16. Oktober 2018

Woanders schmeckt es einfach besser

Das Essen der anderen

Woanders schmeckt es einfach besser
© Pixavril/iStockphoto.com

Ob Apfelschnitze der Spielplatzfreundin, Kinderkekse beim Bäcker oder die berühmte Scheibe Gelbwurst vom Metzger: Julia (22 Monate) scheint es überall zu schmecken – außer daheim. Welche Strategien sie sich zurechtgelegt hat, damit sie an Essbares kommt, erzählt Mama Steffi in ihrem Blog.

Seit Julia bei uns mitisst, hat sich unser Speiseplan zugunsten ihrer Vorlieben verändert. Anstelle von Salat und Gemüsegerichten landen nun häufig Speisen mit Nudeln, Reis und Kartoffeln auf unserem Teller. Es ist jedoch egal, was ich koche: Woanders schmeckt es einfach immer besser (und ich behaupte, das liegt nicht an meinen Kochkünsten).

Strategisches Anschmachten

Unsere Tochter ist überhaupt immer vorne mit dabei, wenn es um die Essensbeschaffung geht – vor allem bei anderen Personen. Ist sie eigentlich ein wenig zurückhaltend, verliert sie jede Scheu, wenn jemand eine Tüte mit Butterkeksen in Händen hält. Erspäht sie Freunde oder Bekannte beim Kuchenessen, beginnt eine Phase des Anpirschens. Sobald sie in Reichweite ihres Zielobjekts gelangt ist, schmachtet sie ihr Gegenüber so lange an, bis sie ein Stück abbekommt. Selbst beim Eisessen hat sie einmal am Tisch von Fremden ihr Glück versucht, weil sie nicht auf unsere Bestellung warten konnte.

Julia sagt, was sie will

Jetzt, wo Julias Aussprache immer deutlicher wird, bringt mich das so manches Mal in Verlegenheit. Sie weiß inzwischen nämlich ganz genau, wo sie etwas Essbares abgreifen kann. Beim Metzger verlangt sie nach einer Wurst, sobald wir uns in die Warteschlange eingereiht haben. Im Supermarkt wird sie mit „Salami“ sogar noch konkreter. Selbst wenn wir an der Käsetheke stehen, wird ihr Wunsch mitunter erfüllt! Frische Kekse gibt es für Kinder in zwei Bäckereien im Umkreis, in denen Julia ihr Anliegen bereits lautstark kundtut, bevor ich die Bestellung aufgeben kann.
Unsere Tochter merkt sich übrigens nicht nur die Geschäfte, in denen sie etwas schnorren kann, sondern auch die Namen großzügiger Personen. Wie etwa den von Egon, der ihr letztes Mal beim Eierholen einen Quetschie geschenkt hat (ich muss nicht erwähnen, dass sie auch beim nächsten Besuch wieder einen einfordern wollte). Schua, einen guten Freund von uns, kann sie benennen, seitdem er eine Tüte Gummibärchen zückte. Thomas bringt sie dagegen stets mit dem Wort „Eis“ in Verbindung. Woran das wohl liegt? 😉

Andere Eltern kennen das

Damit mich Julia nicht so oft ins Schwitzen bringt, packe ich inzwischen meist eine Kleinigkeit zu essen ein, wenn wir unterwegs sind. Trotzdem ist das Essen der anderen immer viel interessanter. Meist warne ich die anderen Mütter dann vor. Die sehen es aber zum Glück gelassen. „Glaubst du, dass das bei uns anders ist?“ bekomme ich dann oft zur Antwort. In manchen Dingen sind sich Kinder wohl doch ziemlich ähnlich.

Was wir als Familie noch alles erleben, davon erzähle ich euch an dieser Stelle bald mehr.

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