Eingefrorener Embyo

Kurios: Mama ist bei der Geburt nur ein Jahr älter als ihr Baby

Schon von dieser unglaublichen künstlichen Befruchtung in den USA gehört? Die Schwestern Emma und Molly Gibson wurden 1992 als Embryonen eingefroren – zu dem Zeitpunkt wurde ihre heutige Mutter selbst gerade erst geboren!

Wahnsinn, die kleine Molly Gibson hat schon vor ihrer Geburt einen Rekord gebrochen! Als Mutter Tina von ihrer zweiten Schwangerschaft erfuhr, war der Embryo nur ein Jahr jünger als sie selbst. 27 Jahre alt. Moment, wie soll das denn gehen? Nun, der Embryo der jungen US-Amerikanerin war vor dem Embryotransfer beinahe so lange eingefroren, wie ihre Mutter alt ist. Und auch Mollys Schwester war schon eine medizinische Sensation …

Kurz gesagt:

  • Tina Gibson brachte 2020 Baby Molly in Tennessee (USA) gesund zur Welt.
  • Der bei ihr (im Zuge einer künstlichen Befruchtung) eingesetzte Embryo war zuvor 27 Jahre in Knoxville (USA) eingefroren.
  • Der "älteste" Embryo, der gesund und glücklich ausgetragen wurde: Molly wird deshalb weltweit gefeiert – ein richtiges Rekord-Baby!
  • Molly und ihre Schwester Emma (geboren 2017) sind beide aus einer Embryonen-Spende entstanden.
  • Auch Emma hielt bis zur Geburt von Molly den Weltrekord.

Glückselig nach einem langen Kinderwunsch-Kampf

Die Familie Gibson war bereits auf unzähligen Titelseiten aller amerikanischen Zeitungen zu sehen. Ihre zweite Tochter kam im Jahre 2020 kerngesund zur Welt – ein Grund zur Freude! Doch die eigentliche Schlagzeile: Wie ihre große Schwester Emma (zu Mollys Geburt knapp 3 Jahre alt) wurde auch Molly als Embryo 1992 eingefroren. Emmas Embryo lag damit fast 25 Jahre lang im National Embryo Donation Center. Mollys fast 28 Jahre. Wahnsinn! Ein neuer Weltrekord.

Ja, schon Emma war zur Zeit ihrer Geburt eine Sensation. Die zweifachen Eltern Tina und Ben adoptierten die beiden also schon als Embryos. "Bei Emma waren wir einfach so begeistert, ein Baby zu bekommen", sagte Tina Gibson gegenüber CNN. "Mit Molly geht es uns genauso. Es ist nur irgendwie lustig – schon wieder ein neuer Weltrekord", sagt Tina Gibson.

Embryo-Adoption gibt Hoffnung

Die glücklichen Eltern sprechen ganz offen über ihre Kinderwunschbehandlung: Nach einem langen Kampf gegen die Unfruchtbarkeit gelang es der Mutter, ihre beiden Mädchen gesund zur Welt zu bringen. Spendern sei Dank. Sie spendeten die gefrorenen Embryonen nämlich an eine gemeinnützige Organisation und so wurden sie bei Tina Gibson eingepflanzt. Ihr Ehemann Ben wurde aufgrund einer zystischen Fibrose (eine angeborene Stoffwechsel-Erkrankung sowie eine der häufigsten Erbkrankheiten) unfruchtbar. Die beiden spielten zuvor alle anderen Möglichkeiten durch – von Adoption bis zur Aufnahme von Pflegekindern. Doch bei beiden blieb der große Wunsch nach eigenen Kindern bestehen. Irgendwann hörten sie aber von der sogenannten "Embryo-Adoption" und informierten sich darüber. Die Spender bleiben bei einem solchen Vorgang anonym.

Schwester Emma brach bereits alle Rekorde

Mollys große Schwester Emma kam zuerst zur Welt, im Jahr 2017. Ganze 24 Jahre lang verbrachte sie "in vitro". Zu dieser Zeit war das die längste Zeit aller eingefrorenen Embryonen, aus denen gesunde Babys geboren wurden. "Wenn der Embryo zur Welt gekommen wäre, als er geboren werden sollte, hätten wir durchaus beste Freunde sein können – das ist unglaublich!", so Mama Tina.

Zweiter Embryotransfer, zweite Geburt, zweiter Weltrekord

Drei Jahre sollten vergehen, bis sich die Gibsons für ein zweites Kind entschieden. Und dann kam es, wie es kommen sollte (ein Wink des Schicksals vielleicht?): Die Eltern wanden sich erneut an die gemeinnützige Organisation, die ihnen bei der Spender-Suche half. Und sie erfuhren, dass parallel mit Emma ihre genetische Schwester eingefroren wurde! Und auch Molly erblickte 2020 gesund das Licht der Welt – und brach dementsprechend den Rekord ihrer Schwester …

Nur 25 bis 30 Prozent aller Implantate sind erfolgreich

In einem solchen Spenderzentrum können Eltern eingefrorene Embryos "auf Eis legen lassen" bzw. lagern, die die sie für ihre Familienplanung nicht mehr benötigten. Ein Beispiel: Familie Meier hatte zwei künstliche Befruchtungen (z. B. ICSI, intracytoplasmatische Spermieninjektion), aus denen zwei Kinder hervorgingen. Damit fühlen sich die Eltern komplett. Familienplanung abgeschlossen. Doch aus der vorherigen Behandlung gingen mehrere (übrig gebliebene) Embryos hervor, die sie für eventuelle nächste Versuche einfrieren ließen. Was also damit tun? Spenden! Eine tolle Sache, finden wir! So hat man die Chance, dem unerfüllten Kinderwunsch einer anderen Familie ein Ende zu setzen. Diese Embryos können dann nach der Adoption in die Gebärmutter der Mutter eingesetzt werden. Aber: Nur 25 bis 30 Prozent aller Implantate sind erfolgreich. Doch die zwei Geburten von Tina Gibson beweisen: Auch ältere Embryos können mit Erfolg eingepflanzt werden …

Hier könnt ihr euch über Embryonenspenden in Deutschland informieren: netzwerk-embryonenspende.de.

Profilbild

Teile diesen Artikel: