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Unerfüllter Kinderwunsch

Follikelreifungsstörung

Wie äußert sich eine Follikelreifungsstörung? Und was kann man dagegen tun, wenn man schwanger werden möchte? Unser Experte beantwortet diese Fragen.

"Ich bin 32 Jahre alt und habe vor kurzem die Pille abgesetzt. Da ich gleich im ersten Zyklus starke Schmerzen um den Eisprung herum hatte, bin ich zu meinem Frauenarzt gegangen, der auch Reproduktionsmediziner ist. Er sagte, dass das Hormonstörungen sind und man die ohne FSH-Spritzen nicht in den Griff kriegt. Also spritzte ich im nächsten Zyklus Fertinorm 75. Ich bekam dann meine Tage und fünf Tage später Blutungen. Schließlich wurde eine Eileitergrav. li. festgestellt und diese operativ laparoskopisch mit Erhalt des Eileiters entfernt. Hierbei wurden zahlreiche Endometrioseherde im Bereich des Blasenperitoneums und im Douglas festgestellt. Äußerlich waren Ovarien und Tuben o.k. Dann versuchten wir es wieder auf natürlichem Weg schwanger zu werden, aber ich war mit meinen Nerven echt am Ende und seelisch ziemlich down. Der Schleim um den Eisprung herum war entweder gar nicht da oder es kam nur ein galertartiger Klumpen, aber nicht schön spinnbar und dünn. Es folgte im Januar wieder eine Hormontherapie, aber wieder ohne Ergebnis. Danach habe ich es wieder ohne Hormone probiert. In den letzten Zyklen treten immer wieder die Schleimstörungen auf, d.h. am Tag des Eisprungs nur etwas milchiger Schleim, einen Tag später dann ein glasiger fester Klumpen. Habe ich Hormonstörungen, d.h. Östrogenmangel, und soll ich wieder eine Hormontherapie machen? Oder sollte man vielleicht mal schauen, ob die Eileiter durchlässig sind? Mir wurde im Krankenhaus auch gesagt, ich solle eine Hormonbehandlung wegen der Endometriose durchführen lassen. Davon war ich aber nicht überzeugt, weil ich endlich schwanger werden wollte. Außerdem ist der Erfolg auch strittig. Sind meine Störungen seelisch bedingt oder ist dies ein klarer Fall von organischen Störungen? Ich muss noch hinzufügen, dass ich seit Absetzen der Pille jeden Monat nach der Periode Jucken und Brennen in der Scheide verspüre, die Scheide trocken und gerötet ist. Kann das ein Östrogenmangel sein? Was würden Sie mir raten, ob sich das alles noch einspielen kann, oder ist jetzt nach fast einem Jahr diese Möglichkeit nicht mehr sehr wahrscheinlich? Ich sollte vielleicht noch erwähnen, daß ich mit 23 auf natürlichem Weg schwanger geworden bin, diese Schwangerschaft dann aber abgebrochen habe."

Antwort: Wie Sie die Symptome in Ihrem Zyklus beschreiben, liegt tatsächlich eine Follikelreifungstörung und ein Mangel an weiblichem Hormon (Östrogen) vor. Außerdem scheinen Ihre Eileiter nicht korrekt zu funktionieren. Die Ärzte, die die Bauchspiegelung bei Ihrer Eileiterschwangerschaft gemacht haben, rieten Ihnen zu einer Therapie der Endometriose. Da nur sie die Herde gesehen haben, würde ich auf sie hören. Die Vorausetzungen für eine Schwangerschaft werden sich dadurch bessern. Nach Therapieende kann man dann eine erneute Bauchspiegelung mit Eileiterprüfung machen. Wenn die Eileiter dann unauffällig sind, würde ich wieder vorsichtig mit den FSH-Spritzen zur Unterstützung der Follikelreifung beginnen. Das Ziel ist, schnell schwanger zu werden und der Endometriose keine neue Chance zu lassen. Leider kann der Kinderwunsch, wenn er sehr stark ist, auch die feine Hormonbalance stören, die für eine gute Eizellreifung notwendig ist.

Dr. Friedrich Gagsteiger

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