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Wellness mit Babybauch

Ist Sauna in der Schwangerschaft erlaubt?

Regelmäßige Saunabesuche unterstützen das Immunsystem gegen Erkältungskrankheiten, fördern die Durchblutung, entwässern den Körper und entspannen Psyche und Muskulatur – lauter positive Eigenschaften für werdende Mütter. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die Schwangere beim Saunieren beachten sollten.

Darf jede Schwangere in die Sauna gehen?

Sofern die Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft, können gesunde Schwangere ohne Bedenken die Sauna aufsuchen. Frauen, die vorher noch nie in einer Sauna waren, sollten in jedem Fall eine Begleitperson mitnehmen, falls ihnen schwindelig werden sollte. Am besten vorab noch einmal mit dem Frauenarzt oder der Hebamme Rücksprache halten.

Kann man bereits in der Frühschwangerschaft in die Sauna gehen?

In den ersten zwölf Schwangerschaftswochen sollte aufs Saunieren verzichtet werden. Im 1. Trimester entwickelt sich der Embryo sehr schnell und ist äußeren Einflüssen gegenüber sehr empfindlich. Insgesamt ist die Studienlage eher dünn, in Finnland gab es aber einige Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen der Erhöhung der mütterlichen Kernkörpertemperatur im ersten Schwangerschaftsdrittel und dem Auftreten von bestimmten Auffälligkeiten, wie Neuralrohrfehlbildungen, beschreiben. Aus diesem Grund empfehlen Ärzte gesunden Schwangeren den Besuch einer Sauna erst ab dem 2. Trimester. 

Bis zum wievielten Monat darf man in die Sauna?

Fühlt sich die Schwangere körperlich fit, kann sie theoretisch bis kurz vor der Entbindung in die Sauna gehen. Doch der wachsende Babybauch macht Müttern besonders im achten, neunten Monat immer mehr zu schaffen – ein Saunagang fühlt sich im 3. Trimester daher häufig zu anstrengend an. Zudem kann die Wärme auch wehenfördernd wirken. Bei vorzeitigen Wehen darf daher auf keinen Fall sauniert werden.

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Sind alle Arten von Saunen erlaubt?

Je heißer die Sauna, desto kürzer sollte der Aufenthalt sein. Zehn Minuten in einer 70 Grad heißen Sauna lassen die Körpertemperatur um etwa 0,5 Grad steigen. Eine kurze Erhöhung der Körpertemperatur um maximal ein Grad Celsius belastet weder Mutter noch Kind. Die mütterliche Kernkörperkerntemperatur sollte jedoch nie für eine längere Zeit über 39 Grad steigen. Grundsätzlich sind milde Saunen wie etwa eine Biosauna oder ein Caldarium um die 40 bis 50 Grad ganz heißen Saunen wie der finnischen Sauna mit ca. 90 Grad vorzuziehen, da sie den Kreislauf weniger belasten.

Worauf sollten werdende Mütter in der Sauna achten?

Ein Saunagang soll entspannend sein und genau so sollten Schwangere ihn auch angehen. Es geht nicht darum, möglichst lange hohe Temperaturen auszuhalten. Auf der untersten oder mittleren Bank lässt sich der Saunagang am besten genießen, da es hier nicht so heiß ist wie ganz oben. Und auch der Ausgang ist schneller zu erreichen. Nach maximal zehn Minuten sollte Schluss sein. Und sobald sich die Schwangere unwohl fühlt, sollte sie die Sauna sofort verlassen. Gegen Ende der Schwangerschaft sollten werdende Mamas lieber sitzen statt auf dem Rücken zu liegen – ansonsten droht Übelkeit. Achtung: Die hohen Temperaturen drücken auf den Kreislauf – es besteht Schwindel- und Sturzgefahr. Am besten besuchen Schwangere die Sauna daher immer mit einer Begleitperson.

Und nach dem Saunagang?

Um den Kreislauf zu schonen, sollten Schwangere nicht ins Tauchbecken springen. Zum Abkühlen besser einen Wasserschlauch oder Dusche benutzen. Zuerst sollten die Beine und Arme abgespritzt werden, dann der Rücken und zum Schuss der Bauch. Die Ruhephase darf ruhig lang ausfallen, mindestens aber 15 Minuten. Dabei unbedingt viel trinken. Vor dem nächsten Saunagang aktiviert ein warmes Fußbad die Durchblutung und bereitet den Kreislauf auf die nächste Schwitzrunde vor. Mehr als zwei Runden pro Saunabesuch und pro Woche sollten Schwangere nicht machen.

Welche Vorteile bringt das Saunieren?

Studien aus Finnland zeigen, dass regelmäßige Saunagängerinnen eine weichere und entspanntere Muskulatur haben, was zu einer einfacheren Geburt führen kann. Der weibliche Körper neigt in der Schwangerschaft außerdem zu Wassereinlagerungen im Gewebe – in der Sauna verliert der Körper durch das Schwitzen Flüssigkeit. Dieser Verlust wird durch das eingelagerte Wasser ausgeglichen. Zudem werden durch die erhöhte Durchblutung die Gefäße trainiert, was das Risiko von Thrombosen und Krampfadern senkt. Frauen, die jedoch bereits Krampfadern haben, sollten die Hitze in der Sauna meiden, da sie die Venen nur noch mehr belastet.

Dürfen Schwangere auch ins Dampfbad?

Für das Dampfbad gelten die gleichen Regeln wie für die Sauna: Nicht in den ersten drei Monaten gehen, danach sind zwei gemäßigte Durchgänge in Ordnung. Der Aufenthalt kann hier eventuell ein wenig länger ausfallen, da ein Dampfbad nicht so heiß wie die Sauna ist. Manche Schwangere haben durch den hochdrückenden Bauch jedoch Atemprobleme. Die feuchte Luft im Dampfbad kann das verstärken. Andere empfinden die feuchte Hitze kreislaufbelastender als die normale Sauna.

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Und wie sieht es mit dem Besuch einer Therme aus?

Im Wasser genießen werdende Mütter besonders das entlastende Gefühl der Schwerelosigkeit. Die Auftriebskraft schont Rücken und Gelenke, gleichzeitig stärken die Bewegungen gegen den Wasserwiderstand die Muskulatur. Schwimmen tut jeder Schwangeren gut! Ideal sind Temperaturen zwischen 28 und 32 Grad Celsius.

Dürfen Schwangere in den Whirlpool?

Whirpools können wegen der warmen Temperaturen, der geringen Größe und der Anzahl der Leute, die darin baden, mitunter recht viele Keime enthalten. Da schwangere Frauen ohnehin anfälliger für Scheideninfektionen sind, raten viele Frauenärzte vom Whirpool ab. Es gibt spezielle Schwimmtampons, die verhindern, dass Wasser in die Scheide eindringt. Einen 100-prozentigen Schutz bieten sie aber nicht. Whirpools, die wärmer als 37 Grad sind, sollten von Schwangeren nicht benutzt werden, da die Körperkerntemperatur nicht über 39 Grad steigen sollte. Und auch nicht länger als 20 Minuten, um den Kreislauf zu schonen. Anschließend am besten eine halbe Stunde Ruhe gönnen.

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