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Kinderwunsch mit 40

Wie stehen die Chancen auf ein gesundes Kind?

Bei einem Kinderwunsch mit 40 Jahren gibt es einiges zu beachten. Unser Experte erklärt, wie es mit Fehlgeburten und Missbildungen bei einer späten Schwangerschaft aussieht.

"Ich bin 40 Jahre alt und habe zwei Kinder (12 und 10) und habe eine hundertprozentig pünktliche Periode und Eisprung. Und jetzt habe ich noch einen Kinderwunsch – mit 40! Mein Ehemann (auch 40 Jahre alt) und ich selbst sind körperlich vollkommen gesund. Beim ersten Versuch wurde ich letztes Jahr  auf Anhieb schwanger. Der Arzt sagte, kein Problem, es gibt mittlerweile viele Frauen, die mit 40 schwanger werden. Alle Untersuchungen liefen reibungslos. In der 12. Woche bekam ich jedoch Blutungen, zwei Tage nach der letzten Untersuchung. Man sagte mir, der Fötus sei abgestorben. Es wurde eine Ausschabung gemacht und der dortige Arzt fragte mich, ob vor zwei Tagen wirklich noch alles in Ordnung gewesen sei. Seiner Ansicht nach war das Gewebe schon einige Tage länger abgestorben. 

Nun würde ich gerne etwas zum Thema Statistik wissen: Ist es sinnvoll, noch einmal einen neuen Versuch zu starten? Ist ein Kinderwunsch mit 40 Jahren realistisch? Und wie stehen die Chancen, ein gesundes Kind zu bekommen?

Zwischen meinen beiden Kindern und der jetzigen misses abortion gab es nochmals ein Windei. Ist das nun zum zweiten Mal eine Fehlgeburt?"


Antwort: Die Rate der Fehlgeburten beträgt normalerweise 10 Prozent. Bei einem Kinderwunsch mit 40 ist die Rate 2-3 Mal höher, d.h. ein Drittel aller Schwangerschaften endet als Fehlgeburt (Chromosomenanomalie, Windei, Hormonstörung u.a.). Ferner muss eine vorgeburtliche Diagnostik gemacht werden. Dabei ist in ca. 5 Prozent mit Störungen zu rechnen: (Trisomie 21, 18, 13). Ferner treten in der Schwangerschaft vermehrt Probleme auf wie Gestose (Schwangerschaftsvergiftung), Retardierung (Mangelversorgung) u.a. Ich würde von der Schwangerschaft nicht abraten, aber man hat bei einem Kinderwunsch mit 40 schon einen kleinen Berg vor sich bis zur Geburt des gesunden Kindes.

Prof. Dr. Friedrich Wolff

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