Vor der 12. Schwangerschaftswoche ...

Die schwangere Anna Wilken über das "Vorher darf man sich nicht freuen"-Gefühl

"Man erzählt das erst ab der 12. Woche!" hört Influencerin Anna Wilken, seit sie schwanger ist, immer wieder. Aber warum eigentlich Warten mit der Verkündung der Schwangerschaft, wenn man überglücklich ist ... starke Worte einer starken Frau!

Wann habt ihr euren Liebsten erzählt, dass ihr schwanger seid? Wann habt ihr es euren Freunden, Bekannten, fernen Verwandten, Arbeitskollegen ... mitgeteilt? Wann habt ihr es vielleicht auf Instagram gepostet? Es gibt da so etwas wie eine unausgesprochene Regelung, dass man eine Schwangerschaft in den ersten drei Monaten für sich behält. Viele Frauen halten sich daran – aus Angst vor einer Fehlgeburt. 

Für offene Worte und vor allem für Vorfreude auf das Baby gibt es keinen richtigen Zeitpunkt und auch keinen falschen, findet Anna Wilken. Die ehemalige GNTM-Kandidatin ist heute Influencerin und Model. Und engagiert sich stark für die Aufklärung der Themen Endometriose und (unerfüllter) Kinderwunsch. Die 25-Jährige ist selbst betroffen und unterzog sich mehreren künstlichen Befruchtungen. 

Vor kurzem verkündete sie dann überglücklich strahlend ihre Schwangerschaft auf Instagram (s. Bild oben), in der 5. Woche. Ihre Fans, Follower und Freunde freuen sich mit ihr. Doch einige fragen sie tatsächlich, warum sie so früh schon über das Baby in ihrem Bauch spricht... Dazu findet Anna nun sehr starke Worte auf ihrem Instagram-Profil:

Anna Wilken über das frühe Verkünden ihrer Schwangerschaft:

"'Man erzählt das erst ab der 12. Woche!'  

'Warum erzählst du das so früh?'

… Eine Thematik, die mich schon die ganze Zeit beschäftigt und wozu ich gerne etwas sagen möchte … Denn wer legt eigentlich fest, wann man, was erzählen darf? Schwanger ist man, sobald der Test positiv ist. Mehr oder weniger schwanger gibt es in meinen Augen nicht. Für mich beinhaltet dieser vermeintliche 'Aberglaube' leider auch eine Menge Tabus. Neben Tabus wird auch ein 'Vorher darf man sich nicht freuen'-Gefühl vermittelt, denn es 'kann ja noch so vieles schief gehen'. Wenn ich ehrlich bin, finde ich das unglaublich schade. Jede Frau sollte sich ab der ersten Sekunde freuen dürfen und diese Freude dann teilen, wann sie es für richtig empfindet. Neben Freude schwingen nun mal oft auch Ängste in der Frühschwangerschaft mit – wieso sollte man diese alleine durchstehen müssen? Mir geht es nicht anders und ich bin total froh, das alles nicht verheimlichen zu müssen oder gar mein Umfeld bezüglich meiner Schwangerschaft zu belügen. Das würde sich für mich nicht richtig anfühlen. Am schlimmsten finde ich jedoch, dass Frauen, die sich für eine frühe Kommunikation entscheiden, sich oft Unschönes anhören müssen. Ihnen meistens ein negatives Gefühl vermittelt wird, als hätten sie etwas falsch gemacht. Das war bei mir jetzt nicht anders, jedoch verstehe ich den Nutzen davon nicht. Sollten wir nicht einfach mal lernen, dass jede Person, ihre eigenen, persönlichen Entscheidungen trifft? Es keinen allgemeinen Weg für jede schwangere Frau gibt? Und es hier vor allem kein richtig oder falsch gibt? Denn leider Gottes hat man das, was passiert, nicht wirklich in der Hand. Nicht vor der 12. Woche und auch nicht danach. Hier geht es ums eigene Wohlbefinden und das kann vor der 12. Woche sein, aber auch viel später. Für mich ist diese Zeit gerade unglaublich aufregend und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, keine Ängste zu haben. Über jeden weiteren Tag meiner Schwangerschaft bin ich dankbar und auf jeden Wochenwechsel freue ich mich ungemein. Heute bin ich 6+5, also in der 7. Woche. Wie steht ihr zu dem Thema und wann habt ihr es euren Liebsten mitgeteilt?"

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Unsere Autorin

Astrid Christians-Gege

Astrid Christians-Gege wird oft gefragt, wie man das als Mama von zweijährigen Zwillingsjungs und einem Vierjährigen so wuppt. Ihre Antwort: Mit starkem Kaffee, einem sehr langen Geduldsfaden und einer gesunden Work-Life-Balance.

Als Redakteurin bei Leben & erziehen lässt sie auch mal den ein oder anderen Tipp einer Dreifach-Jungsmama in ihre Artikel einfließen, aber bitte immer ohne erhobenen Zeigefinger. Denn nichts ist cooler als Mütter, die sich gegenseitig unterstützen. 

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