Vorbeugen und behandeln

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind keine Seltenheit. Wir erklären, wie Schwangere am besten vorbeugen können und was hilft, wenn sie doch auftreten.

Schwanger und Hämorrhoiden

Gegen Ende der Schwangerschaft entwickeln sich häufig Hämorrhoiden, was darin begründet ist, dass das Kind nach unten und damit auch auf den Enddarm drückt. Im Grunde sind Hämorrhoiden nichts anderes als Krampfadern im After, denn durch den Druck des Babys auf die großen Venen im Becken schwellen die Blutgefäße an, was wiederum den Rückfluss des Blutes zum Herzen sehr reduziert. Die Hämorrhoiden werden meist noch verschlimmert, wenn Verstopfungen oder ein harter Stuhl vorliegen – manchmal treten sie auch erst bei starken Presswehen auf. In der Regel sind Hämorrhoiden zwar sehr schmerzhaft, verschwinden aber nach der Geburt meist genau so schnell wieder, wie sie gekommen sind.

So kann man Hämorrhoiden in der Schwangerschaft vorbeugen

Gut zu wissen: Auch ohne eine Behandlung sind die meisten Beschwerden nach der Geburt wieder weg. Aber um Hämorrhoiden vorzubeugen, ist es am allerwichtigsten, Verstopfungen und somit zu viel Druck beim Toilettengang zu vermeiden, zum Beispiel durch: 

  1. ballaststoffreiche Ernährung (zum Beispiel Vollkorn, Nüsse, Gemüse und Obst, Trockenfrüchte...)
  2. ausreichend Flüssigkeit (mindestens zwei Liter Wasser pro Tag)
  3. Sanfte und regelmäßige Bewegung in den Tag einbauen (Yoga, Spaziergänge, Schwimmen...)

Eine Übung gegen Hämorrhoiden für den Alltag: Katze-Kuh aus dem Yoga. Im Vierfüßlerstand das Becken nach oben strecken und den Rücken zum Hohlkreuz durchdrücken. Dann andersherum: Becken einziehen und den Rücken zum Buckel formen. So wird der Afterschließmuskel entlastet, das Kind rutscht in Richtung Bauchmitte und das Blut kann besser zirkulieren.

Das hilft gegen Hämorrhoiden bei Schwangeren

Sind die Hämorrhoiden erst einmal da, können schon sanfte Hausmittelchen und rezeptfreie Arzneien helfen:

  • Zäpfchen und Salben zum Beispiel mit Brennessel oder Rosskastanie sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. (Vor dem Kauf unbedingt die Schwangerschaft erwähnen, um die Medikamenten-Sicherheit fürs Baby zu garantieren.)
  • Umschläge mit einer Ringelblumensalbe können Linderung schaffen. 
  • Vielen Frauen helfen aber auch schon Eiswürfel, die in einem kleinen Handtuch auf die Hämorrhoiden gelegt werden. Es klingt etwas lächerlich, aber auch tiefgekühlte Erbsen, auf die man sich setzt, bringen eine Linderung bei schmerzhaften Hämorrhoiden.
  • Einge Betroffene schwören auch auf Wärme, inbesondere durch Sitzbäder im Kräutersud. Helfen können zum Beispiel Hamamelis, Eichenrinde oder Johanniskraut. Am besten in der Apotheke erkundigen. 
  • Oftmals wird auch empfohlen, den After mit dem Massagestrahl der Dusche abzubrausen. Gern auch im Wechsel heiß und kalt. 
  • Beim Toilettenpapier am besten auf feuchtes umsteigen –unbedingt ohne Duftstoffe!

Ab wann muss ich mit Hämorrhoiden zum Arzt?

Fragt auch mal bei eurer betreuenden Hebamme nach. Sie hat oftmals gute Tipps gegen Hämorrhoiden parat. Treten allerdings dauerhaft unangenehme Schmerzen auf, solltet ihr unbedingt einen Arzt aufsuchen. Keine Scham! Hämorrhoiden in der Schwangerschaft treten sehr häufig auf. Dafür muss sich keine Schwangere genieren. Am besten vereinbart ihr direkt einen Termin bei eurer Frauenärztin. Sie kann euch eine wirksame Salbe gegen Hämorrhoiden verschreiben, die es in der Apotheke gibt und die für Mutter und Kind unbedenklich ist.

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