Promi-Eltern erzählen

Anouk Maffay: Ihre Eltern schreiben Kinderbücher für sie

Peter Maffay und seine Partnerin Hendrikje Balsmeyer haben mittlerweise das zweite Kinderbuch für ihre Tochter Anouk veröffentlicht. Mit uns haben sie über ihr Familienleben gesprochen.

Peter Maffay und Hendrikje Balsmeyer schreiben Kinderbücher für ihre Tochter Anouk.
© Foto: Laura Besch
Peter Maffay und Hendrikje Balsmeyer schreiben Kinderbücher für ihre Tochter Anouk.

Wie würdet ihr euren Familienalltag in drei Sätzen beschreiben?

Hendrikje Balsmeyer: Wir haben einen starken Zusammenhalt und versuchen, Anouk in unserem turbulenten Alltag so viel Kontinuität wie möglich zu geben, wobei "Alltag" wahrscheinlich sowieso das falsche Wort ist: Bei uns ist jeder Tag anders, wir müssen total spontan und flexibel sein. Umso mehr bemühen wir uns – spielerisch und mit viel Liebe – diese Lebensweise für Anouk so schön wie möglich zu machen. Das bekommen wir tausendfach von ihr zurück; sie zeigt uns jeden Tag aufs Neue, wie schön es ist, das Große im Kleinen zu sehen und zu erkennen, was im Leben wirklich wichtig ist.

Wie ist die Beziehung zwischen Anouk und ihrem großen Halbbruder Yaris? 

Peter Maffay: Yaris ist ein verantwortungsvoller großer Bruder. Die beiden sind sehr stolz aufeinander. Sie unternehmen viel zusammen, und wenn wir arbeiten, springt er auch gerne mal als Babysitter ein. Letztes Jahr hat er sich ein Tattoo mit ihrer und seiner Hand auf den Arm stechen lassen. Gibt es einen deutlicheren Liebesbeweis? Er möchte sie einfach immer bei sich haben.

Wie findet Anouk es, dass ihr Papa richtig berühmt ist?

Hendrikje Balsmeyer: Sie findet, dass er gut singt. Wir denken nicht, dass sie schon einordnen kann, dass er berühmt ist. Und das ist gut so.

Was möchte sie selbst einmal werden?

Peter Maffay: Sie möchte Tierärztin werden, aber auch Menschen sind in ihrer Praxis willkommen. Ihr zweiter Berufswunsch ist Putzfrau. Mal sehen, wohin das führt.

Wie schützt ihr Anouk in der Öffentlichkeit?

Hendrikje Balsmeyer: Gegenüber Anouk thematisieren wir diese "Publicity" um ihren Vater möglichst überhaupt nicht. Das geht manchmal nach hinten los. Einmal wollte sie bei einem Konzert zu ihm auf die Bühne, um ihm zu sagen, dass sie jetzt mit ihm nach Hause gehen möchte. Nach außen gibt es klare Regeln – keine frontalen Fotos von ihr im Netz oder überhaupt in den Medien. Meiner Meinung nach sollte das für jedes Kind gelten – aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden.

Gab es schon mal eine komische Situation in Anouks Umfeld aufgrund eures großen Altersunterschieds?

Hendrikje Balsmeyer: Gott sei Dank nicht. Wahrscheinlich liegt das an der körperlichen und geistigen Konstitution von Peter. "Man ist so alt, wie man sich fühlt!" trifft bei ihm voll und ganz zu.

Mögt ihr kurz erzählen, wie ihr euch kennengelernt habt?

Peter Maffay: Es gibt da tatsächlich unterschiedlichste Geschichten in den Medien (das amüsiert mich immer wieder sehr). Die wahre Geschichte kennen am Ende nur wir, und das ist total schön. Dazu nur so viel: Es hatte definitiv mit Schicksal und auch mit Zufall zu tun. Unsere Wege haben sich so oft gekreuzt – und irgendwann haben wir hinterfragt, warum das wohl so ist.

Was ist für euch die größte Herausforderung am Elternsein?

Hendrikje Balsmeyer: Zeitlich alles unter einen Hut zu bekommen. Anouk war ein Wunschkind, und das Pensum uns bekannt. Dennoch steht Peter in der Öffentlichkeit, und manchmal ist es schwer, Anouk zu erklären, warum der Papa ausgerechnet heute nicht da ist. Aber ich will mich nicht beklagen. Andere Eltern arbeiten in Schichten und bekommen das auch hin.

Und in eurer Beziehung?

Hendrikje Balsmeyer: Dasselbe: alles unter einen Hut zu bekommen. Wir haben so viele Projekte, doch dadurch nur wenige Regenerationsphasen – aber jeder Körper braucht Pausen. Sonst ist man irgendwann am Limit, und das wirkt sich auf alles andere aus. Deshalb ist es uns wichtig, wann immer es geht, kurze Auszeiten einzubauen. Das ist schwer, aber nicht unmöglich.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eigene Kinderbücher für Anouk zu schreiben?

Hendrikje Balsmeyer: Wir wollten unserer Tochter ein persönliches Geschenk machen. Etwas, das bleibt. Es sollte ein kleiner spielerischer Ratgeber für ihre Entwicklung sein, der zudem lustig ist und Spaß macht. Leider ging das Geschenk und die damit erhoffte Freude nicht gleich auf … Anouk hat geweint, weil sie sich nicht vorstellen konnte, alleine mit ihrem Affi auf Reisen zu gehen. "Ich möchte, dass meine Eltern auch mitkommen", hat sie gesagt. Es fiel ihr schwer, Fiktion und Realität zu unterscheiden. Aber je älter sie wird, desto besser gelingt ihr das. Mittlerweile genießt sie die Geschichten und ist sogar stolz, eine gute Piratin zu sein.

Welchen Tipp habt ihr für andere Eltern?

Hört euren Kindern immer zu und unterstützt sie in ihrer Fantasie!

Anouks Bilderbücher von ihren Eltern

© Foto: Verlag

Übrigens: Die Bücher, die Peter Maffay und Hendrikje Balsmeyer für ihre Tochter geschrieben haben, heißen "Anouk, die nachts auf Reisen geht. Geschichten von Freundschaft, Mut und Fantasie" (15 Euro) und "Anouk, dein nächstes Abenteuer ruft! Neue Geschichten von Freundschaft, Mut und Fanatasie" (16 Euro, beide Ars Edition).

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