Die wichtigsten Begriffe

Der Elterngeld-Antrag einfach erklärt

Nicht erschrecken, wenn du den Antrag fürs Elterngeld siehst: Er ist viel leichter auszufüllen, als du denkst. Das Aus­sehen ist von Bundesland zu Bundesland immer etwas anders, aber die meisten Infos werden überall gleich abgefragt. Was du zu den wichtigsten Begriffen wissen solltest:

Kind, für das Elterngeld beantragt wird

Für Zwillinge bekommen Eltern nur einmal Elterngeld. Allerdings gibt es einen Zuschlag von 300 Euro auf das Basiselterngeld oder 150 Euro, wenn du das Elterngeld Plus beziehst. Bei Drillingen bekommst du den doppelten Zuschlag.
 
Den Geschwisterbonus gibt es nur, wenn außer den Mehrlingen ein weiteres Geschwisterkind in der Familie lebt, auf das die nötigen Voraussetzungen zutreffen (siehe unten).

Wohnsitz

Damit ist der Ort gemeint, an dem du dich in aller Regel aufhälst. Urlaube oder vorübergehende private Aufenthalte aus familiären Gründen zählen nicht dazu.

Beispiel 1: Das Ehepaar Meyer lebt von April bis Oktober im Wohnmobil in Griechenland und betreibt dort eine Segelschule. Die restliche Zeit des Jahres verbringen die beiden in ihrer Hamburger Mietwohnung. Als Wohnsitz gilt Hamburg, deshalb bekommen die beiden Elterngeld.

Beispiel 2: Ilona Müller lebt mit ihrem italienischen Ehemann in Verona. Zur Geburt ihres Babys kommt sie zu ihren Eltern nach München. Das Kind wird dort geboren, nach einem Monat kehrt Ilona nach Verona zurück. Obwohl ihr Kind in Deutschland geboren ist, hat sie keinen Anspruch auf Elterngeld.

Beispiel 3: Yussuf Demir lebt mit seiner türkischen Frau in Berlin. Er arbeitet als Informatiker, seine Frau hat nach der Geburt ihren Job aufgegeben. Beide können Elterngeld beanspruchen, denn türkische, algerische, marokkanische und tunesische Staatsangehörige sowie deren Familienangehörige haben einen Anspruch auf das Elterngeld, wenn sie hier fest angestellt sind.

Kindschaftsverhältnis

Elterngeld gibt es für leibliche Kinder, egal ob ehelich oder nicht ehelich. Für adoptierte Kinder wird das Elterngeld ab der Aufnahme des Kindes in die Familie gezahlt, höchstens bis das Kind acht Jahre alt ist. Auch Stiefeltern oder Eltern, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft zusammenleben, haben Anspruch.

Lebensmonate des Kindes

Der erste Lebensmonat beginnt mit dem Tag der Geburt. Das heißt: Wenn ein Kind am 8. August 2018 geboren wird, ist der erste Lebensmonat der Zeitraum vom 8. August bis zum 7. September 2018. Vorsicht: Die Lebensmonate des Kindes decken sich meist nicht mit den kalendarischen Monaten, nach denen das Gehalt berechnet wird!

Festlegung des Bezugszeitraums

Bei der Antragstellung musst du entscheiden, für welchen Zeitraum du Elterngeld beanspruchen möchtest. Beim Elterngeld Plus haben Mütter und Väter die Möglichkeit, bis zu 24 Monate Geld zu beziehen, dafür bekommen sie allerdings auch nur maximal die Hälfte des Betrags. 

Weitere Kinder im Haushalt

Einen Geschwisterbonus in Höhe von zehn Prozent des Elterngeldes (mindestens 75 Euro bzw. 37,50 Euro beim Elterngeld Plus) gibt es, wenn mindestens ein weiteres Geschwisterkind in der Familie lebt, das noch nicht drei, oder mindestens zwei, die noch nicht sechs Jahre alt sind. Er entfällt mit dem dritten bzw. sechsten Geburtstag des älteren Kindes. Ist eines der Geschwisterkinder behindert, steigt die Altersgrenze auf 14 Jahre. Du musst die Behinderung aber nachweisen.

Krankenkasse

Wenn du Elternzeit angemeldet hast, bleibst du während dieser gesamten Zeit (also bis zu drei Jahre) in der gesetzlichen Krankenkasse beitragsfrei, auch wenn du Elterngeld beziehst. Hast du keine Elternzeit in Anspruch genommen, gilt das nur für die 12 bzw. 14 Monate, in denen du das Elterngeld bekommst. Dieser Zeitraum verdoppelt sich, wenn du die Auszahlung des Elterngeldes auf 24 bzw. 28 Monate streckst. Gut zu wissen: Die Beitragsfreiheit bezieht sich auf das Elterngeld. Soweit anderes Einkommen besteht, das der Beitragspflicht unterliegt, müssen hierfür Beiträge gezahlt werden.

Auf das Elterngeld werden angerechnet:

  • ab der Geburt des Kindes von der Krankenkasse bezogenes Mutterschaftsgeld
  • Mutterschaftsgeld für ein weiteres Kind, das der Mutter während der Elternzeit für die Zeit vor dem Tag der Geburt zusteht (das ist der Fall, wenn du sehr schnell ein weiteres Baby bekommst)
  • Dienstbezüge, Anwärterbezüge und Zuschüsse, die dir nach beamten- oder soldatenrechtlichen Vorschriften für die Zeit des Beschäftigungsverbots vor der Geburt zustehen
  • der Zuschuss des Arbeitgebers zum Mutterschaftsgeld.

Das steht Alleinerziehenden zu

  • Mütter oder Väter, die ihr Kind ohne Partner großziehen, können 14 Monate lang Basis-Elterngeld bekommen. 

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