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Warum ist Progesteron in der Schwangerschaft so wichtig?

Um schwanger zu werden und schwanger zu bleiben, braucht es das "Hormon für die Schwangerschaft". Und obwohl der Körper Progesteron produziert, kann es in bestimmten Phasen zum Mangel kommen. Zum Glück gibt es Abhilfe.

© iStock/Prostock-Studio
"Geht es meinem Baby gut?" Werdende Mamas wollen, dass ihr Nachwuchs immer bestens versorgt ist.

Progesteron ist für den Eintritt und auch für den Erhalt einer Schwangerschaft unabdingbar. Egal ob eine Frau auf natürlichem Wege oder mithilfe einer künstlichen Befruchtung schwanger wird – ohne das Hormon geht es nicht. Das verrät schon der Name: Er stammt aus dem Lateinischen – pro bedeutet  "für", gestatio "die Schwangerschaft" – Progesteron ist also das Hormon für die Schwangerschaft. Doch, WARUM genau ist dieses Hormon so wichtig?

Progesteron ist für eine Vielfalt von physiologischen Vorgängen im weiblichen Körper verantwortlich:

  • Progesteron ist ein essenzielles weibliches Sexualhormon.
  • In der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase) sorgt Progesteron für den Umbau der Gebärmutterschleimhaut und deren Vorbereitung auf die Empfängnis und Einnistung des Embryos.
  • Normalerweise wird Progesteron in den Eierstöcken (Ovarien) der Frau produziert – und zwar von der Lutealphase an bis spätestens etwa zur elften oder zwölften Schwangerschaftswoche.
  • Nach dem positiven Schwangerschaftstest ist Progesteron weiterhin – unter anderem wegen seiner "beruhigenden" Wirkung auf die Gebärmuttermuskulatur – für den weiteren Erhalt der Schwangerschaft unentbehrlich.

Wo das Hormon natürlicherweise "herkommt", weiß Dr. med. Thilo Schill, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe: "Das Progesteron, auch Gelbkörperhormon genannt, ist der wichtigste Vertreter der Gruppe der Gestagene. Dieses Hormon wird hauptsächlich in der zweiten Zyklusphase durch das Gelbkörperbläschen produziert". Auch die Plazenta spielt eine Rolle: "Ein weiterer wichtiger Produktionsort ist in der Schwangerschaft der Mutterkuchen, die Plazenta. Auch wenn es hauptsächlich bei Frauen bekannt ist, wird dieses Hormon auch bei Männern im Hoden in geringer Menge produziert."

Was während des Zyklus' genau passiert

 ... und welche Rolle das Progesteron spielt, seht ihr noch einmal genauer in diesem Video: 

Versorgung des Embryos absichern

Zwischen der 7. und 12. Schwangerschaftswoche übernimmt also die Plazenta die Produktion des nötigen Progesterons. Zeitgleich fährt der Gelbkörper seine Produktivität herunter. Da diese Prozesse und das Timing bei jeder Frau ganz individuell sind, kann es vorkommen, dass in dieser Übergansphase ein Progesteron-Mangel entsteht. Zum Beispiel, weil der Gelbkörper die Produktion zu schnell oder zu früh hemmt und die Plazenta noch nicht ausreichend Progesteron produziert, um die Schwangerschaft zu sichern.

In dieser Zeit, bis zum 3. Monat der Schwangerschaft, ist das Risiko einer Fehlgeburt besonders hoch. Gründe hierfür gibt es leider viele, Progesteron-Mangel ist einer davon. 

Progesteron-Gabe bei einer Kinderwunschbehandlung

Insbesondere im Zuge einer  bzw. einer assistierten Reproduktionstherapie (ART) ist es wichtig, dem Körper der Schwangeren zusätzlich Progesteron zuzuführen. Der Experte Dr. med. Thilo Schill erklärt dazu: "Im Rahmen der Kinderwunschtherapie wird Progesteron immer dann verordnet, wenn ein relativer oder absoluter Mangel vorliegt." Ein absoluter Mangel liegt zum Beispiel bei einer Gelbkörperschwäche vor. "Hierbei wird in der zweiten Zyklusphase nicht ausreichend Progesteron im Gelbkörperbläschen produziert, wodurch eine Schwangerschaft nicht eintreten kann beziehungsweise Zwischenblutungen in der zweiten Zyklushälfte auftreten." Ein relativer Gelbkörperhormonmangel sei ihm zufolge öfter zu finden, vor allem bedingt durch die Eizellstimulation, welche typischerweise in der assistierten Reproduktionstherapie durchgeführt wird.

Standard ist derzeit die vaginale Anwendung von Progesteron zur Umwandlung der Gebärmutterschleimhaut. Bei der Kinderwunschbehandlung kommt es, wie oben beschrieben, zu einer abgeschwächten Progesteronproduktion des Gelbkörpers. Dann ist auch von einer Lutealschwäche die Rede. Diese kann jedoch durch die gezielte Zufuhr von Progesteron in Form von vaginalen Weichkapseln oder Spritzen ausgeglichen werden. Solange, bis die Plazenta selbst ausreichend Progesteron produziert – deshalb wird das Hormon oft bis zur 12. SSW verordnet.
Was viele nicht wissen: Die Kosten werden von gesetzlichen Krankenkassen nur für die Progesteronpräparate zu 100 Prozent übernommen, die zur Anwendung bei Patientinnen nach künstlicher Befruchtung (ART) auch zugelassen sind – und das ab einem positiven Schwangerschaftstest!

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