Aktuelle Studie aus Großbritannien

Ein Fünftel der schwerstkranken Corona-Patienten sind ungeimpfte Schwangere

Schon länger wird vermutet: Ungeimpfte Schwangere haben ein erhöhtes Risiko eines besonders schweren Corona-Verlaufs. Eine aktuelle Studie aus Großbritannien belegt nun: 20 Prozent aller COVID-19-Intensivpatienten sind ungeimpft und schwanger.

Ungeimpfte Schwangere sind erhöhtem Corona-Risiko ausgesetzt

Sie sind schwanger. Sie sind ungeimpft. Sie liegen auf der Intensivstation. Sie werden künstlich beatmet... Ein dramatischer Trend, der in britischen Krankenhäusern zur Zeit zu beobachten ist. Die Gesundheitsbehörde National Health Service (NHS) warnt: 20 Prozent der aktuell schwerstkranken Corona-Patienten sind ungeimpfte Schwangere, die nicht nur um ihre eigene Gesundheit bangen müssen, sondern auch um die ihres ungeborenen Kindes. 

Betrachtet man nur den Anteil der Frauen in Intensivbehandlung, ist dieser sogar noch höher: Laut NHS sind etwa ein Drittel der 16- bis 49-jährigen Betroffenen ungeimpfte Schwangere. Ein halbes Jahr zuvor waren es lediglich sechs Prozent. 

Warum gerade die Schwangeren?

"Die analysierten Studiendaten weisen darauf hin, dass Schwanger sein an sich ein relevanter Risikofaktor für schwere COVID-19-Verläufe ist", heißt es auf der Website des Robert-Koch-Instituts.

Hinzu kommen zwei weitere Faktoren:

  1.  Schwangere, die sich nicht impfen lassen, tun dies wohl auch aus Angst vor Nebenwirkungen für das Baby, so vermutet es zum Beispiel die "Washington Post". (Hintergrund: Auch in den USA erkranken immer mehr ungeimpfte Schwangere schwer an Corona.)
  2. Die neuen Corona-Varianten werden immer ansteckender, wie zuletzt die Delta-Variante. 

Impfempfehlung für Schwangere in Deutschland

Auch hier in Deutschland wird ein erhöhtes Corona-Risiko für werdende Mütter festgestellt. Die STIKO gab Mitte September 2021 die offizielle Impfempfehlung für Schwangere ab dem 2. Trimester und stillende Frauen ab – und warnt damit vor einer COVID-19-Erkrankung in dieser Lebensphase: "Im Vergleich zu nicht-schwangeren Frauen gleichen Alters hatten schwangere Frauen ein zwei- bis fünffach erhöhtes Risiko auf eine Intensivstation aufgenommen zu werden und ein zweieinhalbfach erhöhtes Risiko für eine invasive Beatmung."

Die STIKO möchte mit der Impfung Schwangere und Stillende aber nicht nur selbst vor einem schweren COVID-19-Verlauf, der im Ernstfall tödlich enden kann, schützen, sondern auch Schwangerschaftskomplikationen mit Folgen für das (ungeborene) Baby verhindern. 

Impfvorteile für Schwangere

Experten haben die STIKO-Empfehlung herbeigesehnt, denn sie sind sich schon länger einig, dass eine Corona-Impfung auch für Schwangere und stillende Mütter sinnvoll und im Ernstfall sogar lebensrettend sein kann. Zahlreiche medizinische Fachorganisationen, unter anderem der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) und das Robert-Koch-Institut, sprechen sich deutlich für die Vorteile Corona-Impfung für Mutter und Kind aus. 

Geimpfte Schwangere sind zu 97 Prozent vor einer symptomatischen Corona-Infektion geschützt. Plus: Das Risiko eines Krankenhausaufenthalt ist um 89 Prozent geringer für sie als bei ungeimpften Schwangeren. Das ergab eine aktuelle Studie aus Israel. Hier werden Schwangere bereits seit Dezember 2020 geimpft.

Eine Abwägung...

"Nach bisherigem Kenntnisstand treten bei geimpften Schwangeren genauso selten Komplikationen in der Schwangerschaft auf wie bei ungeimpften Schwangeren. Auf der anderen Seite schadet eine COVID-19-Erkrankung nicht nur der Schwangeren, sondern gefährdet auch das Ungeborene. So erhöhen sich unter anderem die Risiken für Frühgeburten, Präeklampsie und Totgeburten", heißt es von Seiten des BVF

Außerdem wurde nachgewiesen, dass der Impfschutz auch auf das Baby im Bauch übertragen wird. Antikörper werden über die Plazenta weitergegeben. Somit haben schon Neugeborene einen natürlichen Schutz gegen Corona. 

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Unsere Autorin

Astrid Christians-Gege

Astrid Christians-Gege wird oft gefragt, wie man das als Mama von zweijährigen Zwillingsjungs und einem Vierjährigen so wuppt. Ihre Antwort: Mit starkem Kaffee, einem sehr langen Geduldsfaden und einer gesunden Work-Life-Balance.

Als Redakteurin bei Leben & erziehen lässt sie auch mal den ein oder anderen Tipp einer Dreifach-Jungsmama in ihre Artikel einfließen, aber bitte immer ohne erhobenen Zeigefinger. Denn nichts ist cooler als Mütter, die sich gegenseitig unterstützen. 

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