Mutterschutzgesetz

Schwanger im Job: Das sind deine Rechte

Darf man mir während der Schwangerschaft kündigen? Wann beginnt der Mutterschutz? Welche Arbeiten kann ich ablehnen? Hier die wichtigsten Infos und Tipps für berufstätige Schwangere.

Die rechtliche Situation ist klar: Sobald du dem Arbeitgeber deine Schwangerschaft mitgeteilt hast, muss er dir einige Sonderrechte einräumen. Dazu ist er nach dem Mutterschutzgesetz verpflichtet. Hier die wichtigsten Klauseln:

Kündigungsschutz

Nur in Ausnahmefällen ist die Kündigung Schwangerer möglich. Grundsätzlich darf dir nicht gekündigt werden. Das gilt bis vier Monate nach der Geburt bzw. bis Ende des Erziehungsurlaubs. Der Schutz greift auch dann noch, wenn du deinen Chef erst binnen zwei Wochen nach der Kündigung über deine Schwangerschaft informierst. Befristete Arbeitsverträge laufen aber immer zum vorgesehenen Termin aus.

Gesundheitsschutz

Tätigkeiten, die deiner Gesundheit oder die des Babys gefährden könnten, sind untersagt. Dazu zählen schwere körperliche Arbeit, Akkord-, Fließbandarbeit, Tätigkeiten, die dich giftigen Stoffen, Strahlen, Staub, Hitze, Kälte, Nässe, Lärm, Erschütterungen aussetzen. Ab dem vierten Monat ist Arbeit in Beförderungsmitteln, z. B. als Busfahrerin, verboten. Dir steht ein nikotinfreier Arbeitsplatz zu. Notfalls kann der Arzt ein individuelles Beschäftigungsverbot anordnen.

Stundenlimit: Arbeit über 8,5 Stunden täglich bzw. 90 Stunden binnen zwei Wochen, Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit (zwischen 20 Uhr und 6 Uhr) ist tabu. Ausnahmen gelten für die Gastronomie, für Krankenpflege und Theater.

Pausen: Musst du ständig stehen oder sitzen, hasr du das Recht auf Pausen, in denen du dich hinsetzen beziehungsweise umhergehen kannst.

Vorsorgetermine: Außerhalb der Arbeitszeit planen. Geht das nicht, muss dein Chef dir bei vollem Gehalt freigeben.

Mutterschutzfristen

...beginnen sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Dein Arbeitgeber darf dich nicht mehr beschäftigen; es sei denn, du verzichtest ausdrücklich auf die Freistellung. Das kannst du aber widerrufen. Den Beginn der Schutzfrist muss ein Attest von Arzt oder Hebamme belegen, das nicht älter als eine Woche sein darf. Nach der Geburt stehen dir acht freie Wochen zu, bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf Wochen. In dieser Zeit darfst du keinesfalls arbeiten.
Übrigens: Kommt dein Kind vor dem errechneten Termin zur Welt, kannst du die vorher verlorenen Tage an die Frist nach der Entbindung anhängen.

Wer hilft bei Problemen?

Leider haben Schwangere im Job mitunter Probleme. Hilfe gibt es beim Betriebsrat, dem zuständigen Amt für Arbeitsschutz und dem Gewerbeaufsichtsamt. Die Mutterschützer vom Amt kommen auch zur Arbeitsplatzbesichtigung.

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