (Keime können so im Körper verteilt werden)
  • eine Neigung zu Thrombose, eine Lungenembolie könnte die Folge sein
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche), da eine Lymphdrainage das Herz sehr beansprucht

Außerdem: Um dem ungeborenen Baby nicht zu schaden, ist eine Lymphdrainage im Bereich des Beckens und des Bauches während der Schwangerschaft in jedem Fall tabu.

Autorin: Laura Wohlmuth

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