Blutung nach ICSI

Mögliche Gründe

Eine Blutung nach einer ICSI ist meistens kein gutes Zeichen, wie unser Experte erklärt.

"Für meinen Mann (40) und mich (33) kam ICSI in Frage, da die Spermiogramme meines Mannes eine sehr schlechte Beweglichkeit und Qualität aufwiesen. Nachdem ich 19 Tage mit Puregon Injektionen (150/200/300 Einheiten : da ich polyzystische Ovarien habe, war ich wohl "resistent" gegen das Mittel und musste längere Zeit höhere Einheiten nehmen) behandelt wurde, haben sich 23 Eier gebildet. 13 Embryos wurden eingefroren und zwei wurden vor elf Tagen eingesetzt . Laut des Teams in der Kinderwunschklinik haben sich die beiden Embryos super geteilt und auch meine Gebärmutterschleimhaut war sehr gut. Der Transfer hat ebenso sehr gut geklappt. Seit der Ei-Entnahme nehme ich zwei Mal täglich Progesteron-Zäpfchen (Cyclogest) ein.

Seit gestern abend habe ich nun leider das altvertraute Ziehen im Unterleib und blute auch ein wenig, was bis heute noch nicht sonderlich mehr wurde. Unmengen von Fragen kreisen uns nun im Kopf rum: Ich bin natürlich sehr traurig, habe aber trotzdem noch Hoffnung, dass sich die Embryos gehalten haben. Oder dürfte das Bluten ansonsten nicht passieren? Ich denke mir auch, dass ich meine Tage doch eigentlich gar nicht bekommen dürfte, da mit dem Progesteron-Präparat ja eigentlich eine Schwangerschaft vorgetäuscht wird? Kann es vielleicht dran liegen, dass sich die Embryos einfach nicht halten konnten, weil ich eine "ovarian hyperstimulation" hatte und mir vier Tage nach dem Einsetzen 1.800 ml Wasser durch einen transvaginalen Eingriff entfernt wurden? Kann das PCO-Syndrom schuld sein, dass es die Embryos nicht nisten lässt?"

Antwort: Gerne werde ich versuchen, Ihre Fragen zu beantworten. Ob Sie nun schwanger sind oder nicht, kann Ihnen nur ein Schwangerschaftstest aus dem Blut exakt sagen. Allerdings ist diese Schmierblutung kein gutes Zeichen und lässt wenig Hoffnung zu. Kommt es zu keiner Einnistung, fallen die Hormone des Gelbkörpers (Östrogen und Progesteron) ab und die Schleimhaut wird abgestoßen. Zugeführt wird nur das Progesteron (Cyclogest). Eine "Vortäuschung" einer Schwangerschaft gelingt allein durch Progesteronzufuhr nicht, so dass Ihre Blutung zu dieser Zeit eintreffen kann.

Die bei Ihnen durchgeführte Behandlung ist von ärztlicher Seite sehr gut gelaufen. Die "Superlativen" zeigen dies. Trotzdem hatten Sie eine so genannte Überstimulationsreaktion mit "Bauchwasser". Das kann, muss aber nicht nachteilig sein. Pro eingesetztem Embryo geht man in guten Zentren von einer Einnistungswahrscheinlichkeit von 15 bis 20 Prozent aus. Also gibt auch der Transfer von zwei wunderbaren Embryonen Ihnen nur eine Chance von ca. 30 - 40 Prozent. Das heißt, dass nur etwa jeder dritte Versuch zu dem erwünschten Ziel führt. Es gibt Hinweise, dass bei einer PCO-Situation die Qualität der Eizellen vermindert ist. In Ihrem Fall scheint dies jedoch sehr viel positiver zu sein, da die Befruchtung von 15 Eizellen gelang.

Ich wünsche Ihnen, dass schon der nächste Zyklus mit dem Transfer der eingefrorenen Eizellen Ihnen die erwünschte Schwangerschaft bringt. Eine Überstimulation mit "Bauchwasser" gibt es in diesen Zyklen aber so gut wie nicht.

Dr. Friedrich Gagsteiger

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