Baby kann per Notkaiserschnitt gerettet werden

Schwangere (30) stirbt an Coronavirus

Erneut ist eine schwangere Frau am Coronavirus verstorben. Zuvor konnten Ärzte ihr Baby noch per Notkaiserschnitt retten.

13. August 2021: In Deutschland steigen die Inzidenzen schon wieder, nicht zuletzt aufgrund der Impfquote werden aber nur noch wenige schwere Verläufe gemeldet. In vielen anderen Ländern, unter anderem in Australien, ist die Lage deutlich dramatischer. Besonders gefährdet sind nach wie vor Schwangere, da für sie noch immer keine Impfempfehlung vorliegt.

So kam es nun erneut zu einem besonders traurigen Fall: Die 30-jährige Kristen McMullen infizierte sich im achten Monat ihrer Schwangerschaft mit dem Coronavirus. Als ihre Symptome sich verschlimmerten, wurde ein Notkaiserschnitt angesetzt. Wenig später kam die kleine Summer deutlich zu früh, aber gesund, zur Welt.

Kristen konnte ihre Tochter auf den Arm nehmen und mit einer Flasche füttern. Ihre Familie schoss zwei Fotos von diesem emotionalen Moment. Kurz darauf traten bei Kristen jedoch schwere Komplikationen auf und sie musste auf die Intensivstation verlegt werden. Es war das letzte Mal, dass sie Summer berühren konnte. Da sie schließlich aufgrund einer Lungenentzündung an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden musste, konnte ihr Ehemann Keith die ersten Tage der kleinen Summer nur noch per Videochat teilen. Am 6. August 2021 starb Kristen.

"Da sie jung und völlig gesund war, waren wir sicher, sie würde es schaffen", sagte ihre Schwester Melissa. Ob sie auch geimpft war, ist nicht bekannt. Der Leiter des Orlando Health's Winnie Palmer Hospitals in Melbourne, in dem Kristen behandelt wurde, gab an, dass in Australien immer mehr schwangere Frauen mit schweren Verläufen behandelt werden müssten. Viele hätten eine Lungenentzündung und müssten mit Sauerstoff versorgt werden. Um die Babys zu schützen und notfalls per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen, werden diese engmaschig überwacht. Dr. Broadman rät Schwangeren ausdrücklich zu der Impfung – die Stiko hat eine solche Empfehlung hierzulande bisher nicht ausgesprochen.

Kristens Familie hat ein Spendenkonto eingerichtet, um Summer und ihren Papa Keith in dieser schweren Zeit zumindest die finanziellen Sorgen etwas zu nehmen.

April 2020: Es sind Nachrichten wie diese, die Angst machen. Das Coronavirus gilt vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen und Ältere als gefährlich. Schwangere gehören nicht zur Riskogruppe. 

Monika Bergler, eine Unternehmerin aus Weihenhammer in der Oberpfalz, war schwanger, als sich Ende März die ersten Anzeichen der Viruserkrankung bei ihr bemerkbar machten. Nachdem sie ins Krankenhaus eingeliefert wurde, verschlechterte sich ihr Zustand innerhalb weniger Stunden rapide. Noch am selben Tag entschieden sich die Ärzte des Klinikums Weiden, ihr Baby per Notkaiserschnitt auf die Welt zu holen. Anschließend wurde Monika Bergler auf die Intensivstation nach Erlangen verlegt, wo sie wenige Tage später, am Abend des 15. April 2020, verstarb. 

Die Familie Bergler und die mehr als 400 Mitarbeiter der Firmengruppe Bergler, wo die Verstorbene Geschäftsführende Gesellschafterin war, sind geschockt, heißt es in einer öffentlichen Bekanntmachung. Laut Familienangaben galt die Unternehmerin als kerngesund.  "Es ist unvorstellbar. Wir sind tieftraurig und fassungslos", sagt ihr Bruder Gerhard gegenüber Onetz.de. "Es gab keine Vorerkrankung. Marion war kein Risiko-Patient."

Leider kein Einzelfall

Auch in Großbritannien ist eine schwangere 28-Jährige an COVID-19 gestorben. Mary Agyeiwaa Agyapong arbeitete als Krankenpflegerin in einer Klinik in Luton und hatte sich gerade in den Mutterschutz begeben, als sie erste Symptome zeigte. Am 7. April kam sie ins Krankenhaus – zwei Tage zuvor wurde sie positiv auf das Coronavirus getestet. Dort verschlechterte sich ihr Zustand drastisch, sodass ihr Baby per Kaiserschnitt geholt wurde. Laut Klinik ist es wohlauf, Mary Agyeiwaa Agyapong jedoch erlag dem Coronavirus nur wenige Tage später. 

Besonders bitter: Auch ihr Vater war nur zwei Wochen zuvor an COVID-19 gestorben, teilte ihr Bruder der "Daily Mail" mit. Ob sie sich bei ihm angesteckt hat, ist unklar. Sie galt jedoch bis zur Infektion mit dem Coronavirus als gesund und hatte keine Vorerkrankungen. 

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