Zyste am Eierstock

Hilft Clomifen beim Kinderwunsch?

"Ich habe vor 16 Monaten die Pille abgesetzt, weil ich und mein Mann ein Kind wollten. Zuerst bekam ich gleich nach einem Monat eine Zyste am Eierstock, wurde deshalb auch nicht schwanger.

Dann versuchten wir es weiter, aber ich wurde einfach nicht schwanger. Ich dachte, vielleicht liegt es am Sperma meines Mannes. Er ließ sich daraufhin untersuchen, und sein Sperma war nach zwei Tests sehr gut. Es kann also nicht daran liegen. Meine Gynäkologen sagten immer, ich muss ein Jahr warten, erst dann spricht man von einer Sterilität, die wollten mich nicht untersuchen. Ein paar Monate später kriegte ich wieder eine Zyste am Eierstock, die gingen bei mir aber immer wieder von alleine weg.

Dann endlich konnte ich das Medikament Clomifen einnehmen. Ich wurde auch gleich schwanger. Ca. in der 4. Woche bekam ich einen komischen braunen Ausfluss, ich ging dann gleich zur Ärztin, sie sagte nur, es sei sowieso noch zu früh das man im Ultraschall in der Gebärmutter was sieht, ich müsse warten und in zwei Wochen wieder kommen. Ich sagte, dass meine Brüste nicht mehr spannen und empfindlich sind, sie sagte, dann sei die Schwangerschaft abgebrochen. Am nächsten Tag kam sehr dickes dunkelbraunes Blut raus, da ahnte ich, dass ich es verloren habe. Einen Tag später bekam ich in der Nacht schlimme Schmerzen im linken Eierstock, ich dachte er platzt mir gleich, ich hatte Angst vor einer Eileiterschwangerschaft und ging gleich ins Krankenhaus. Meine Blutwerte waren zu tief, als das ich noch schwanger wäre, also schlossen die Ärzte eine Eileiterschwangerschaft aus. Es könnte vielleicht noch sein, dass ein Nierenstein runterfiel, sagten sie. Aber ich hätte sonst Bericht bekommen, wenn das so wäre.

Ich habe dauernd was mit dem linken Eierstock, entweder kommt eine Zyste oder ich merke dauernd ein komisches Ziehen oder wie in der Nacht, das war aber einmalig. Was könnte das noch sein? Ich muss immer nur abwarten und die Ärzte können nichts rausfinden. Warum hatte ich einen Abort? Und warum werde ich ohne dieses Clomifen nicht schwanger?

Ich hab auch immer die Basaltemperatur gemessen. Ja mein Zyklus schwankt zwischen 30 und 35 Tagen, war auch schon mal 38 und mal 26, aber durch einen Mittelschmerz im Unterbauch, und durch die Veränderung des Scheidenausflusse merkte ich immer, wann ein Eisprung war. Ich habe immer das Gefühl gehabt dass mein heranreifendes Follikel nicht platzen kann beim Tag des Eisprungs und er darum immer weiter wuchs, bis eine Zyste entstand. Mit Clomifen hat es geklappt. Wird man nach einem Abort schnell wieder schwanger? Viele behaupten, man sei dann erst recht fruchtbar. Und kann ein Abort ein zweites Mal wieder vorkommen? Eine Laparoskop-Untersuchung ist ja nicht nötig, weil die Gynäkologin gesagt hat, wenn ich jetzt schwanger geworden bin, dann heisst das, das die Eileiter nicht zusammengeklebt sind. Ist das Clomifen eigentlich wie eine künstliche Hilfe zur Schwangerschaft? Die Schmerzen im linken Eierstock habe ich übrigens nicht mehr, nur manchmal ein Stechen und Ziehen, aber aushaltbar."


Antwort: Das sind natürlich sehr viele Fragen, aber ich versuche sie kurz zu beantworten.

Eine Fehlgeburt ist relativ häufig mit 10-15 Prozent aller Schwangerschaften und beruhen meist auf Fehlern bei den ersten Schritten nach Befruchtung der Eizellen. Natürlich kann eine Fehlgeburt rein statistisch auch zwei Mal auftreten. Mit Clomifen hat das zunächt nichts zu tun, obwohl die Rate der Fehlgeburten etwas erhöht ist.

Die Substanz unterstützt den Eisprung hormonell mit allerdings einer erhöhten Rate von Mehrlings-SS.

Die Zysten folgen häufig dem Eisprung, haben aber nichts damit zu tun, dass die Eizelle nicht springen kann. Natürlich können Sie nach dem Gesagten  schnell wieder schwanger werden. Sollte es nach 6 Monaten nicht klappen (3 Monate sollte man nach einer Fehlgeburt nicht schwanger werden, danach 2-3 Zyklen), muss wieder Clomifen gegeben werden.

Prof. Dr. Friedrich Wolff

Teile diesen Artikel: