Frühlingsgefühle im Herbst

Sommerbaby planen: Jetzt ist der beste Zeitpunkt!

Schwanger werden geht nicht auf Knopfdruck, schon klar! Abr Paare, die sich ein Kind wünschen, das im Sommer Geburtstag hat, sollten im Herbst darüber nachdenken, mit der Verhütung aufzuhören. Tatsächlich werden die meisten Babys schon seit Jahren zwischen September und November gezeugt.

Meine Tochter (3) hat im Juli Geburtstag. Damit liegt sie voll im Trend, denn laut den Daten des Statistischen Bundesamtes werden in Deutschland die meisten Kinder im Sommer geboren, im Juli und August. Im Geburtsjahr meiner Kleinen waren es 73.589 Juli-Kinder. 2020 gab es ebenfalls im Honigmonat die meisten Geburten, nämlich 70.421. Den Trend zu Sommerbabys verzeichnet das Statistikamt übrigens bereits seit 1990. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die meisten Babys im Herbst, zwischen September und November, gezeugt werden. Ob das an der Planung der Eltern oder an den kuscheligen Herbsttagen liegt, ist allerdings nicht bekannt ... 

Wenn ihr euch ein Sommerbaby wünscht, könntet ihr gut jetzt damit beginnen, eurem Baby den Weg in die Welt zu ebnen.

5 Tipps zum Schwangerwerden

  1. Aufhören zu verhüten
    "Bei der Pille kann die Frau direkt im nächsten Zyklus schwanger werden", erklärt die Frauenärztin Dr. Claudia Schumann-Doermer. "Wird die Spirale gezogen, sollte eine Blutung abgewartet werden, damit sich die Gebärmutterschleimhaut regenerieren kann." Generell gilt natürlich: Wie lange es dauert, bis eine Frau schwanger wird, ist individuell unterschiedlich."
  2. Folsäure nehmen
    Folsäure trägt zur Zellteilung bei und fördert das Wachstum und die Entwicklung der Zellen des ungeborenen Kindes. Häufige Fehlbildungen, die durch Folsäuremangel entstehen, sind ein offener Rücken (Spina bifida). Optimalerweise sollte die Folsäure mindestens vier Wochen vor der Empfängnis eingenommen werden.
  3. Die fruchtbaren Tage erkennen
    Am fruchtbarsten sind Frauen am Tag des Eisprungs und am Tag danach. Der Eisprung findet bei den meisten Frauen etwa 14 Tage vor der nächsten Periode statt. "Einige spüren ein Ziehen im Bauch, andere bemerken den Abgang des Fruchtbarkeitsschleims", erklärt Frauenärztin Schumann-Doermer. Auch Apps und Eisprungrechner können helfen. "Da Samenzellen sich vier bis fünf Tage im Körper der Frau halten, sollten Paare mit Kinderwunsch am besten an den Tagen vor dem Eisprung häufiger miteinander schlafen." Ist der Mann davor einige Tage enthaltsam, sind die Spermien übrigens fruchtbarer.
  4. Gesund leben
    Frauen sollten auf Alkohol verzichten, weil dieser dem Ungeborenen erheblich schadet. Bei Männern, die stark rauchen, ist eine schlechtere Spermienqualität wissenschaftlich nachgewiesen. Über zu viel Stress sollten sich Paare keinen Stress machen. Schumann-Doermer: "Ob man durch die Welt jettet oder zu Hause auf dem Sofa liegt, hat laut Studien zu unerfüllten Kinderwünschen nichts mit dem Einnisten der Eizelle zu tun", so die Frauenärztin. Jeder sollte einfach auf sich und seine Bedürfnisse achtgeben. 
  5. Mit der Frauenärztin sprechen
    Die checkt dann noch mal, ob zum Beispiel alle wichtigen Impfungen wie Keuchhusten und Windpocken auf Stand sind. "Auch eine Impfung gegen das Coronavirus ist für Paare mit Kinderwunsch sehr sinnvoll, denn schwere Verläufe während einer Schwangerschaft sind sinnbildlich doppelt schwer. Warten Sie damit nicht bis nach der Geburt", rät die Medizinerin. 

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Babyboom durch Corona? Jein

Im Jahr 2020 kamen in Deutschland rund 773.000 Kinder zur Welt. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes etwa 5.000 Kinder (-0,6 Prozent) weniger als im Vorjahr. Der von vielen prophezeite Babyboom, ausgelöst durch den ersten Lockdown im Frühling 2020, blieb aus – doch danach ging es in den Schlafzimmern hierzulande offenbar rund: Im Februar 2021 gab es einen leichten Anstieg der Geburtenrate. Und im März verzeichnete das Statistische Bundesamt sogar den höchsten März-Geburtenwert seit 20 Jahren: Über 65.000 Kinder kamen zur Welt! Rechnet man zurück, kommt man in den Frühsommer 2020 – die Zeit des Abflachens der ersten Pandemie-Welle und der Lockerungen. Vielleicht hat sich die Erleichterung also bemerkbar gemacht. Mal schauen, wie es nach diesem Sommer aussieht!

Experten-Bild

Unsere Expertin

Dr. med. Claudia Schumann-Doermer

... ist Frauenärztin und Psychotherapeutin. Sie lebt und arbeitet in Northeim. Bis 2014 hatte sie eine eigene Praxis, war anschließend im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und widmet sich derzeit eigenen Projekten wie ihrem kürzlich erschienenen Buch "Frauenheilkunde mit Leib und Seele" sowie ihren zwei Kindern und drei Enkeln.

Autorin: Merle von Kuczkowski

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