Ich will zurück in den Job!

So gelingt der Wiedereinstieg nach der Babypause

Schön, dass es die Elternzeit gibt! Trotzdem wollen die meisten Frauen irgendwann wieder zurück in ihren Beruf. Damit das problemlos klappt, heißt es, schon in der Schwangerschaft zu planen.

Elternzeit – ein neues Leben beginnt. Pause vom Job. Jetzt bestimmt das Kind den Tag. Statt Hektik im Büro ist Familienleben angesagt: Zeit, um mit dem Baby zu schmusen, es zu wickeln, zu stillen, in den Schlaf zu singen. Und hoffentlich auch mehr Zeit für sich selbst und den Partner. Wertvolle Monate also! Für die meisten Frauen steht trotzdem fest: Sie wollen nach einem, zwei oder drei Jahren Babypause wieder zurück in die Firma.

Bereite den Wiedereinstieg schon in der Schwangerschaft vor

  1. Dein Vorgesetzter erfährt als Erster, dass du schwanger bist – vor den Kollegen. So ersparst du dir die Peinlichkeit, dass er von anderen davon hört. Gleich beim ersten Gespräch kannst du deinem Chef signalisieren, dass du nach einer Babypause wieder an deinen Arbeitsplatz zurückkehren willst.
  2. Sich auf dieses Gespräch gut vorbereiten. Ich habe mir Gedanken gemacht, wer meine Aufgaben während meiner Elternzeit übernehmen könnte. Wer seinem Chef einen Plan präsentiert, wie eine mögliche Vertretung oder spätere Teilzeitarbeit aussehen kann, sammelt Pluspunkte und zeigt: Meine Arbeit ist mir weiterhin wichtig. Ich möchte gerne wieder zurückkehren. Wer keine Anregungen gibt, lässt dem Arbeitgeber zu viel Entscheidungsspielraum. Denn die junge Mutter, die aus der Elternzeit zurückkommt, hat zwar Anspruch auf einen gleichwertigen, nicht aber auf denselben Arbeitsplatz.
  3. Sich nicht zu früh festlegen. Eine endgültige Entscheidung, wann du wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehrst, solltest du erst treffen, wenn das Baby tatsächlich da ist, empfiehlt Claudia Schwalb, Personalleiterin bei Siemens Medical Solutions. Gerade beim ersten Kind schätzen Schwangere oft nicht realistisch genug ein, wie sehr sich das Leben durch den Nachwuchs verändern wird. Wichtig: Spätestens zwei Wochen nach der Geburt deines Babys musst du deinem Arbeitgeber schriftlich mitteilen, ob und wie lange du Elternzeit nehmen willst.
  4. Rechtzeitig an den Arbeitsplatz zurückkehren. Personalberater meinen: Je qualifizierter jemand ist, desto schneller verfällt auch sein Wissen. Hochqualifizierten Leuten kann man nicht guten Gewissens raten, zwei Jahre wegzubleiben. Dazu ist der Konkurrenzdruck zu groß, erklärt Claudia Schwalb. Aber auch für alle anderen gilt:
  5. Kontakt zur Firma halten. Am besten sorgt die künftige Mutter schon vor der Babypause dafür, dass man sie in der Firma nicht vergisst. Also anfragen, ob man auch weiterhin am normalen Informationsfluss beteiligt werden kann, zum Beispiel die üblichen E-Mails erhält, die Protokolle von Abteilungssitzungen und die Einladungen zu Betriebs- und Weihnachtsfeiern.
  6. Die Zeit zur Weiterbildung nutzen. Vielleicht ist es ja möglich, während der Babypause an internen Fortbildungsveranstaltungen des Betriebs teilzunehmen. Denn auch das ist wichtig: sich bereits jetzt darüber Gedanken zu machen, wie man während der Elternzeit fit für den Job bleibt. Denn Arbeitsplätze verändern sich heutzutage rasant schnell. Bleibe mit deinen Kollegen in Kontakt.
  7. Während der Elternzeit Urlaubs- oder Krankheitsvertretung machen. Davon ist der Chef meist begeistert, weil er niemanden neu anlernen muss. Und der Angestellten nützt es, weil sie Kontakt hält und ihr Wissen aufpoliert. Gibt es diese Möglichkeit nicht, darf die frisch gebackene Mutter (mit Zustimmung ihres bisherigen Arbeitgebers) eine freie Teilzeitbeschäftigung annehmen und zum Beispiel bei einer Zeitarbeitsfirma jobben. Solange man nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitet, ist während der Elternzeit vieles möglich.
  8. Privates Engagement bringt Pluspunkte. Wolltest du immer schon Italienisch lernen? Dann nichts wie los. Nach der Elternzeit kannst du dich dann in der Firma mit einer neuen Qualifikation präsentieren.
  9. Rechtzeitig ein Netzwerk für die spätere Kinderbetreuung aufbauen. Jetzt kann man schon mal testen, ob Großeltern oder Freunde das Kind auch wirklich betreuen und wie sie miteinander zurechtkommen, meint Claudia Schwalb. Wer eine Tagesmutter, einen Krippen- oder Kindergartenplatz für sein Kind sucht, muss sich ebenfalls frühzeitig darum kümmern und sein Kind langsam damit vertraut machen. Gute Planung erleichtert den Wiedereinstieg.
  10. Genaue Absprachen mit dem Partner treffen – rechtzeitig und in Ruhe. Kann er morgens auf dem Weg zur Arbeit das Kind in den Kindergarten bringen? Oder seine Arbeitszeit um ein paar Stunden reduzieren, wenn seine Frau wieder berufstätig ist? Wer bleibt zu Hause, wenn das Kind krank ist? Nur wenn der Partner seine Frau unterstützt, gelingt ihr die Rückkehr in den Job.
  11. Den Wiedereinstieg gut vorbereiten. Tu so, als ob du einen neuen Job hättest, empfiehlt Personalleiterin Claudia Schwalb. Nehme rechtzeitig Kontakt zur Abteilung und zur Personalabteilung auf. Erkundige dich, wie dein neuer Arbeitsplatz aussieht, welche Aufgaben zu erfüllen sind, welche Kenntnisse und Fähigkeiten du dazu brauchst. Wenn trotzdem etwas nicht klappt, ist das auch kein Drama. Aber: Gebe  zu, wenn du etwas nicht kannst. Dann kann eine Schulung dich schnell wieder fit machen.
  12. Die Elternzeit in vollen Zügen genießen. Mit dem Baby spazieren gehen, Nachmittage auf dem Spielplatz verbringen, andere Mütter in der Eisdiele treffen oder mit dem Kleinen ein Mittagsschläfchen machen – wer solche Freiheiten auskostet, dem fällt auch die Rückkehr in den Job leichter.

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