Mein, dein, unser Geld

Geld in der Elternzeit

Mit einem Einkommen auskommen! Gar nicht so einfach, wenn in der Elternzeit drei Menschen davon leben wollen – und man vorher zwei Gehälter ausgeben konnte.

Für die meisten Paare ist es nicht ganz leicht zurückzustecken, wenn das Baby kommt. Meistens sind es die Frauen, die Elternzeit nehmen und so für einige Zeit auf das Geldverdienen verzichten. Und das heißt häufig: keine Fernreisen mehr, Windeln kaufen statt Essen beim Italiener, Extrawünsche sind gestrichen.

Geld ist mehr als ein Zahlungsmittel

Ganz am Anfang einer Partnerschaft ist das Geld noch kein Thema. Zwei Gehälter erlauben es meist, sich spontan Wünsche zu erfüllen. Mit Kind wird das schwieriger. Und wenn das Geld knapp ist, kommt es leicht zu Streitereien um Finanzielles. Schließlich bedeutet Geld neben einer gewissen Sorglosigkeit auch Unabhängigkeit, Macht und Anerkennung.

Zweierlei Arbeit

Bezahlte Arbeit gilt in unserer Gesellschaft immer noch mehr als unbezahlte – was es Hausfrauen nicht gerade leichter macht, ihre Arbeit als ebenso wichtig anzusehen wie die ihrer Männer. Und so manche Frau, die zuvor ihr eigenes Geld verdient hat, hat nun Probleme damit, sein Gehalt auszugeben.

Eigenes Geld für beide

Wenn aus zwei Verdienern eine Familie wird, müssen auch die Finanzen neu geordnet werden. Klare Absprachen erleichtern Paaren den Umgang mit der gemeinsamen Kasse. Werner Sanio von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Schuldnerberatung in Kassel: "Jeder der beiden Partner sollte sein eigenes Konto behalten, auch in der Elternzeit. So bewahrt sich jeder ein Stück Unabhängigkeit und hat Geld zur Verfügung, über das er keine Rechenschaft ablegen muss. Der verdienende Partner kann eine feste Summe überweisen. Vorher wird geklärt, wer für welche laufenden Kosten zuständig ist. Über ein gemeinsames Konto haben am besten beide Partner die Verfügungsgewalt. Dann ist keiner der Bittsteller. Ein Haushaltsplan und ein Haushaltsbuch helfen, den Überblick zu bewahren und zu erkennen, was man sich leisten kann und was nicht. Grundsätzlich gilt: den anderen nicht mit größeren Anschaffungen überrumpeln. Ob Möbel, Auto oder Stereoanlage - die Partner sollten zusammen planen, was sie sich kaufen möchten."

Nicht berufstätige Frauen können diesen Betrag sogar einklagen. Ob das aber dem Familienfrieden zuträglich ist, sei dahingestellt. Allemal besser ist: reden und planen. Sobald es klare Regeln gibt, an die sich alle Beteiligten halten, wird die Lage entschärft. Und vor allem die Hausfrauen wissen: Meine Arbeit wird honoriert.

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