9. November 2018

Der Brezendoktor

Steffis Blog
© MartinPrescott/iStockphoto.com

Unserer Kollegin Steffi war es besonders wichtig, einen vertrauensvollen Kinderarzt für ihre beiden Töchter Julia (23 Monate) und Mona (2 Monate) zu finden. In Ihrem Blog schreibt sie über das Ergebnis ihrer Suche und warum der Arzt Ihrer Wahl auch als „Brezendoktor“ bekannt ist.

„Hallo, Fräulein Julia. Ich bin der Herr Doktor“. Ich erinnere mich noch genau, wie freundlich der Arzt unsere Tochter bei ihrem ersten Termin in der Praxis begrüßte. Julia verstand ihn damals zwar noch nicht, dafür hatte ich aber sofort das Gefühl, bei ihm in den richtigen Händen zu sein. Schließlich will man die Gesundheit seiner Kinder nicht jedem anvertrauen – Kompetenz und ein gutes Verhältnis müssen schon da sein.

Einige Wochen vor Julias Geburt hatte ich mich bereits auf die Suche nach einer Kinderarztpraxis gemacht und mich dabei auf die Empfehlungen befreundeter Eltern verlassen. Obwohl sich im Umkreis einige Kinderärzte niedergelassen haben, kassierte ich beim ersten Versuch gleich eine Absage: Die Praxis nimmt keine Patienten mehr an, weil sie bereits aus allen Nähten platzt. Schade, weil wir dorthin nur fünf Minuten Fahrtweg gehabt hätten. Beim zweiten Anlauf lief es glücklicherweise besser.

Nicht immer ist ein Termin nötig

Mittlerweile haben wir schon einige Arztbesuche hinter uns. Was soll ich sagen: Mein guter Eindruck hat sich seither bestätigt. Viele Fragen können am Telefon geklärt werden, das macht den turbulenten Familienalltag manchmal einfacher. Julias Ausschlag am Po erkannte die Arzthelferin meiner Beschreibung nach als Windelsoor und gab mir am Telefon Tipps, was wir dagegen tun können. Ein anderes Mal war unsere Große vier Stufen einer Treppe runtergefallen. „Hat Julia unmittelbar zu weinen angefangen? Verhält sie sich normal?“, wurde ich bei meinem Anruf gefragt. Als ich beides bejahte, bekam ich erst einmal Entwarnung. „Kinder stecken Stürze oft bemerkenswert gut weg. Mit Arnica-Globuli wird die Beule nicht so groß. Falls Sie doch noch Verhaltensauffälligkeiten bei Julia wahrnehmen, kommen Sie bitte umgehend in die Praxis.“ Es ging jedoch alles gut.

Ich fühle mich ernst genommen

Auch die Wartezeiten halten sich meistens völlig im Rahmen. Das ist mir wichtig, denn es ist kein Geheimnis, dass die meisten Kleinkinder nicht besonders geduldig sind 😉 Sitzt man dem Arzt schließlich gegenüber, nimmt er sich auch ausreichend Zeit. Er berät sehr ausführlich, angefangen von den einzelnen Impfungen über die Babypflege bis hin zur vertretbaren Größe der Schmusetücher, die unsere beiden Mädels zum Einschlafen mit ins Bett nehmen. Dabei nimmt er alle meine Fragen ernst.

„Gut gemacht, Julia!“

Wie er nun zu seinem Namen „Brezendoktor“ kommt? Ganz einfach: Er drückt den Kindern nach jeder Spritze eine kleine Salzbreze in die Hand – als Belohnung und Ablenkungsmanöver zugleich, wenn ein paar Tränen kullern. Julia hat doppelt Glück: Denn meistens wird nicht nur der tapfere Nachwuchs, sondern auch das Kuscheltier belohnt. „Julia Breze, Artus (= ihr Schmusebär Herr Markus) Breze“, erzählt unsere Tochter zu Hause stolz, während sie Papa ihr Pflaster zeigt. Mit dem Lob „Gut gemacht!“ entlässt der Brezendoktor die Kinder bei jedem Besuch. Bald steht Julias vorerst letzte Impfung an. Sie redet aber (noch) nicht von dem „Aua“, sondern nur davon, dass sie und Herr Markus eine Breze bekommen werden. Diesmal gibt’s von uns ein „Gut gemacht“, lieber Brezendoktor!
Was wir als Familie noch alles erleben, davon erzähle ich euch an dieser Stelle bald mehr.

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