Planung der Elternzeit

Elterngeld - den Antrag richtig stellen

Wo du Elterngeld beantragen kannst, wie viel dir zusteht, was als Einkommen gilt, welche Unterlagen du außerdem brauchst – alle Antworten auf deine Fragen.

Wann muss ich den Antrag stellen?

Möglichst bald nach der Geburt. Elterngeld wird rückwirkend nur für drei Monate ausbezahlt.

Wo muss ich das Elterngeld beantragen?

Zuständig für die Auszahlung des Elterngeldes sind die Bundesländer. Deshalb sind die Antrags- und Beratungsstellen von Land zu Land unterschiedlich.

Vordrucke gibt es auch bei vielen Gemeinden, Krankenkassen oder Kliniken. In manchen Bundesländern kannst du den Antrag online ausfüllen.

Welche Bescheinigungen brauche ich?

Wichtig ist zunächst einmal die „Erklärung zum Einkommen“. Dieses Formular bekommst du mit dem Antrag. Wenn du angestellt bist, benötigst du die Lohn- oder Gehaltsabrechnung deines Arbeitgebers für alle zwölf Monate vor der Geburt des Kindes (ohne Mutterschaftsgeld). Bist du selbstständig, brauchst du den letzten gültigen Steuerbescheid.

Zum Antrag gehören auch:

  • die Geburtsurkunde des Kindes
  • eine Bescheinigung der Krankenkasse, ob du Mutterschaftsgeld erhalten hast
  • eine Bescheinigung über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • eine Bestätigung deines Arbeitgebers über deine Arbeitszeit nach der Geburt.
  • Ausländische Staatsangehörige, die nicht aus der Schweiz oder EU kommen, brauchen eine Bestätigung der Ausländerbehörde über ihre Niederlassungs- bzw. Aufenthaltserlaubnis.

Die Formulare liegen dem Antrag bei.

Wie kann ich als Angestellte mein Nettoeinkommen berechnen?

Das durchschnittliche Einkommen in den zwölf „maßgeblichen“ Monaten vor der Geburt wird als Grundlage für die Berechnung des Elterngelds genommen. Sonderzahlungen wie Prämien, Weihnachts- und Urlaubsgeld rechnen die Elterngeldstellen vorher heraus. Auch steuerfreie Bezüge wie Zuschläge für Sonntags-, Nacht- und Feiertagsarbeit zählen beim Elterngeld nicht mit. Vom verbliebenen Bruttogehalt wird zunächst für jeden Monat die Werbungskostenpauschale in Höhe von derzeit 83,33 Euro abgezogen. Dann wird aus der verbleibenden Summe ein Monatsdurchschnitt für die entsprechenden Monate errechnet. Von diesem Betrag gehen dann ab: die Steuern und eine Pauschale von 21 Prozent für die Sozialabgaben.
Als Einkommen von Selbstständigen gilt für Geburten ab 1. Januar 2013 der Gewinn laut dem letzten gültigen Steuerbescheid.

Zählt das Weihnachtsgeld mit zu meinem Einkommen?

Einmalige Zahlungen wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Prämien oder steuerfreie Gehaltsbestandteile wie z. B. Nacht- und Sonntagszuschläge oder Beiträge zu Direktversicherungen werden bei der Berechnung des Nettoeinkommens nicht berücksichtigt.

Ich bin selbstständig. Was muss ich als Einkommen angeben?

Du legst der Elterngeldstelle deinen Einkommensteuerbescheid vor. Dein steuer-rechtlicher Gewinn in dem Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes gilt als Brutto-Erwerbseinkommen. Wenn du Verluste gemacht hast, wird das entsprechend berücksichtigt. Liegt dein Steuerbescheid für den entsprechenden Zeitraum noch nicht vor, kannst du auch einen Bescheid aus dem Vorjahr abgeben. Dein Elterngeld wird dann vorläufig berechnet. Du musst aber darauf gefasst sein, dass du zu viel erhaltenes Elterngeld zurückzahlen musst.

Mein Mann will die Partnermonate nehmen. Können wir einen gemeinsamen Antrag ausfüllen?

Beide Elternteile können gleichzeitig Elterngeld beantragen. Es ist aber auch möglich, dass vorerst nur einer den Antrag stellt und der andere seine Ansprüche lediglich anmeldet. Dann braucht er aber später einen eigenen Antrag.

Ich bin mit meinem ersten Kind in Elternzeit und nicht berufstätig. Welche Bescheinigungen brauche ich, um das Elterngeld für das zweite Kind zu bekommen?

Einen Einkommensnachweis brauchst du nicht, weil du im Jahr vor der Geburt nichts verdient hast. Um den Geschwisterbonus zu erhalten, musst du die Geburtsurkunde des älteren Kindes vorlegen.

Ich habe einen nicht sozialversicherungspflichtigen 450-Euro-Job. Wie weise ich mein Einkommen nach?

Entweder durch die Bestätigung von der Bundesknappschaftsversicherung, bei der du angemeldet bist, oder aber dein Arbeitgeber weist die Zahlungen an dich nach.

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