6. September 2018

Mutterschutzgesetz

Schwanger im Job – das sind Ihre Rechte

© Zdorov Kirill Vladimirovich/Shutterstock.com

Darf man mir während der Schwangerschaft kündigen? Wann beginnt der Mutterschutz? Welche Arbeiten kann ich ablehnen? Hier die wichtigsten Infos und Tipps für berufstätige Schwangere.

Die rechtliche Situation ist klar: Sobald Sie dem Arbeitgeber Ihre Schwangerschaft mitgeteilt haben, muss er Ihnen einige Sonderrechte einräumen. Dazu ist er nach dem Mutterschutzgesetz verpflichtet. Hier die wichtigsten Klauseln:

Kündigungsschutz

Nur in Ausnahmefällen ist die Kündigung Schwangerer möglich. Grundsätzlich darf Ihnen nicht gekündigt werden. Das gilt bis vier Monate nach der Geburt bzw. bis Ende des Erziehungsurlaubs. Der Schutz greift auch dann noch, wenn Sie Ihren Chef erst binnen zwei Wochen nach der Kündigung über Ihre Schwangerschaft informieren. Befristete Arbeitsverträge laufen aber immer zum vorgesehenen Termin aus.

Gesundheitsschutz

Tätigkeiten, die Ihre Gesundheit oder die des Babys gefährden könnten, sind untersagt. Dazu zählen schwere körperliche Arbeit, Akkord-, Fließbandarbeit, Tätigkeiten, die Sie giftigen Stoffen, Strahlen, Staub, Hitze, Kälte, Nässe, Lärm, Erschütterungen aussetzen. Ab dem vierten Monat ist Arbeit in Beförderungsmitteln, z. B. als Busfahrerin, verboten. Ihnen steht ein nikotinfreier Arbeitsplatz zu. Notfalls kann der Arzt ein individuelles Beschäftigungsverbot anordnen.

    Stundenlimit: Arbeit über 8,5 Stunden täglich bzw. 90 Stunden binnen zwei Wochen, Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit (zwischen 20 Uhr und 6 Uhr) ist tabu. Ausnahmen gelten für die Gastronomie, für Krankenpflege und Theater.
    Pausen: Müssen Sie ständig stehen oder sitzen, haben Sie das Recht auf Pausen, in denen Sie sich hinsetzen beziehungsweise umhergehen können.
    Vorsorgetermine: Außerhalb der Arbeitszeit planen. Geht das nicht, muss Ihr Chef Ihnen bei vollem Gehalt freigeben.

Mutterschutzfristen

beginnen sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Ihr Arbeitgeber darf Sie nicht mehr beschäftigen; es sei denn, Sie verzichten ausdrücklich auf die Freistellung. Das können Sie aber widerrufen. Den Beginn der Schutzfrist muss ein Attest von Arzt oder Hebamme belegen, das nicht älter als eine Woche sein darf. Nach der Geburt stehen Ihnen acht freie Wochen zu, bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf Wochen. In dieser Zeit dürfen Sie keinesfalls arbeiten.
Übrigens: Kommt Ihr Kind vor dem errechneten Termin zur Welt, können Sie die vorher verlorenen Tage an die Frist nach der Entbindung anhängen.

Wer hilft bei Problemen?

Leider haben Schwangere im Job mitunter Probleme. Hilfe gibt es beim Betriebsrat, dem zuständigen Amt für Arbeitsschutz und dem Gewerbeaufsichtsamt. Die Mutterschützer vom Amt kommen auch zur Arbeitsplatzbesichtigung.

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