30. November 2018

Was werdenden Müttern zusteht

Arbeitslos und schwanger, was nun?

© erreperdomo/iStockphoto.com

Während der Arbeitslosigkeit schwanger zu sein, stellt für viele Frauen eine große Belastung dar. Und es gibt vor allem finanzielle Fragen. Hier finden Sie wichtige Infos:

Für arbeitslose Frauen kann eine Schwangerschaft finanzielle Sorgen und Zukunftsängste noch verstärken. Häufig fragen sich die Betroffenen, ob die Schwangerschaft die Zahlungen des Arbeitslosengeldes beeinflusst und ob ihnen mehr Geld zusteht.

Muss ich dem Jobcenter meine Schwangerschaft melden?

Ja, eine Schwangerschaft muss dem Jobcenter oder der Agentur für Arbeit mitgeteilt werden. Das ist wichtig, um den Anspruch auf die Sozialleistungen nicht zu verlieren. Hierbei ist es egal, ob Sie bereits arbeitslos sind und schwanger werden oder sich schwanger arbeitslos melden.
Wichtig ist außerdem, dass eine Schwangerschaft die werdende Mutter nicht von ihren Pflichten befreit. Das bedeutet zum Beispiel, dass sie weiterhin Termine wahrnehmen und sich um eine Stelle bemühen muss. Dies gilt bis zum Eintritt des Mutterschutzes. Tut die Frau das nicht, können Leistungskürzungen die Folge sein. Grundsätzlich entfallen die Leistungen aber nicht aufgrund einer Schwangerschaft, das Arbeitslosengeld wird weiter gezahlt. Außerdem werden der Mutter weiterhin potentielle Stellen und Arbeitgeber vermittelt, insofern die Schwangerschaft problemlos verläuft.

Bekomme ich mehr Geld?

Diese Frage ist im § 21 des zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) geregelt: Jeder Schwangeren mit Hartz-4-Bezug steht ein Mehrbedarf in Höhe von 17% des Regelsatzes zu. Er kann ab der 13. Schwangerschaftswoche beantragt werden.
Außer dem Mehrbedarf kann die werdende Mutter die Kostenübernahme für die Erstausstattung ihres Kindes beantragen. Genehmigt das Jobcenter die Kostenübernahme, erhält die Betroffene eine Pauschale, von der sie die wichtigsten Utensilien besorgen kann.

Habe ich jetzt Anspruch auf eine größere Wohnung?

Nein, die Schwangerschaft allein berechtigt nicht dazu, so lange die Familie über genügend Platz verfügt. Da es sich hierbei aber immer um eine Einzelfallentscheidung handelt, kann dies zuvor mit dem Jobcenter bzw. mit einem Sachbearbeiter besprochen werden. Wird das Kind älter, kann der Umzug in eine größere Wohnung unter Umständen genehmigt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.hartz4.net. Dort gibt es auch ein kostenloses E-Book zum Thema.

Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e.V. wurde im Januar 2017 vom Rechtsjournalisten Marcel Weber in Berlin gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Transparenz im Bereich Sozialrecht zu schaffen, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in die wichtigsten Themen zu bieten.

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